Archive | Juli, 2013
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Codecheck, Barcoo und WeGreen – Erfahrungsbericht

Ich möchte mal wieder spenden. Geld. Und zwar, wie gehabt (wer meinen Blog schon länger liest, weiß davon): fünf Prozent meines monatlichen Einkommens. Ich suche mir Projekte aus, die ich innovativ oder besonders unterstützenswert finde und stelle sie hier vor.

Heute bin ich über den Codecheck gestoßen und war sofort angetan. Von der Informationstiefe, der Übersichtlichkeit, der Sachlichkeit. Wunderbar.

WeGreen und die Nachhaltigkeitsampel – eine Kritik

Ich hab mich erinnert, dass ich soetwas ähnliches schon einmal gesehen hatte: nämlich auf wegreen. WeGreen wird gehyped, das Internet ist voll von Artikeln und Lobpreisungen. Aber gebe ich „Nutella“ ein… steht da nur „hier können Sie Nutella kaufen“. Seltsam. Da ist auf allen Websiten die Rede von der Nachhaltigkeitsampel doch auf der Website von WeGreen selbst finde ich da nichts auf Anhieb.

Dazu gehörig gibt es auch eine App, die barcoo. Hier findet sich tatsächlich ein riesiges Spektrum an Produktinformationen. Aber eben auch gleich Werbung mit dabei. Darauf reagiere ich allergisch. Da möchte mir eine App erzählen, wie ich nachhaltig zu leben habe… und will mich doch nur als manipulierbare Kaufkraft und Konsumenten behandeln. Mein Test galt Coca Cola. Schaut mal meinen Screenshot an:

barcoo kritik

  • ich muss ewig runterscrollen um überhaupt den gelben Kreis der Nachhaltigkeitsampel zu sehen
  • Coca selbst darf Werbung schalten, dass sie ja ach so umweltschonend sind, weil sie Pfandpflaschen haben
  • Real, Edeka etc. werben, dass sie in der Nähe sind –> finde ich persönlich seltsam, weil ja die App doch dafür gedacht ist, im Supermarkt zu stehen und einen Barcode einzuscannen?
  • Die erste Bewertung die man sieht ist „erfrischend!“ –> nein, das ist gaaar nicht manipulativ ^^

Fazit: Ich habe die App von meinem Handy wieder gelöscht.

 

Codecheck – benutzerfreundlich und fortschrittlich

Gut, dann will ich mal auch Lob und positives Feedback geben: Codecheck.info funktioniert ganz im Sinne des Verbrauchers:

  1. Sucheingabe bzw. Code scannen
  2. brauchbare Informationen erhalten
  3. fertig :)

Der obligatorische Gegencheck, auch hier Coca Cola zu prüfen, ergab folgendes:

codecheck verbraucher informationen

Ich erfahre von den weniger schönen Inhaltsstoffen E338 und E150d und kann mir mit zusätzlichen Berichten meine eigene Meinung bilden. Schade, dass hier nicht auf Nachhaltigkeit eingegangen wird – zB wie groß der Wasserverbrauch in den Produktionsstätten ist, und dass die Menschen vor Ort halb (ganz?!) verdursten… Gut, das ist ausbaufähig – aber bei anderen Produkten werden zumindest Umweltinformationen/-warnungen gegeben.

Begeistert bin ich aber auch von der Website an sich. Der schlichten Aufmachung, einzig dem Ziel des praktischen Nutzens gewidmet. In unserer werbeverstopften Welt gibt es das selten noch.

codecheck vorteile

Die einzelnen Produktinformationen werden von den engagierten Machern gesammelt, können aber durch die Webcommunity ergänzt werden. (Wer fühlt sich berufen??!!) Auf Codecheck kann man nicht nur die Produkte selbst begutachten und bewerten. Hier gibt es auch eine Fülle an Informationen und Nachrichten, die für den Verbraucher relevant sind.

Alles im allem haben die Macher gute und wertvolle Arbeit geleistet. Dafür öffne ich gerne meine Geldbörse.

 

 




Read full story · Comments { 0 } · Juli 30, 2013 ·
Gesellschaft, Leben und Lieben >>

Das Geschenk des Friedens

Ich habe die seltsame Angewohnheit, hin und wieder Geschichten aus dem Krieg zu lesen. Das macht mir keinen Spaß. Im Grunde will ich noch nicht einmal wirklich wissen, was alles Grauenvolles in der Welt geschieht oder passierte.

Aber wenn mich die Stimmung packt, in der ich mit meinem Leben nichts anzufangen weiß… oder irgendwie das Gefühl bekomme, mir wachsen Probleme oder Forderungen über den Kopf. Dann weiß ich: Es ist Zeit, Carolin Emcke aus dem Regal zu holen.
Sie schreibt „VON DEN KRIEGEN„, die sie als Journalisten miterlebt hat. Sie veröffentlicht hier Briefe an ihre Freunde und Familie, die sie aus den Krisengebieten heraus geschrieben hat. Oder im Nachhinein verfasst hat, um Erlebtes zu verarbeiten.

Geschichten fremder Menschen

Ich lese nur kapitelweise. Manchmal sogar noch weniger. Lese von den Menschen, wie sie in Situationen grenzenloser Ohnmacht leben. Wie sie Gewalt und Ungerechtigkeit erfahren. Freunde oder Familie verlieren. Und es tut so weh. Beim Lesen. Die Vorstellung allein, das Mitempfinden tausende Kilometer entfernt.

Da ist das Bild des zehnjährigen Mädchens aus Gjakova, das vor den ausgebrannten Trümmern ihres früheren zu Hauses stand und ohne Unterbrechung redete, wirr und wie zusammenhangslos. In dem Haus waren ihr Vater, ihr Bruder, ihre Tante und zwei ihrer Cousins umgekommen. Die Soldaten hatten sie und ihre Mutter aus dem Haus geschickt, dann die verbliebenen Männer umgebracht und das Haus angezündet. Emcke schreibt:

Ich kann nicht vergessen, wie sie da stand, auf ein paar Mauersteinen, leicht schief, weil es keinen ebenen Boden mehr gab; dass sie nicht richtig sprechen konnte, uns zeitweise nur wortlos anstarrte, dann weiter sprach und so gar nicht wütend wirkte. Sie war still und ruhig, nur hin und wieder schien sie irritiert, wenn sie merkte, dass sie das Kunststück nicht mehr beherrschte: Wie man Sätze bildet und etwas Sinnvolles mitteilt.

Ich lese von diesen Menschen… es schnürt mir die Kehle zu, es macht mich unendlich traurig. Wie eine Familie auf dem Boden ihres Hauses rumkriechen muss, weil draußen Armee und Rebellen seit Stunden im Schusswechsel sind. Das Tränengas, das durch das Fenster in der Küche landet führt zu einem Schreikrampf der Kleinen… und die Katze würgt sich fast zu Tode. Ich bin immer wieder fassungslos.
Und dann wird meine kleine Welt wieder „ins rechte Licht“ gerückt. Dann komme ich wieder bei mir an und der unendlich großen Dankbarkeit die ich für dieses Leben empfinde.
Und der Dankbarkeit, in Frieden leben zu dürfen.

Das Geschenk, in einer friedlichen Welt zu leben

Es ist ein unglaubliches Geschenk, mit lieben Menschen gemeinsam in der Küche zu sitzen, zu plaudern, zu lachen, sich über den Tisch die Butter und das Brot zu reichen. „Magst du noch etwas vom Tomatensalat?“
Es ist ein wunderbares Geschenk, spazieren gehen zu können. Die laue Abendluft einzuatmen, das Wispern der Blätter in den Bäumen zu hören.
Frieden.

 

Frieden Ruhe Stille

Mit meiner Freundin abends die friedliche Stille am See genießen.

 

Ich kann in den Supermarkt gehen und die Regale sind gefüllt mit so vielen Sachen, mit soviel Luxus. Ich hab Lust auf Vanillepudding, auf Couscous mit Gemüse, oder doch lieber was anderes? Kein Problem. Es ist alles da. Wie als wär man König.

Ich lese Carolin Emcke und bewundere sie für ihren Mut. Warum sie immer wieder das Risiko eingeht, ihr Leben aufs Spiel setzt… um bei Fremden zu sein und freiwillig deren Schicksal zu teilen, wird sie oft gefragt. Sie hat selbst keine endgültige befriedigende Antwort parat. Aber sie schreibt:

Ich will Zeugin sein, bei den Menschen, denen Unrecht wiederfährt.
Aber der Krieg stößt mich ab.
Jedes Mal.
Es wird nicht weniger.
Ich gewöhne mich nicht daran.
Ich bin nicht fasziniert von Leichen und Verwüstung.
Mich widert es an.
In dem Moment, wo ich begänne, solche Reisen erträglich zu finden – würde ich aufhören.

kriege emcke „Von den Kriegen

Briefe an Freunde“

von Caroline Emcke,

2004




Read full story · Comments { 1 } · Juli 26, 2013 ·
Dies und Das, Leben und Lieben >>

Einfach mal „Danke!“ sagen – Menschen, die unserem Leben mehr Farbe geben

Was bedauerst du in deinem Leben am meisten? Und wer ist der Mensch, der dich am meisten beeinflusst hat im Leben? Zwei Fragen, die mir folgende Videos in mir aufgeworfen haben: Und diese Perlen möchte ich mit euch teilen!

 

Sich einmal die wichtigen Fragen stellen

Das ambitionierte Filmprojekt „fifty people one question“ stellt auf der Straße zufällig angetroffenen Menschen sehr tiefgründige Fragen – und manch einer lässt sich wirklich auf die Frage ein. Da kommen sehr bewegende Antworten und kurze Einblicke in des Menschen Seele zustande. Wie auch in dem Film auf den Straßen Irlands: Was ist es, was du am meisten bedauerst? Da gibt es das Mädchen, dass ihren kranken Großvater nicht mehr besucht hat, oder den alten Mann, der nach 50 Jahren erst die Frau seines Lebens geheiratet hat und mit ihr nur noch ein Jahr hatte. Und es gibt auch recht viele, die guter Dinge sind und meinen: Ich bereue nichts, ich nehme das Leben wie es kommt.

Dieses Video hat mich sehr nachdenklich gestimmt und weil es sich so viel Zeit lässt, rührte es doch an den wunden Punkten in mir… da kamen Bilder hoch und bald kullerten die Tränen. Auch wenn ich nicht wirklich etwas in meinem Leben bereue… also nichts, was ich getan habe… so tut es mir doch in der Seele weh, meiner Mutter nicht oft genug gezeigt oder gesagt zu haben, wie sehr ich sie liebe.

Ich fühle so unendliche Dankbarkeit meiner Mama gegenüber und es tut mir leid, dass ich das so selten zeige. Sie ist so lieb und voller bedingungsloser Liebe mir gegenüber – und ich bin zu oft ungeduldig und unwirsch, anstelle über Kleinigkeiten hinweg zu sehen und einfach nur unserer Liebe nachzuspüren und ihr meine Liebe genauso frei zurückzugeben, wie sie es auf jeden Fall verdient. Sie ist immer für mich da, wenn ich sie brauche und sie nimmt mich im Grunde so, ganz gleich wie ich bin. Sie nimmt mich wenn ich schreie und schimpfe, wenn ich froh bin, oder laut und übermütig, sie nimmt mich wenn ich krank bin und mich nicht stark fühle, sie ist bei mir und trägt mich… Ach danke danke danke Mama! Es tut mir leid, dass ich dir meine Liebe so verschweige.

 

Dankbarkeit zeigen – Sag den Menschen, wie du fühlst!

Heute bin ich auf eine Kurzdoku gestoßen über ein wissenschaftliches Experiment zum Thema Glücklichkeit (haha, gibt es das Wort überhaupt?). Sie ließen die Menschen sich hinsetzten und einen Augenblick nachdenken, wer ihnen im Leben am meisten mitgegeben hat. Wer hat dir etwas besonders Gutes getan? Aber schaut selbst:

 

 

Ich kenn das Gefühl, so dermaßen dankbar zu sein, dass ich fast platze vor Gerührtheit. Doch selten ergreife ich die Chance, dem Menschen dann auch zu zeigen, wie sehr ich bewegt bin. Wie sehr ich dankbar bin, dass es ihn in meinem Leben gibt. Warum eigentlich? Wenn Menschen mich glücklich machen, sollten sie das auch wissen dürfen, oder? :)

 

Freunde sein und Sommerzeit




Read full story · Comments { 7 } · Juli 12, 2013 ·
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