mondamo.de | Juli, 2012
Leben und Lieben, Spenden - aber wohin? >>

Trostboxen für todunglückliche Eltern

Dass das Leben unberechenbar ist, zeigt sich manchmal im Krankenhaus auf der Station für Neugeborene und Babys. Ich habe gerade die Geschichte von Balduin gelesen, der 2008 im Alter von gerade mal vier Monaten gestorben ist.

Foto: balduins-box.de

Den Schmerz und die Ohnmacht, die Eltern in so einer Lage wohl empfinden, mag ich mir gar nicht versuchen auszumalen. Doch schlimmer noch: Ärzte und Pflegepersonal sind bei solchen Tragödien meist überfordert und wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen. Daniela Becker, die Mutter von Balduin schreibt:

Während ich Balduin auf dem Arm hatte und er langsam entglitt, stellte sich eine Schwester mir gegenüber und blickte ständig auf den Monitor über mir und wartete darauf, dass der Herzschlag aufhörte. Ich empfand diese „Totenwache“ als sehr störend. Kurz vor Balduins Tod kam der Oberarzt mit einer riesigen, ca. 20 cm langen Spritze, die er meinem 50 cm langen Sohn verabreichte, obwohl ich schreiend daneben saß und darum bat, dies zu unterlassen. Unmittelbar nachdem Balduin gestorben war, wollte man ihn mir abnehmen und ihn von allen Kabeln befreien, dabei wollte ich meinen Sohn einfach noch etwas halten und dann ins Bettchen legen.

Aus dem Wunsch heraus, sie hätte die letzten Stunden im Leben ihres kleinen Sohnes anders mit ihm verbracht, wäre sie anders auf den Abschied vorbereitet gewesen oder besser in ihrer Lage unterstützt worden… entstand zusammen mit der “Kinderfee Hamburgs” (Tina Tappehorn) die Idee einer Trostschachtel für Eltern mit sterbenskranken Babys.

So setzt sich der Verein “Balduins Box” dafür ein, dass in Intensivstationen Boxen angebracht werden mit einer Anleitung zur Unterstützung des Abschiedsprozesses für die Pfleger und Schwestern, sowie Schachteln für die Eltern. In jeder Schachtel befindem sich:

ein Heft mit (Lied)Texten, ein Rosenquarz zum Halten, ein Seidentuch zum Abdimmen des Lichtes, ein elektrisches Teelicht, Muscheln und Sterne…

Ich finde diese Idee so liebevoll und schmerzlich schön, dass ich das Projekt unbedingt unterstützen will. Das sind Momente, wo man eigentlich leider gar nichts tun kann, weil den Eltern jede Hoffnung genommen wird. Aber das so eine kleine Box helfen kann, auf dem Weg mit der Trauer umzugehen, davon bin ich überzeugt. Deswegen geht meine monatliche 5-Prozent-vom-Gehalt-Spende dieses Mal an Balduins Box e.V..

Aufmerksam geworden auf Balduins Box bin ich durch eine wunderschöne Aktion von Anne Wangrin (Hometown Glory): An einem Samstag Nachmittag setzten sich Freiwillige zusammen und bemalten insgesamt 50 Trostboxen mit aus dem Herzen kommenden Motiven:

  

 
Fotos: Maret Voss (Social Up!)
 






... weiterlesen · noch keine Kommentare · Juli 17, 2012 ·
Alternativ Wohnen, Natur und Umwelt >>

Freiluftschwimmen zu Hause

Die Idee eines “natürlichen Swimmingpool” gefällt mir außerordentlich gut. Hier im Video kann man sehen, wie natürlich Seepflanzen und Wassertierchen den Pool sauber halten:

Ich wüsste jetzt nur zu gerne: muss man Wasser nachfüllen, wenn es nicht regnet?

Muss man den Schwimmbereich hin und wieder von nachwachsenden Pflanzen reinigen und wenn ja: wie macht man das?

Woher kommen die Tiere – von ganz alleine? Und wo finde ich natürliche Seepflanzen?

Falls ich je einen Swimmingpool in meinem Garten bauen will, werde ich wohl auf die Idee zurückgreifen. Ein bisschen Bammel hätte ich ja, dass aus dem “Wild Swimmingpool” über kurz oder lang ein Sumpf wird, aber das wird die Erfahrung vielleicht zeigen?

Weitere Informationen und eine Do-It-Yourself-Anleitung auf organicpools.co.uk

Bild: www.organicpools.co.uk

 






... weiterlesen · 1 Kommentar · Juli 13, 2012 ·
Dies und Das, Humor >>

Wedder Wedder

Hallo ihr lieben, 

das gute zuerst, ich soll euch vom sommer grüßen, es geht ihm den umständen entsprechend gut und er freut sich über unsere anteilnahme.

wie ihr ja sicher schon mitbekommen habt, ist der sommer ein echter härtefall derzeit, aggressive sturmausbrüch, überschwemmende wolkenentladungen, nichts für schwache nerven…

 

Bild: Tim Daniels

… also habe ich ihn gestern mal zu mir nach hause eingeladen und er lag dann bei mir auf der couch. gut, das hat ihn einiges an überwindung gekostet, aber ich hab dann einen kleinen regentanz aufgeführt, nur um ihm mal kurz den spiegel vorzuhalten. als er mich dann da so rumhüpfen sah, fand er das grauenvoll, hehe – warum nur, kann ich gar nicht verstehen… – war dann aber kooperativ und zeigte sich gesprächsbereit.
meinen fragen nach derzeitigen belastungen wollte er erst ausweichen, aber als ich ihm mit alternativem swoodoo-voodoo auf die sprünge helfen wollte, platzen die umweltbelastungen nur so aus ihm heraus.
er fühlt sich derzeit extrem überfordert, die menschen wären nicht zimperlich im umgang mit den ressouecen, und das hat im laufe der jahre halt seine spuren hinterlassen. er bedauert das sehr, sieht es aber als einen erklärbaren, wenn auch oftmals unverständlichen und unnatürlichen prozess an.
der sommer ist also beruhigender weise weder verrückt noch wirklich desorientiert, durchlebt aber gerade aufgrund des zuviels eine identitätskrise, die sich darin äußert, dass er nicht mehr weiß, ob er lachen oder weinen soll – wir haben es bemerkt.
ich erzählte ihm dann von dem derzeit grasierenden burnout-phänomen und er war erleichtert, als er hörte, dass er damit nicht alleine ist. reden hilft.

in anlehnung an das alte kinderlied “…es war eine mutter, die hatte vier kinder, den frühling, den sommer, den herbst und den winter…” führten wir noch kurz eine kleine familienaufstellung durch. es war abenteuerlich, emotional und ziemlich komplex, aber am ende hat sogar die sonne geschienen.

auf die frage, was wir tun könnten, um ihm zu helfen, wieder mehr zu sich zu kommen, wurde er recht still und bat um mehr achtsamkeit.

tja, besser hätte ich es auch nicht sagen können.

versprechen konnte ich ihm nichts, außer euch davon zu berichten.

ich wünsche euch allen einen schönen sommer und erholsame ferien!

Vielen Dank für diesen Beitrag an Larissa

 

Bild: Kimb0lene






... weiterlesen · noch keine Kommentare · Juli 10, 2012 ·
Gesellschaft, Natur und Umwelt >>

Essbare Stadt – LebensMittelPunkt

Seit über 2 Jahren verfolgt Andernach, eine Stadt im Westes des südlichen Mitteldeutschlands, die Idee, statt der üblichen Blumenbepflanzung Essbares und Wildkräuter anzupflanzen. Das ist wirklich ein wunderbares Pilotprojekt und ich staune und freue mich, das so etwas in Deutschland möglich ist.

Jeder Bürger kann sich einfach von den Salaten, Tomaten und Bohnen bedienen. Zudem werden auch seltenere Arten gepflanzt, dass wieder etwas von der natürlichen Artenvielfalt erhalten bleibt.

Daumen hoch! Und ich bitte doch sehr um Nachahmer!

Wie hat Andernach das geschafft?

2010 war in Andernach das Jahr der Tomate. 101 verschiedene Tomatensorten wurden angebaut und die Bürger konnten sich reichlich bedienen.
Bild: Eliza

Im britischen Todmorden (was ein Name…) ist etwas ähnliches aus einem kleinen Guerilla-Gardening-Projekt entstanden. Die Initiatoren wollten einfach, dass die Stadt sich in Zukunft selbst versorgen könne. Frage mich nur, wo all das Geld für die Pflanzen herkommt, und so Pflege der Beete ist doch sicherlich auch aufwändig? In einer verkehrsdröhnenden Großstadt würde ich dann wohl eher nichts pflücken, hier müsste es einfach so mehr Grün und Bäume geben, die der Luft das zurückgeben, was wir ihr nehmen…

Aber kleine Städte und allerhand Dörfer könnten doch anstelle der Blumenkästen einfach Kürbisse pflanzen ;)

 






... weiterlesen · { 2 } Kommentare · Juli 9, 2012 ·
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