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Vogelstimmen imitieren lernen – CD-Rezension

Ich wollte schon immer wie ein Vogel singen können. Jetzt weiß ich, wie es möglich sein kann!

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... weiterlesen · noch keine Kommentare · April 2, 2017 ·
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Da steht ne Kuh auf der Flur…

Wenn ich heute im Supermarkt vor dem Regal mit den Milchprodukten stehe, muss ich häufig an meine winterliche Recherche über Kuhhaltung denken. Im Frühjahr war ich auf einem Demeter-Biohof und habe mir angeschaut, wie Milchkühe artgerecht gehalten werden und anschließend schaute ich bei der sogenannten Rindergilde vorbei, die ihre Kühe Sommers wie Winters im Freien halten. Dabei wurde mir eines klar: diese respektvolle Tierhaltung ist das Mindeste, was als Standard angenommen werden sollte!

Hier mein Artikel für die dritte Ausgabe des Regionalmagazins “Unser Herzogtum” (S.22-28):

 

Weidewildnis: Ein Paradies für Mensch und Tier

Ich bin glücklich, dass ich über die Jahre zu einem Dorfkind geworden bin. Auf meinen Spaziergängen begegnen mir nicht nur Rehe und Hasen, sondern auch Fasane, Füchse und allerlei Vogelarten, deren Namen ich nicht weiß! Und wäre da nicht der Zaun, der ein Riesenareal von Wiese vom Weg abtrennen würde, kämen mir auch die Kühe wie frei lebende Wesen vor. Gestern hielt ich einer Schwarzbunten meine Hand über die Abgrenzung, sie kam neugierig gelaufen und pustete weich ihren warmen Atem auf meine Finger. Warum haben nur so wenig Menschen mehr Respekt vor euch?

Kühe sind total seelenhafte Wesen.

(Florian Gleißner, Domäne Fredeburg)

Wer die Augen nicht vor der Realität von den Auswirkungen unseres massiven Fleisch-und Milchprodukte-Konsums verschließen will, findet ausreichend erschreckende und ernüchternde Fakten im jährlich erscheinenden Fleischatlas der Heinrich-Böll-Stiftung. Doch wir brauchen uns eigentlich nur einmal genau umschauen, und uns fragen: WO sehen wir heutzutage noch Kühe auf den Wiesen? Und wieviele sind das schon? Wo stehen all die Millionen (!) Milchkühe, deren 7,5 Millionen Tonnen Milch wir jährlich in Milchprodukten verzehren? 98% der Milchkühe werden konventionell gehalten. Quasi alle! Auf der Verpackung prunkt eine glückliche Kuh auf der Wiese, doch die Wirklichkeit sieht ganz anders aus.

Das ist das Fatale: Wir kriegen heute schon Prämien dafür, dass wir die Tiere wieder rauslassen auf die Weide (sogenannte Weideprämie)  Das ist für mich das normalste der Welt, dass ich meine Tiere rauslasse. Und offiziell heißt es denn artgerechte Tierhaltung. Wo gibt’s denn sowas überhaupt noch?

(Erdmann Voss, ErdmannsHof Krukow)

 

Naturschutz durch artgerechte Tierhaltung

Dass sich die Natur wieder erholen kann und ihren Lebensraum zurückerobert, wenn wir ihr die Möglichkeit dazu geben, gibt Anlass zur Hoffnung. Doch wie schön könnte unsere Welt aussehen, wenn ein fairer Umgang mit der Pflanzen-und Tierwelt die Norm wäre? Dieses Video über Crawinkel gibt einen kleinen Eindruck davon:

 

weidewildnis-kuh-artikel

PS: Und ja, alle Kühe tragen einen Namen!

 






... weiterlesen · noch keine Kommentare · Juli 5, 2016 ·
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Altbacken: Es war ein mal ein Bäckereihandwerk

Ich gehe in den Supermarkt und dort gibt es seit ein paar Jahren diese super praktischen Selbstbedienungskästen. Brötchen, Brote, Küchelchen. Manchmal noch ganz warm. Und frisch? Wohl kaum.

bäckerei handwerksbäckerei

Traditionelle Handwerksbäckereien sind immer seltener zu finden

 

Seit diesem Jahr studiere ich online Journalismus, um meine Schreibfertigkeiten ein bisschen auf Vordermann zu bringen. Natürlich müssen da auch “echte” Artikel her, neben den üblichen Blogbeiträgen. Mein erster Anlauf galt dem Bäckereigewerbe. Ich esse jeden Tag Brot und fragte mich: Wo gibt es eigentlich überhaupt noch “echte” Bäcker? Wo der Bäcker in seiner Stube sitzt, und den Teig mit bloßen Händen knetet? Die Antwort war erschreckender, als ich befürchtet hatte: Kaumwo.

bäckerei handwerk artikel Mein Artikel erschien in der ersten Ausgabe von “Unser Herzogtum” und ist hier (S.26/27) nachzulesen.

 

Handwerksbäckereien vom Aussterben bedroht

Der Durchschnittsdeutsche vertilgt im Jahr rund 45kg Brot & Brötchen. Bei gleichbleibenden Verbrauch nimmt die Zahl der Bäckereibetriebe aber kontinuierlich ab. In den letzten 10 Jahren ist ein Rückgang von 20% zu verzeichnen. Da muss man kein Milchmädchen sein, um sich ausrechnen zu können, was das bedeutet: Weniger Betriebe, gleicher Verbrauch: heißt also mehr größere Betriebe oder Import aus dem Ausland. Beides ist der Fall.

Der weite Weg eines gedopten Brötchens

Dein Supermarkt um die Ecke bestellt im Distributionscenter in Berlin regelmäßig kiloweise Pakete Backwaren. Die hat es sich im Katalog ausgesucht. Zum Beispiel bei DewiBack, einer enorm großen Lagerhalle mit über 800 verschiedenen Sorten Brot, Brötchen und Kuchen. Berlin bestellt diese Lagerware bei einer Industriebäckerei in Polen (oder auch China). Dort steht eine riesige Industrie, die zigtausende Brote in einer Stunde produziert. Hunderte Meter Fließband-Backstraße. Maschinen kneten den Teig, Maschinen formen das Brot. Bäcker sind das nicht, die hier arbeiten, soviel ist gewiss. Nach einem Vorbackprozess werden die Brote eingefroren und anschließend verpackt. Manche frieren die Teiglinge auch roh ein. Das Problem an der ganzen Sache? Mal abgesehen davon, dass 1000e LKWs täglich durch Europa fahren, um dein Brot zum Supermarkt zu bringen – stoßen mir auch noch andere Sachen unangenehm auf:

  1. Die Brote und Brötchen sind oft mehrere Wochen oder gar Monate alt. Von frisch kann da keine Rede sein. Das ist quasi aufgewärmtes Essen.
  2. Der ganze Verpackungsmüll, der dabei entsteht & die Plastik, in die alles eingepackt wird.
  3. Vielfalt, Qualität und Wissen stirbt aus. In ganz Deutschland findet man in den Supermärkten dasselbe Brot. Ob nun Lidl, Aldi oder Edeka: sie alle werden vom gleichen Anbieter beliefert!
  4. Damit der Teig von Maschinen bearbeitet werden kann, braucht es Chemie. Unsere Brote aus dem Supermarkt werden mit einer endlosen Reihe an Zusatzstoffen, Enzymen und Backtriebmitteln versehen. Und keiner weiß so recht, was da alles drin ist.

Die Liste der erlaubten Stoffe ist lang. Oft müssen sie nicht einmal deklariert werden, weil sei beim Backen angeblich zerfallen, bzw. ja nur “technische Hilfsstoffe” sind.

  • Bromat, Azodicarbonat, Benzoylperoxid, Calciumperoxid, Calciumcetat, Carboxymethylcelluose usw. sind zum Beispiel da für Feuchtigkeit, Geschmack, Haltbarkeit, Aussehen (Kruste), Volumen, Sensorik (Mundgefühl), Teiggängigkeit
  • Enzyme sind künstlich veränderte Eiweiße, haben ebenfalls so exotische Namen wie Amylasen (helfen beim Aufgehen), Proteinasen, Glucoseoxidasen, Peroxidasen, Lipoxigenasen, Xylanasen (für die Elastizität), Lipasen usw.

Und was ist eigentlich drin im Brot, beim guten alten Bäcker?

Mehl, Wasser, Hefe, Salz. That’s it!

 

Wo sind all die guten Bäcker hin?

Ich habe mich also aufgemacht, einen Exoten dieser bedrohten Menschenart zu besuchen & mir eine Backstube im Original angeschaut. Für die Fotoaufnahmen musste ich um 4 aus dem Bett, da war der Bäckermeister mit seinem Gesellen schon ein paar Stunden auf den Beinen. Um 2 Uhr nachts stehen die auf der Matte und sind bis 8 Uhr am werkeln (und bis Mittag dann mit Aufräumem beschäftigt…). Die Brötchen kommen gegen 4 Uhr in den Ofen, die Brote dann um 5. Ein Lehrling war dabei, die Kuchen zu zu bereiten, während der Bäckermeister und der Geselle per Hand die Teiglinge formten. Geredet wurde eigentlich gar nicht. Nur super beflissen gearbeitet. Zack zack, nächstes Brot!

Die Suche nach so einem echten Handwerksbäcker gestaltet sich auch etwas schwierig. Nicht alle Bäcker sind in der Innung, weil das extra kostet. In der Handwerkskammer müssten alle verzeichnet sein, aber die Online-Datenbanken wiesen auch hier massig Lücken auf. Dann gibt es so Initiativen wie brot-test.de, wo angeblich die “echten” Bäckereien zu finden sind. Mein Kleinbäcker war da aber nicht aufgeführt, hingegen aber die Großbäckereien der Region. Eine telefonische Nachfrage ergab: in die Übersicht kommen die Bäckereien, die ihre Brote testen lassen. Dafür haben kleine Bäckereien natürlich auch wieder kein Geld! Und die Großbäckereien, sind die nicht vielleicht doch okay? Bei 150 bis 200 Filialen der typischen Großbäckereien… und gleichzeitig nur im Schnitt zwei bis drei Backstuben… kann sich wieder nicht nur das Milchmädchen ausrechnen, dass auch hier nicht “von Hand” gebacken wird. (heißt: Zusatzstoffe im Brot, damit die Maschinen den Teig verarbeiten können. und heißt auch: eingefrorene Teiglinge die an die Verkaufsstellen geliefert werden…)

Tipp: Traditionelle Backstuben erkennt man am Namen. Die heißen noch Remmert, Oldenburg oder Heyderich… weil als kleine Familienbetriebe sie einfach ihren Namen verwenden. Auch können kleinere Bäckereien unmöglich mehr als 5 Filialen haben, um den Aufwand noch zu schaffen. Es gibt auf zeit.de auch eine Deutschlandkarte mit Handwerksbäckereien auf Kundenempfehlung – hier fehlen zwar auch eine Menge Backstuben, aber ein paar Referenzen klingen wirklich traumhaft:

Eigene Backstube hinter dem Verkaufsraum, der Bäcker kommt noch mit Körben und duftenden Brötchen in den Laden…… am Samstag und Sonntag stehen die Menschen aus dem Viertel und der Umgebung geduldig Schlange

 

Unser täglich Brot gib uns heute!

Und woran erkennt man nun ein gutes Brot? Leider nicht am Aussehen, denn die “Landbrot-Optik” wird ganz einfach gefaked! Die aufgebackenen Brötchen schmecken mehr nach Pappe und werden super schnell hart. Wirklich frisches Brot hält sich länger! (Es sei denn es wurden Konservierungsmittel mit reingemischt…)

Ein Blick auf die Zutatenliste lässt auch schon erahnen, woher das Brot in Wirklichkeit stammt. Auch leuchten bei mir die Alarmlampen, wenn da Zucker mit drin ist.

Ein neues Smartphone kostet 100 bis 800 Euro. Wieviel Brote und Brötchen in guter Qualität könnte man sich anstelle dessen leisten? Sind gute Nahrungsmittel nicht das kostbarste, was wir haben?

 






... weiterlesen · { 6 } Kommentare · April 30, 2015 ·
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Wieviel Charlie darf’s sein? Welchen Sinn haben Spott und Provokation?

Mein Freund Hardy fragt sich: “Bin ich wirklich Charlie?” Und meint nach einigem Nachdenken: “Nein, ich bin immer weniger Charlie!” Weil er nicht möchte, dass Meinungsfreiheit bedeutet, andere – und sei es nur mit dem Stift – anzugreifen und etwas, was ihnen heilig ist, zu verhöhnen oder zu verunglimpfen.

Ich hab Hardy’s Gedanken mit großem Interesse gelesen. Das ist etwas, worüber wir uns einen Kopf machen sollten. Und da Hardy keinen eigenen Blog hat, wird sein Text nun bei mir veröffentlicht. Kommentare wie immer willkommen :)

 

jabberworks - sending love

Bild von Sarah McIntyre – originally tweeted as jabberworks

Bin ich wirklich Charlie?

Von der Freiheit der Karikatur

Gastbeitrag von Hardy

Ich habe in den letzten Tagen im Zuge der Ereignisse in Frankreich viel gesehen, was im Namen der Freiheit gepostet und aus Solidarität zu Charlie Hebdo (jetzt erst recht!) veröffentlicht wurde. Es macht mich sehr nachdenklich! Ich finde schockierend, mit welcher Selbstverständlichkeit “die freie Welt” viele Hundert Millionen Menschen in ihren Gefühlen beleidigt (oder das zumindest billigend in Kauf nimmt), wie sie sich zornig, empört, selbstgerecht und arrogant über ihren Glauben und ihre Traditionen lustig macht.

Darf man eine so große Gruppe Menschen so pauschal zusammenfassen und mit einem Federstrich abwatschen? Ist es gerechtfertigt, einen nicht unerheblichen Teil der Weltbevölkerung ausschließlich über ihren Glauben zu definieren und zu beurteilen? Klar, das ist auch in anderen Zusammenhängen in den freien Gesellschaften gängige Praxis – dort, wo sich Dummheit, Phobie und Intoleranz (übrigens alles Merkmale der Unfreiheit) gegen eine Gruppe / Minderheit wenden (z.B. Homosexuelle). Ist das legitim, weil es unter diesen vielen Hundert Millionen gefährliche Wirrköpfe gibt, die eine Religion für ihre weltlichen Interessen bis zur Unkenntlichkeit verbiegen und mordend im Namen ihres Gottes durch die Welt ziehen? Darf man so handeln, selbst wenn die überwiegende Mehrheit der Muslime das genauso verkackt findet wie wir – ohne dabei jedoch grundsätzlich am Wert ihrer Religion zu zweifeln? Wäre hier nicht sinnvoller, sich um ein „Bündnis der Freiheit“ über Religionen und Weltanschauungen hinweg zu bemühen, statt den Spaltkeil des Spotts und der Provokation an die Schnittstelle zu setzen?

Religionen werden seit jeher instrumentalisiert

Religionen sind nicht pauschal schlecht oder gut. Sie teilen dasselbe Schicksal mit anderen “Unterscheidungsmerkmalen” (Herkunft, Ethnie, Hautfarbe, Sexualverhalten, Bildung, Geschlecht, soz. Status usw.): dass einzelne Menschen, Organisationen, Staaten, politische Systeme sie instrumentalisieren, um ihre Anliegen (Machterweiterung, Eroberung, Ausbeutung, Unterdrückung, Wertemission usw.) zu rechtfertigen oder umzusetzen. Für derartige Vorhaben braucht es immer eine Masse Mensch im Gleichschritt der Überzeugungen, in ideologischer Uniform, mit einem gemeinsamen Schlachtruf, der mit Herzblut vertreten wird. Religionen eignen sich dafür hervorragend! Kein Wunder also, dass sich immer genügend Menschen finden, die den Stechschritt mitmachen, in der Uniform aufgehen, die Parolen auswendig lernen – und (Herz-)Blut fließen lassen. Das heißt aber nicht, dass diese „Kämpfer für die gerechte Sache“ kompetent über die Inhalte des Glaubens oder die Strategien im Gesamtzusammenhang im Bilde wären! Sie sind Handlanger, nicht mehr.

Das funktioniert auf allen Seiten! Was wissen die Terroristen wirklich vom Islam? Und: was wissen wir wirklich vom Islam?

Das Karussell der Geschichte

Die Geschichte ist voller Beispiele, in denen die Völker, Reiche und Führer der Welt Mitläufer und Aktivisten unter (haarsträubend dummen) Ideologien versammeln, um ihr Süppchen zu kochen – das oft genug Andere auslöffeln müssen. Deutsche sind im 20. Jahrhundert zweimal aufgebrochen, um die (Welt-)Herrschaft zu erringen. Auf ihren Koppelschlössern stand in beiden Kriegen “Gott mit uns”. Auch in unserem Land haben gläubige Menschen, die es besser hätten wissen müssen, weggeschaut, sind geblendet mitgelaufen oder haben die Bewegung gar kräftig angeheizt. Das Ergebnis waren über 70 Mio. Tote zwischen 1914 und 1945 – und verwüstete Länder. Diese Kriege waren so unheilig wie alle, die aus niederen Beweggründen angezettelt werden. Sie haben keine religiösen Ursachen! Weder in Nordirland, noch in Bosnien oder Sri Lanka – you name it.

Mit einigem Abstand offenbart sich dem Betrachter immer dasselbe Bild: jeder (heilige) Krieg beginnt mit Lügen, gezielter Beeinflussung, Diffamierungen und schlimmer Pauschalisierung, um Menschen für ihn zu gewinnen. Das klappt auf allen Seiten, unabhängig vom Glauben, von Nationalität oder Gesellschaftsordnung. Laufen wir nicht Gefahr, denselben Mechanismen auf den Leim zu gehen?

Sören Kierkegaard sagt: das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden. Ich füge hinzu: wer im Rückwärtsblick etwas verstanden hat, kann (nein: MUSS!) im Vorwärtsleben anders handeln, statt sich besoffen zu drehen auf dem ewigen Karussell der Geschichte!

Wir sollten uns genauso wenig hinter menschenverachtenden Karikaturen und abendländischen Wutparolen versammeln, wie die Gläubigen des Islams unter schwarzen oder grünen Fahnen des Hasses und der Gewalt. Nicht nur die Anderen betreiben Eskalation und Polarisierung – auch wir. Wir sollten dabei nicht in dieselben sinnlosen Rechtfertigungsdiskussionen verfallen, wie Schüler aufm Schulhof: “DER hat aber angefangen!” Schlechte Karikaturen bleiben schlecht, auch und gerade, wenn sie dem Zorn und der Menschenverachtung entspringen.

Zur Frage: “Bin ich Charlie?”

Nein, ich bin immer weniger Charlie! Es wird mir unter dieser Parole (genau wie montags auf der Straße) zu viel in einen Topf geworfen. „Ja!“ zu Meinungsfreiheit. „Ja!“ zu “nicht-kuschen-vor-Einschüchterung”. Aber entschieden „Nein!“ zu einem pauschalen „jetzt erst recht!“ und zu einem Wettkampf der bissigen Karikaturen. Ich weiß, Differenzierungen sind nicht leicht und haben immer den Beigeschmack des Spaltertums! Aber wenn wir eines nicht brauchen, dann ist es pauschale Aggression und blinde Diffamierung.

Nichts gegen ein “gutes” Satiremagazin…. ich kannte Charlie bis dato nicht und kann die Arbeit gar nicht beurteilen. Hätte ichs gekannt, hätte ich wahrscheinlich die Karikaturen gegen Muslime nicht beklatscht. Die eigenen Politiker und Systeme aufs Korn zu nehmen, vor der eigenen Haustür zu kehren, das ist eine andere Liga! Auch nach den Anschlägen in Paris kann und will ich manche Zeichnung einfach nicht prima finden, nicht mal aus Solidarität! Ich schließe mich einer Französin an, die vorgestern auf N24 sinngemäß sagte (und gut, dass SIE es gesagt hat): Charlie Hebdo hat manchmal wirklich tolle Sachen gebracht – aber das darf man nun unter dem Eindruck der Ereignisse nicht idealisieren. Eine ganze Menge davon war auch ziemlich platt und stumpf.

Yepp! “Hau rein in die Kerbe” ist eben nicht unbedingt eine Fackel der Freiheit und auch kein Merkmal guten Journalismus´! Jetzt eine Flut von Karikaturen und “freier Meinungsäußerung” der abfälligsten Art zu bringen, um zu demonstrieren, wie frei und mutig wir sind, mutet bockig, kindisch, maßlos an. Der Kollateralschaden (ich nutze diesen Begriff an dieser Stelle ganz bewusst!) ist mir einfach zu groß! Zorn und Entsetzen lässt uns leicht denselben Fehler machen, den wir den Menschen auf der Straße zwischen Dresden und Darfur, zwischen Köln und Kirkuk machen: blind aufzugehen in einer diffusen Masse, falschen Propheten hinterher zu laufen und richtig dumme Dinge zu tun und zu rufen!

Von der Freiheit der Karikatur

Satire und Humor sind immer dem individuellen Urteil unterworfen. Ob etwas witzig, treffend oder geschmacklos ist, dazu gibt es – erFREIlicherweise – mehr als eine Ansicht. Und nicht immer werden vergleichbare Vorgänge gleich bewertet: würde eine pauschale und gesellschaftlich breit akzeptierte Verunglimpfung z.B. gegenüber dem Judentum erfolgen, wäre das antisemitisch und man müsste sich den Vorwurf der Volksverhetzung gefallen lassen. Hier haben wir aus der Geschichte gelernt. Daher braucht es quasi in diesem Fall nur noch eine “Transfairleistung”.

Ich habe übrigens nichts gegen Karikaturen, die auf die Dummheit und die Intoleranz des Terrors und seiner Handlanger zielen. Aber warum muss es “der Arsch des Propheten” sein, eine Verspottung betender Muslime – und das Bedienen ewig gleicher (und größtenteils falscher) Vorurteile über Muslime und ihre Kultur? Wem dient das? Ich denke, es radikalisiert. Wasser auf die Mühlen der blöden bei uns – und der Blöden in muslimischen Kulturen. Wir schaffen eine Kluft, die uns von Menschen trennt, die eigentlich genau wie wir gegen Terror und Unfrieden sind. Muss man in diese Kerbe hauen, um freie Meinungsäußerung zu demonstrieren? Auch in muslimischen Kulturen wissen zwar die Wachen, Offenen und Interessierten genau, dass nicht alle im Westen ihre “Feinde” sind – aber die Masse ist eben (wie bei uns) eher kurzschlussgefährdet.

Im Land der Steuerflüchtlinge und Geizgeilen darf man noch immer behaupten, Menschen mit Migrationshintergrund seien in der Mehrheit Sozialbetrüger und auch Flüchtlinge kämen nur, um in die Kassen zu greifen oder unser “christliches Abendland” kaputt zu machen. Wie sonst käme es zu Pediga? Für viele wichtige, gesellschaftspolitische, soziale, ökologische Themen kriegst du keine Sau mehr auf die Straße, um Missstand zu beklagen und Veränderung zu fordern. Doch für ein christliches (!) Abendland wabert allmontaglich ein Teil des Volks durch die feuchtkalten Straßen, statt aufm Sofa zu sitzen?! Erstaunlich!

Rassismus bleibt Rassismus, auch wenn man meint, gute Gründe zu haben. Er fängt klein an und nutzt geschickt viele Deckmäntelchen, um sich eine Stimmung zunutze machen, um Ideologien zu verbreiten, Angst zu schüren, aufzuhetzen oder wehzutun. Auch schlimme, verabscheuungswürdige Anschlägen machen ihn für mich nicht hoffähig. Rassismus und Respektlosigkeit sind immer daneben, auch in Form einer Karikatur. Und komplexe Probleme löst er schon gleich gar nicht!

Danke fürs geduldige Lesen!






... weiterlesen · { 5 } Kommentare · Januar 13, 2015 ·
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Selbststudium Fernstudium Studium Generale … von der BILDUNG im Alltag

Ich liebe es, meinen Horizont zu erweitern. Neue Dinge zu erfahren. Die Welt besser kennenzulernen. Und uns Menschen.
Das Tolle an einem Studium ist diese hochwissenschaftliche Atmosphäre. Hier werden Zweifel zu Forschungsfragen. Hier entstehen nach der Beantwortung der Fragen wieder neue Fragen. Diese Heiligkeit des WISSENS und FORSCHENS. Nach dem, was die Welt “im Innersten zusammenhält”.
Besonders beeindruckend finde ich Professoren und Dozenten, die sich vollkommen Ihrem Wissensgebiet verschrieben haben – und uns an ihrem Enthusiasmus, ihrem Feuer für die Sache, teilhaben lassen.

Leider ist ein Zweitstudium ja kosten-und zeitintensiv. Und da ich mich gar nicht auf eine Wissenschaftsecke spezialisieren möchte, kam mir die Idee eines Studium-Generale. Ich stecke gerne meinen Kopf in allerlei Fachrichtungen. Schnupper hie und da den Wind der Forschung. Und bilde mir am Ende aus diesem Puzzle meine ganz eigene Weltsicht.

Glücklicher Weise gibt es inzwischen auch schon online so viele Möglichkeiten, meinen Wissensdurst zu stillen.

Weitere Linktipps sind sehr willkommen!

Wissenschaft

Portale mit aufgezeichneten Vorlesungen und Seminaren von Universitäten: 

Sprachen online lernen

  • duolingo – Sprache lernen durch simples Übersetzen
  • memrise – Vokabelkurse für jedermann – Vokabeln werden solange geübt, bis sie ins Langzeitgedächtnis gelangt sind

Allgemeinwissen

  • KhanAcademy – wer mag kann auf seinen Wissensstand geprüft werden und darauf aufbauend dann Lernkurse belegen. Hab mich gerade in der Mathematik versucht… ach, fast alles wieder aus der Schulzeit vergessen! Wie errechnet man noch einmal die dritte Wurzel einer Zahl? Zahl hoch eindrittel? Und wie errechnet man “hoch ein Drittel”? hahahah.
  • MIT OpenCourseWare – soweit ich die Website richtig verstandne habe, kann man sich hier die Skripte/Präsentationen (PDFs) einzelner Vorlesungen herunterladen (Themen hauptsächlich Technologie) – eine Übersicht von auf Video aufgezeichneten Seminaren gibt es hier: Video-Lectures
  • lumosity – Gehirnjogging: spielerisch Konzentration, Schnelligkeit und Erinnerungsvermögen trainieren
  • cliffsnotes – alles was Studenten und Schüler so lernen müssen (pardon: wollen), wird hier kompakt & thematisch geordnet zusammengefasst

Musikinstrumente

Bücher, Texte, Bücher…

  • gutenberg – Originaltexte und vollständig

Webdesign, Computer, Programmieren

Beruf, Finanzen & Wirtschaft

  • investopedia – falls ich mich ja mal tiefer in Geldfragen und finanzielle Angelegenheiten der Welt und des Business stürzen will, würde ich wohl hier meine Recherche nach Fachwissen beginnen
  • mindtools – Strategie, Teammanagement, Projektmanagement, Kommunikations-Skills… sowas eben!

Sonstiges

  • information is beautiful – Sammlung interessanter Videos, Infografiken oder Übersichten, die ein Thema gekonnt zusammenfassen und somit Wissen auf andere Art denn langer Text und viel Gerede darstellen…
  • howstuffworks – interessantes und unnützes Wissen
  • doccheck – Videos zum Thema Medizin

 






... weiterlesen · noch keine Kommentare · Januar 20, 2014 ·
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Alle Zeit der Welt.

Ich möchte wieder die Zeitlosigkeit eines Kindes.

Ich möchte wieder, dass eine Woche unendlich ist

und der Tag, die Stunde soviel für mich bereit hält,

dass ich mich darüber vergesse.

Und wie ein Krug mit Wasser,

so werde ich mit Erlebnissen und Empfindungen gefüllt.

So nehme ich die ganze Welt in mich auf.

Und ihre Unendlichkeit ist dann auch in mir.

Ich würde mich nie mehr fragen,

wo der Sommer geblieben ist,

und wohin die Wolken mit all den Jahren gezogen sind.

Ich wäre hier.

Ohne alle Zeit, mit aller Zeit der Welt.

wind und sonne






... weiterlesen · { 2 } Kommentare · September 9, 2013 ·
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Einfach mal “Danke!” sagen – Menschen, die unserem Leben mehr Farbe geben

Was bedauerst du in deinem Leben am meisten? Und wer ist der Mensch, der dich am meisten beeinflusst hat im Leben? Zwei Fragen, die mir folgende Videos in mir aufgeworfen haben: Und diese Perlen möchte ich mit euch teilen!

 

Sich einmal die wichtigen Fragen stellen

Das ambitionierte Filmprojekt “fifty people one question” stellt auf der Straße zufällig angetroffenen Menschen sehr tiefgründige Fragen – und manch einer lässt sich wirklich auf die Frage ein. Da kommen sehr bewegende Antworten und kurze Einblicke in des Menschen Seele zustande. Wie auch in dem Film auf den Straßen Irlands: Was ist es, was du am meisten bedauerst? Da gibt es das Mädchen, dass ihren kranken Großvater nicht mehr besucht hat, oder den alten Mann, der nach 50 Jahren erst die Frau seines Lebens geheiratet hat und mit ihr nur noch ein Jahr hatte. Und es gibt auch recht viele, die guter Dinge sind und meinen: Ich bereue nichts, ich nehme das Leben wie es kommt.

Dieses Video hat mich sehr nachdenklich gestimmt und weil es sich so viel Zeit lässt, rührte es doch an den wunden Punkten in mir… da kamen Bilder hoch und bald kullerten die Tränen. Auch wenn ich nicht wirklich etwas in meinem Leben bereue… also nichts, was ich getan habe… so tut es mir doch in der Seele weh, meiner Mutter nicht oft genug gezeigt oder gesagt zu haben, wie sehr ich sie liebe.

Ich fühle so unendliche Dankbarkeit meiner Mama gegenüber und es tut mir leid, dass ich das so selten zeige. Sie ist so lieb und voller bedingungsloser Liebe mir gegenüber – und ich bin zu oft ungeduldig und unwirsch, anstelle über Kleinigkeiten hinweg zu sehen und einfach nur unserer Liebe nachzuspüren und ihr meine Liebe genauso frei zurückzugeben, wie sie es auf jeden Fall verdient. Sie ist immer für mich da, wenn ich sie brauche und sie nimmt mich im Grunde so, ganz gleich wie ich bin. Sie nimmt mich wenn ich schreie und schimpfe, wenn ich froh bin, oder laut und übermütig, sie nimmt mich wenn ich krank bin und mich nicht stark fühle, sie ist bei mir und trägt mich… Ach danke danke danke Mama! Es tut mir leid, dass ich dir meine Liebe so verschweige.

 

Dankbarkeit zeigen – Sag den Menschen, wie du fühlst!

Heute bin ich auf eine Kurzdoku gestoßen über ein wissenschaftliches Experiment zum Thema Glücklichkeit (haha, gibt es das Wort überhaupt?). Sie ließen die Menschen sich hinsetzten und einen Augenblick nachdenken, wer ihnen im Leben am meisten mitgegeben hat. Wer hat dir etwas besonders Gutes getan? Aber schaut selbst:

 

 

Ich kenn das Gefühl, so dermaßen dankbar zu sein, dass ich fast platze vor Gerührtheit. Doch selten ergreife ich die Chance, dem Menschen dann auch zu zeigen, wie sehr ich bewegt bin. Wie sehr ich dankbar bin, dass es ihn in meinem Leben gibt. Warum eigentlich? Wenn Menschen mich glücklich machen, sollten sie das auch wissen dürfen, oder? :)

 

Freunde sein und Sommerzeit






... weiterlesen · { 7 } Kommentare · Juli 12, 2013 ·
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Gedanken zum Alleinsein

Ich bin ein Freund der Sprache: Eine mir besonders liebe Beschäftigung ist es, die Wortherkunft zu ermitteln und Wortzusammenhänge zu verstehen. Es ist so etwas wie die Psychologie der Sprache, dem tiefergehenden unbewussten Sinn vom Gesagtem.

Nehmen wir den Satz: “Ich bin allein.” Häufig ist das ja konnotiert  mit einem unangenehmen Gefühl von Einsamkeit. Doch was sagt uns das Wort “allein”? Ich stelle mir dann immer (sehr unwissenschaftlich) vor, wie damals die Wörter entstanden sind. Vermutlich viel mehr aus dem Bauch heraus, aus einer Art intuitiven Weisheit über Zusammenhalt der Welt und die Zusammenhänge im Leben. Das hat so etwas ganz ursprüngliches, näher an der Wahrheit liegendes. Und wir nutzen heute diese Wörter, meist ohne den tiefergehenden Sinn zu erahnen, der hinter einem Wort liegen kann.

Mit “allein” ist das auf dem ersten Blick gar nicht so schwer: ALL – EIN. Alles ist eins?!

Mein etymologisches Wörterbuch (dtv, Wolfgang Pfeifer) gibt folgende Auskunft:

allein Adj. ‘ganz für sich’, mhd. alein(e) zusammengewachsen aus der Verbindung von ahd. ein, mhd. eine, ein mit verstärkendem ahd. mhd. al ‘ganz und gar’

Wer allein ist, ist als ganz und gar eine(r). Heißt das vielleicht auch, nur wenn du allein bist, kannst du wirklich “ganz du selbst” sein?

Suche ich mir das Wörtchen “all” im selben Wörterbuch steht da weiterhin:

all Adj. ‘umfassend, ganz’; leitet sich her aus einer Wurzel zu ie. *al- ‘wachsen’ gebildeten Partiziapialform ie. *alnos ‘ausgewachsen, vollständig, komplett’; durch Assimilation entsteht germ. *alla-. Daneben ist eine zweite Form germ. *ala- anzusetzen, wie sie durch ahd. alawari ‘freundlich’ (nhd. albern), got. alamans ‘Menschheit’ gefordert wird.

Na klar: alamans – alle Mann… = Menschheit ;)

Ich weiß nicht inwiefern diese Brücke geschlagen werden darf, jedoch komm ich nicht umhin bei der germanischen Form *alla an Allah, das arabische Wort für Gott zu denken. Und ja: ist denn Gott (Allah) nicht alles was existiert? Oder zumindest IN allem?

Zurück zu dem Wort “allein”. Das Wort “all” trägt also die ursprüngliche Bedeutung  von “wachsen” und “ausgewachsen” in sich.

Wer also allein ist, der ist vollkommen zu sich selbst gewachsen und gleichzeitig in seinem Sein mit allem was es gibt, dem Göttlichen, in sich vereint.

 

 

Foto: Burçin Esin

 






... weiterlesen · noch keine Kommentare · August 29, 2012 ·
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Wedder Wedder

Hallo ihr lieben, 

das gute zuerst, ich soll euch vom sommer grüßen, es geht ihm den umständen entsprechend gut und er freut sich über unsere anteilnahme.

wie ihr ja sicher schon mitbekommen habt, ist der sommer ein echter härtefall derzeit, aggressive sturmausbrüch, überschwemmende wolkenentladungen, nichts für schwache nerven…

 

Bild: Tim Daniels

… also habe ich ihn gestern mal zu mir nach hause eingeladen und er lag dann bei mir auf der couch. gut, das hat ihn einiges an überwindung gekostet, aber ich hab dann einen kleinen regentanz aufgeführt, nur um ihm mal kurz den spiegel vorzuhalten. als er mich dann da so rumhüpfen sah, fand er das grauenvoll, hehe – warum nur, kann ich gar nicht verstehen… – war dann aber kooperativ und zeigte sich gesprächsbereit.
meinen fragen nach derzeitigen belastungen wollte er erst ausweichen, aber als ich ihm mit alternativem swoodoo-voodoo auf die sprünge helfen wollte, platzen die umweltbelastungen nur so aus ihm heraus.
er fühlt sich derzeit extrem überfordert, die menschen wären nicht zimperlich im umgang mit den ressouecen, und das hat im laufe der jahre halt seine spuren hinterlassen. er bedauert das sehr, sieht es aber als einen erklärbaren, wenn auch oftmals unverständlichen und unnatürlichen prozess an.
der sommer ist also beruhigender weise weder verrückt noch wirklich desorientiert, durchlebt aber gerade aufgrund des zuviels eine identitätskrise, die sich darin äußert, dass er nicht mehr weiß, ob er lachen oder weinen soll – wir haben es bemerkt.
ich erzählte ihm dann von dem derzeit grasierenden burnout-phänomen und er war erleichtert, als er hörte, dass er damit nicht alleine ist. reden hilft.

in anlehnung an das alte kinderlied “…es war eine mutter, die hatte vier kinder, den frühling, den sommer, den herbst und den winter…” führten wir noch kurz eine kleine familienaufstellung durch. es war abenteuerlich, emotional und ziemlich komplex, aber am ende hat sogar die sonne geschienen.

auf die frage, was wir tun könnten, um ihm zu helfen, wieder mehr zu sich zu kommen, wurde er recht still und bat um mehr achtsamkeit.

tja, besser hätte ich es auch nicht sagen können.

versprechen konnte ich ihm nichts, außer euch davon zu berichten.

ich wünsche euch allen einen schönen sommer und erholsame ferien!

Vielen Dank für diesen Beitrag an Larissa

 

Bild: Kimb0lene






... weiterlesen · noch keine Kommentare · Juli 10, 2012 ·
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Vom Klang der Welt # Teil 1

Nun ist Joachim-Ernst Berendt auch an mein Ohr gelangt, und ja, ich bin so begeistert, dass ich sein Wissen mit euch teilen will.
“Die Welt ist Klang” heißt die erste Reihe der Soiree-Radiosendung, die in die Welt der Akustik einführt. Das klingt so hochgestochen.

“Wenn du auslöschst Sinn und Ton: was hörst du dann?”

ist eine erprobte Frage von Zen-Meistern des 11. Jahrhundert, über die Menschen seitdem lange lange meditieren. Was ich nicht weiß: ist mit Sinn der Tast- oder Hörsinn gemeint… oder die Sinnhaftigkeit des eigenen Lebens?

Die Mönche der fernöstlichen Länder meinen, wenn es einen Klang gibt, der darstellt, wie die Welt an sich klingt – oder aus welchem Laut alles entstanden ist, dann ist es der Klang des heiligen OM. Das OM voll tönend gesungen geht durch den ganzen Körper, vom Scheitel in den Bauch… und lässt alles in einen vibrieren. Spannend für mich war hierbei die Erkenntnis, die sich auch ganz leicht nachvollziehen lässt, wenn man OM eine Weile vor sich hinmurmelt: Richtig ausgesprochen ist es ja A-O-U-MMMM. Daraus kann sich leicht ein AAAouuummmnn bilden… was nur zeigt, wie sich aus dem OM das hebräische, christliche Amen geformt hat. OM ist Mantra. Amen ist Mantra!
Das finde ich wirklich bemerkenswert, und jetzt, da mir dieser Zusammenhang erschlossen ist, auch einfach nur logisch und “natürlich”.
Wenn aber das OM zu einem AMEN in unserem Kulturkreis wurde, heißt es doch, dass der Ursprung aller Spritualität derselbe ist… dass wir in unserer Vielfalt aller Glaubensrichtungen doch eigentlich eine gemeinsame Wurzel haben.

Foto: Kevin Cole






... weiterlesen · noch keine Kommentare · Mai 14, 2012 ·
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Gracias, liebes Leben danke.

Durch das Internet, durch Facebook und Youtube erfahren wir aus dem Leben von Menschen die wir sonst wohl nie kennengelernt haben. Da ist zB diese junge Frau die seit ihrer Geburt taub ist und mit 29 Jahren das Wunder der Technik erfährt und HÖREN kann. Und zwar ihre eigene Stimme. (das haut sie glatt um)

… ich bin so dankbar für meine Ohren, mit denen ich die Vögel hören kann und den Gesang zur Gitarre, Lieder in meinem Ohr und die Stimme und das Lachen der Menschen, die ich liebe…

 






... weiterlesen · noch keine Kommentare · April 17, 2012 ·
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Seinen Traum verwirklichen – mit eigenen Händen etwas schaffen!

Ich bin gerade über die eine kleine Kurz-Dokuserie “Made by Hand” gestoßen und freue mich über die Portraits von Menschen, die ihren ganz persönlichen Weg gehen. Der neueste Film handelt von einer Imkerin, die am Rand einer Großstadt Bienen züchtet.

Es ist für mich total inspirierend zu sehen, wie sie mit der ganzen Leidenschaft “ihre eigene Religion” lebt. Das lässt mich wünschen eines Tages vielleicht genau DIE eine Sache zu finden, für die ich geboren bin, eine Aufgabe, die mich ganz ausfüllt und glücklich macht.

Welchen Traum hast du, den du leben willst?

Was flüstert dir das Leben nachts im Traum zu?

Wonach sehnt sich deine Seele?

 






... weiterlesen · { 2 } Kommentare · März 26, 2012 ·
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Das tun, was mein Herz zum Lachen bringt

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört mich meiner freien Zeit zu berauben und ich habe aufgehört weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwickeln. Heute mache ich nur, was mir Spaß und Freude bereitet, was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich mich von allem befreit was nicht gesund für mich war, von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von Allem, das mich immer wieder hinunter zog, weg von mir selbst. Anfangs nannte ich das gesunden Egoismus, aber heute weiß ich, das ist Selbstliebe.

(Charlie Chaplin)

 

Foto: Petr Novák, Wikipedia






... weiterlesen · 1 Kommentar · März 7, 2012 ·
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Siebentausend Millionen

Wie die Karnickel, hat mein Opa immer früher gesagt. Oder hab ich den Spruch aus den Büchern? Na, die Menschen sind jedenfalls nicht viel besser, da wir inzwischen die 7 Milliarden-Grenze überschritten haben. Klingt einerseits ja ein bisschen bedrohlich diese Zahl, wenn man bedenkt dass jeder einzelne für Einzigartigkeit steht. Eigene Träume, eigene Lebensgeschichte, eigene Art, die Welt wahrzunehmen!

Die National Geographic behauptet in ihrem Werbespot zumindest, dass wir alle in Los Angeles reinpassen würden, der ganze Menschheitshaufen.

Und die Frage mit der Ernährung? Wie kriegen wir tausendmal 7 Millionen Münder gefüllt? Täglich? Es sei genug für alle da, heißt es, man hätte nur ein kleines Verteilungsproblem. Wenn ich da an den Filmstart von “We feed the World” denke, in dem gezeigt wird wieviel Brot täglich weggeworfen wird, glaube ich, dass es nicht nur eine Frage der Verteilung ist, sondern auch eine Frage des eigenen Lebensstils.

(siehe ab 2min 15s)

 






... weiterlesen · noch keine Kommentare · Februar 18, 2012 ·
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Vom Werden und Vergehen der Welt

Ganz große Kunst: ich habe selten soviel Kreativität auf einmal wie in diesem Video gesehen. Mit unglaublich viel Geduld und Mühe fürs Detail wird hier mit Stopptrick und Malfarbe eine Welt gezaubert, die Häuserwände zweckentfremdet. Wow, echt wow!






... weiterlesen · noch keine Kommentare · Januar 24, 2012 ·
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