mondamo.de | Februar, 2012
Gesellschaft, Video >>

Es kann so nicht mehr weitergehen!

Noch klingen in mir die Worte nach, der Aufschrei dieser jungen Frau, die in dem Video einfach mal ihre ganze Wut und Verzweiflung ausdrückt. Sie hat es satt, dass es soviele Arme gibt in Mexiko, dass die Gelder nicht in Schulen und Wissenschaft investiert werden, sondern in Polizei und Militär. Sie hat die ganze Korruption und Bürokratie satt und steht mit ihren Worten sicherlich für tausende, abertausende Menschen, die einfach nicht mehr weiter wollen. Nicht so, nicht länger.

Das ist für mich doch ein sehr bewegendes Video, was mir mehr unter die Haut geht als manche medial perfekt aufgemachte Kampagne, die polarisiert und verteufelt.  Sicher, auch diese Frau schlägt keine Lösungen vor, sie will als erstes endlich einmal gehört werden: in ihrem Frust, ihrem Kummer, ihrer Ohnmacht.

Wir leben nicht in Mexiko. Aber es gibt eine Menge Sachen, bei denen ich auch gerne aufstehen möchte und mal so richtig meine Wut loswerden und ausdrücken kann! Was ist das für ein System, wo wir bei sovielem, was uns direkt angeht, nicht in die Entscheidungen mit einbezogen werden? Ja, sogar kaum die Macht haben, uns gegen “Politik von oben” zu wehren? Zum Beispiel möchte ich Einfluss nehmen darauf, wie die Steuern, das Geld, dass ich erwirtschaftet habe für den Staat, ausgegeben werden. Ich möchte einfach nicht, dass damit Kriege finanziert werden oder Ausbeutung. Ich bin auch wütend und sehr resigniert über die Marionettenspielchen in der Politik. Ganz ehrlich: Welchem Politiker kann man überhaupt vertrauen? Wer hält sich an das, was er verspricht?

“Mit dem Gesicht zum Volke, nicht mit den Füßen in ner Wolke?” (Gerhard Schöne)

Ich bin so wütend darüber, dass sich die wesentlichen Dinge nicht zu ändern scheinen, darüber dass alles bleibt wie es war, oder viel schlimmer noch: dass sie schlechter werden. Ich habe es satt, dass wir Tiere einpferchen, sie nie das Sonnenlicht sehen lassen und massenweise Fleisch wegschmeißen. Ich habe es satt, dass wir afrikanische Länder wie ein Problemkind behandeln, wo wir doch selbst Mitverursacher der Probleme sind. Ich habe es satt, dass wir billige Kleidung tragen müssen, wofür andere sich zu Tode schuften… und jedes Vierteljahr eine neue Mode und der Kleiderschrank platzt aus allen Nähten; aber Konsum macht ja so glücklich und “Haste was, biste was”. Ich habe es satt, dass Bomben gebaut werden und immer weiter an Techniken gefeilt wird, den Krieg noch grausamer führen zu können. Ich habe es satt, dass es immer nur um Geld geht und Macht und Profit und Wachstum. Ich denke wir können auch anders! Wir müssen nicht so leben, wer hat uns das überhaupt so beigebacht!? Wer glaubt noch daran? Und muss am Ende dran glauben?

Die Frage ist doch: In was für einer Welt wollen wir leben? Und wie können wir dahin gelangen? Wie können wir das Leben auf der Erde, miteinander, untereinander so leben, dass es schön und bereichernd ist? Ist es nicht langsam wirklich an der Zeit?

 

"I am REALLY PISSED!"

Foto: Rita Kravchuk






... weiterlesen · noch keine Kommentare · Februar 19, 2012 ·
Gesellschaft, Natur und Umwelt, Spenden - aber wohin? >>

Lasst sie doch leben!

Ich bin froh gerade das Bild von Frieda entdeckt zu haben. Frieda ist 13 Jahre alt und eine Kuh. Sie lebt im Kuh-Altersheim von Hof Butenland. Denn Kühe können bis zu 30 Jahre alt werden. Dreißig. So alt bin ich noch nicht einmal. Die können dich quasi länger als ein Hundeleben begleiten! Wer Rindfleisch isst, hat jedoch ein Tier auf dem Teller, dass etwa anderthalb Jahre oder -bei Kalbsfleisch- sogar nur 4 Monate alt geworden ist.
Und nun sehe ich Frieda. Sie steht da und schaut und hat irgendwie… etwas sehr friedvoll-freundliches an sich.

Kühe haben große schöne warme Augen. Wie Pferde. Und sie können auch: verdammt traurig reinschauen. Wie in der Geschichte des gleichnamigen Buches Die Kuh die weinte: Ein Schlachter muss seine Arbeit kündigen, weil die zur Tötung geführte Kuh ihn nur weinend anschaut und er diesen Blick nicht aushält.

So ähnlich ging es auch Jan Gerdes, dem Gründer dieses Kuh-Altersheimes: Als Bauer, der seine Arbeit aufgeben und daher all seine Kühe zur Schlachtung abgeben wollte, fand er sich plötzlich in folgender grotesker Situation wieder: Zwölf Kühe passten nicht mehr in den Abtransporter. “Ich wusste ja was mit den Tieren passiert”, erklärt er in einem Beitrag von DeutschlandRadio: “Stundenlang auf der Autobahn, dann werden sie abgeladen und stehen da, voller Panik bevor sie geschlachtet werden.” Kurzerhand entschließt er, die 12 Verbliebenen einfach zu behalten.

Doch es bleibt nicht bei den Kühen, inzwischen ist der Hof ein Altersheim für alle Arten von Tieren geworden, die nie zuvor liebevolle menschliche Pflege erfahren haben: Mastschweine, Hühner, Pferde, Tiere aus Versuchslaboren… Hier ermöglichen Jan Gerdes und Karin Mück den Tieren ein würdevolles Leben.

Ich habe einfach nur größten Respekt vor diesem Projekt und freue mich, dass Hof Butenland ins Leben gerufen wurde. Meine monatliche “5% vom Gehalt”-Spende geht dieses mal eindeutig an das Altersheim!

 

 






... weiterlesen · noch keine Kommentare · Februar 18, 2012 ·
Dies und Das, Gesellschaft >>

Siebentausend Millionen

Wie die Karnickel, hat mein Opa immer früher gesagt. Oder hab ich den Spruch aus den Büchern? Na, die Menschen sind jedenfalls nicht viel besser, da wir inzwischen die 7 Milliarden-Grenze überschritten haben. Klingt einerseits ja ein bisschen bedrohlich diese Zahl, wenn man bedenkt dass jeder einzelne für Einzigartigkeit steht. Eigene Träume, eigene Lebensgeschichte, eigene Art, die Welt wahrzunehmen!

Die National Geographic behauptet in ihrem Werbespot zumindest, dass wir alle in Los Angeles reinpassen würden, der ganze Menschheitshaufen.

Und die Frage mit der Ernährung? Wie kriegen wir tausendmal 7 Millionen Münder gefüllt? Täglich? Es sei genug für alle da, heißt es, man hätte nur ein kleines Verteilungsproblem. Wenn ich da an den Filmstart von “We feed the World” denke, in dem gezeigt wird wieviel Brot täglich weggeworfen wird, glaube ich, dass es nicht nur eine Frage der Verteilung ist, sondern auch eine Frage des eigenen Lebensstils.

(siehe ab 2min 15s)

 






... weiterlesen · noch keine Kommentare · Februar 18, 2012 ·
Alternativ Wohnen, Gesellschaft >>

Weltkarte alternativer Lebensgemeinschaften

Gestern ist das Verzeichnis aller Ökohöfe, Kommunen und Gemeinschaften online gegangen. Ich habe lange an einem neuen Design der alternativen Linkdatenbank LiLinet gesessen, um das ganze auch optisch ansprechend zu gestalten ;)

Mein Traum ist es, eine Weltkarte aller Gemeinschaften und ungewöhnlicher Lebensformen zu erstellen; ein Online-Verzeichnis in das man von überallher Einsicht nehmen kann, um zB seine Reiseroute zu planen.

Noch befindet sich das ganze natürlich im Aufbau. Also: Helft mit!

Kennt ihr vielleicht Menschen, die in Gemeinschaft leben und sich in dem Verzeichnis eintragen wollen? Der Eintrag in die Liste der Gemeinschaften ist kostenlos! Ihr könnt gerne in den Kommentaren posten, wenn euch Ökohöfe, alternative Projekte oder Lebensgemeinschaften einfallen – oder aber diese Seite gleich weiterempfehlen, dass sie sich selbst eintragen können. Danke.

 

Bitte füllt einfach folgenden Fragebogen aus und fügt ihn in das Beschreibungsfeld bei der Anmeldung ein:

Name der Gemeinschaft:
Lage: (städtisch, ländlich, Kleinstadt)
Anzahl der Personen:
Kinder: 
Beschreibung:
Grundsätze / Ziele:
Arbeitsbereiche:
gesprochene Sprachen:
Aufnahme neuer Mitglieder? 
Schlag-bzw. Suchwörter:
Adresse / Kontakt:






... weiterlesen · { 11 } Kommentare · Februar 12, 2012 ·
Alternativ Wohnen >>

Ein Baumhausschloss

Heute eröffne ich die Rubrik “Alternativ Wohnen“, in der ich alle Bilder sammeln werde, von außer- oder ungewöhnlichen Wohnorten, Lebensweisen und Räumlichkeiten. Häuser sind normalerweise eckig und standardisiert. Aber die Welt ist um sovieles komplexer, das könnte sich auch in der Architektur widerspiegeln, finde ich! Eckig ist praktisch, ich weiß. Aber organische Strukturen faszinieren mich – ebenso wie das Bauen mit natürlichen Materialien, auf Holz stehe ich total. Ich glaube, ich möchte einfach Inspirationen sammeln, um später selbst einmal einfach “anders zu bauen”, mit eigenen Händen etwas total verrücktes erschaffen und darin dann mein trautes Heim finden ;D

Also, das erste was ich euch in dieser Rubrik präsentieren kann, ist ein Schloss aus Holz: und zwar hoch oben bei den Baumwipfeln!

Dieses kann man in den Alnwick-Gärten in den Northumberland (an der Grenze zu Schottland) bestaunen, in einer Gartenlandschaft mit seltenen Zierpflanzen. Das Baumschloss besteht aus vielen Räumen und es gibt darin sogar ein Restaurant – mit Feuerchen in der Mitte und Bäume die durch den Raum hindurch wachsen. Ganz edel also.

Foto: alnwickgarden.com

Soweit ich das richtig sehe, steht das Haus auf Pfählern, wurde also nicht etwa in die Bäume hineingebaut… aber Holz soweit das Auge reicht. Mir gefällts ;)

 






... weiterlesen · noch keine Kommentare · Februar 10, 2012 ·
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