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Weil ich Geburtstag hab!

Jeden Morgen blicke ich aus meinem Fenster auf den wunderbaren See. Sehe Nebel hinweg ziehen oder glitzernden Wellenschlag. Und im Walnussbaum vor meinem Haus krächzen die Rabenkinder. Da ist soviel Frieden in diesen Morgenstunden. Und ich bin dankbar!

Die Nachrichten verfolge ich schon seit Jahren nicht mehr. Ich möchte nicht abstumpfen. Ich hätte nie genügend Gesamtinformationen, um mir ein klares Bild machen zu können. Nein, die Welt dreht am Rad, die Menschen ackern an ihrer eigenen Zerstörung. Das muss ich nicht täglich vorgekaut bekommen.

Ich möchte meine Kräfte einsetzen dafür, das Gute und Schöne auf der Welt aufzuspüren. Wie den Demeter-Hof, in dessen Naturschutzgebieten ich vor ein paar Tagen einen Fotospaziergang machen durfte. Der Wahnsinn, wie herrlich unberührte Natur gedeihen kann!

… und weil ich doch heute Geburtstag hab, darf ich mir was wünschen.

Gerhard Schöne hat es damals schon sehr gut ausgedrückt: An meinem 15. Geburtstag hörte ich das Lied zum ersten Mal (danke liebe Schwester für dieses wunderbare Geschenk!) Bitte heute: Frieden. Weil ich Geburtstag hab!

Wenn ich mir was wünschen dürft,

so wollt ich, dass Artenschutz und Landwirtschaft zwei unzertrennbare Bereiche wären.

 

 




Read full story · Comments { 4 } · Juni 14, 2017 ·
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Checkpoint Wüstensee – Reisereportage, die Erste

… von meinem Studium aus sollte ich eine Reportage über eine meiner letzten Reisen schreiben. Da lag es nahe, dass ich meine Erlebnisse aus Israel beschreibe :)

Checkpoint Wüstensee

vom Campingausflug ans Tote Meer

 

Wir wollen gerade nach dem Tanken wieder losfahren, als uns der arabische Fahrer mit seinem Auto die Ausfahrt abschneidet und sein Fenster runterkurbelt. Er wechselt mit meinem israelischen Freund Shimon ein paar Worte auf hebräisch, die ich nicht verstehe. Der Araber deutet auf Shimons rotes Palästinensertuch, das er zum Spaß für die Fahrt durch die Westbank um seinen Kopf gewickelt hatte. Ich kann an Shimons Augen die Nervosität erkennen. Dann lachen auf einmal beide und der Spuk ist vorbei. „Sie haben sich über mich lustig gemacht.“ erklärt mir Shimon anschließend. „Die haben erkannt, dass ich nicht einer von ihnen bin, trotzdem ich die Kafiya trage. Sie meinten, auf meine Weise würden es nur Frauen tragen.“ Wir lachen. Er zieht sich die Kafiya vom Kopf – ihm sei plötzlich zu warm, behauptet er. Dann fädeln wir uns wieder in den gleichmäßigen Verkehr ein: Runter ans tote Meer! Dort wollen wir das Wochenende wild campen. Wir, das sind vier israelische Freunde und ich, zu Besuch aus Deutschland.

Totes Meer: Der tiefst gelegene See der Erde

Von über 800 Höhenmetern in Jerusalem geht es von nun an 40 Minuten nur noch abwärts, bis auf 400 Meter unterhalb des Meeresspiegels. Den Unterschied von 1200 Metern kann ich als Druck auf den Ohren spüren. Wie in einem Flugzeug muss ich ständig schlucken und ich sehe es auch an der immer karger werdenden Vegetation. Die Wüste umfängt uns schleichend. Wir fahren vorbei an Panzerruinen aus dem Unabhängigkeitskrieg von 1948, die wie Mahnmale oder gar Trophäen einfach stehen gelassen wurden. Ein wenig später erhebt sich die viel beachtete Mauer meterhoch zu meiner Linken empor. Hier schirmt sich Israel von Palästina ab und baut Straßen die – aus Sicherheitsgründen wie es heißt – nicht für arabische Palästinenser befahrbar sind. Der stetige Strom abfahrtsfahrender Autos erinnert mich an eine Pilgerfahrt. Unten steht, wie zum Empfang, ein angebundenes Kamel neben der Straße – für eine Karavannentour mit Touristen.

Kamel Totes Meer

Am Eingang zum Toten Meer steht immer ein Kamel bereit!

soldaten-israel

Soldaten gehörten zur Urlaubsidylle hier dazu.

Wir machen kurz Pause, erfrischen uns an Barad (eine Art Eiswürfel-Matsch mit süßem Saft) und ich beobachte Soldaten an der Kreuzung. In voller Armee-Montur, mit Maschinengewehren und Helm passen sie so gar nicht in diese Urlaubsidylle. Sie schieben Wache: herumstehen und die Umgebung auf mögliche Terroristen prüfen. Dann schlängeln wir uns weiter entlang des Toten Meeres, bis wir wieder zu einem Checkpoint kommen. Dort stellen wir die Autos ab, und wandern den Rest des Weges zu Fuß – noch einmal steil abwärts. Meine jüdischen Freunde sehen aus, als würden sie einen Umzug machen mit ihren dicken Matratzen, Klappstühlen, Bambusmatten, Zelten, dem Kochgeschirr und einem Einkauf, der für eine ganze Woche reichen könnte. Unten ist es dann vor allem eines: still.

(K)ein guter Ort zum Sterben :)

Kein Leben weit und breit. Nur brütende Hitze, eine alles versengende Sonne, vertrocknetes Gebüsch, fester Sand und kleine salzverkrustete Wasserläufe, die in den milchigen See plätschern. Aus manchen Gruben am Ufern riecht es muffig. „Das sind die Schwefelbecken.“ erklärt mir Chaim. Dort hinein zu tauchen sei genauso lebensverkürzend, wie die Warnhinweise zu übersehen, die das Betreten von bestimmten Bereichen untersagen. Hier lauern Dolinen, verborgene metertiefe Hohlräume unter einer dünnen Kruste von Sand und Salz. Mir wird etwas mulmig bei all den Gefahren. Selbst beim Schwimmen ertränken jährlich Touristen, weil sie aller Belehrung zum Trotz auf Tauchgang gehen, dabei aber ungewollt größere Mengen an Wasser verschlucken, was leider tödlich ist. Ich bin die einzige, die baden geht. Für Israelis, die von Kindesbeinen an das tote Meer kennen, ist dieses ölig-warme Wasser keine Besonderheit mehr. Ich dafür staune über die eigene Schwerelosigkeit im Wasser. Ich hatte geglaubt, man müsse sich doch wenigstens sich ein kleines bisschen bewegen oder anspannen, um nicht unterzugehen. Aber nein, tatsächlich! Das tote Meer trägt mich. Ich kann sitzend im Wasser schweben und meinen großen Zeh an die Nase ziehen. Ich muss lachen.

das friedliche Tote Meer

Bevor es dunkel wird, suchen wir Feuerholz. Dabei komme ich mir vor, wie bei der Suche nach der Nadel im Heuhaufen: Winzige Ästchen, vertrocknete Hölzchen. Weil hier nicht viel wächst, ist die Ernte entsprechend kärglich. Am Feuerchen packt Shimon dann seine Gitarre aus, es tönen ein paar Rock-Klassiker, gemixt mit melancholischen hebräischen Weisen. Auf einmal schleichen sich zwei Schatten an: Ob wir was zu trinken hätten? Wir teilen unser kostbares Wasser mit dem fremden Pärchen, das sich glückselig und leise zu uns setzt. „Das tote Meer hat eine ganz besondere Energie.“ erzählt das Mädchen, und rückt dabei ihren orientalisch gemusterten Poncho zurecht. Sie stammt aus England, hatte sich dort in einen Israeli verliebt und lebt nun, wie sie sagt, seit ein paar Monaten mit ihm hier am toten Meer von Luft und Liebe.

 

Chaim und die anderen beiden haben sich in ihre Zelte verkrochen. Wir zwei schlafen lieber im Freien, den breiten endlosen Sternenhimmel über uns. Oben, wo unser Auto parkt, können wir den hell erleuchteten Grenzübergang grünlich schimmern sehen und wie die Soldaten rastlos hin und her patrouillieren. Hier unten ist Frieden.

 Oben patrouillieren rastlos die Soldaten. Hier unten ist Frieden.

Uns weckt der schrille Schrei zweier Tristramstare mit schwarz glänzendem Federkleid. Wie die hier überleben, frage ich mich, wo doch sonst kein Leben weit und breit ist. Gelockt durch die Erzählungen am Feuer, machen wir uns auf die Suche nach der Behausung des fremden Pärchens. Auf einer kleinen Anhöhe werden wir fündig, die beiden schlafen noch. Bunte Tücher zwischen Geäst und Schilf überspannen wie ein Zelt eine kreisrunde Fläche gleich einer geräumigen Jurte. Auf dem Boden befindet sich die Lagerstatt aus Schlafsack, Matten und Kissen, in der Ecke ist eine Nische für die provisorische Küche und draußen ein paar Schritte weiter schaukelt eine aufgespannte Hängematte verträumt im seichten Wind. Wir flüstern, um die beiden nicht zu wecken und schleichen so lautlos wie wir gekommen sind, wieder davon.

Den Rest des Vormittags dösen wir faul und ultra-entspannt in der Sonne und tun nichts weiter, als anderen Badegästen zuzuschauen, ein bisschen zur Gitarre zu singen und die restlichen Tropfen Wasser miteinander zu teilen.

relaxen am toten meer

 

Mit dem Auto in der Wüste steckenbleiben…

Um die Mittagszeit wird es unerträglich heiß. Wir packen also und wollen heimfahren. Shimon kommt auf die Idee uns mit dem Auto den Abhang entgegen zu kommen, damit wir mit all dem Gepäck nicht eine halbe Stunde bergauf hecheln müssen. Ich setze mich zu ihm ins übervolle Auto, während die anderen drei sich zu Fuß weiter mühen. Doch zu früh gefreut: der geröllige Weg ist überaus sandig und wir bleiben kurze Zeit später stecken. Das Rad dreht an einem Abhang durch und es scheint kein Weiterkommen möglich. Ich bin entgeistert, in einer Wüste festzustecken, ohne ein Tropfen Wasser und bei brütender Hitze. Aber ich reiße mich zusammen, lasse kein Wort der Klage über meine Lippen kommen, sondern beiße die Zähne aufeinander und schaufele mit bloßen Händen immer wieder das Rad frei, wenn es durchgedreht ist und sich tiefer in den Sand gräbt. Wir kommen zentimeterweise voran, dann rutschen wir wieder einen Meter zurück. Es ist zum verzweifeln. Die anderen rufen an, und fragen, wo wir denn bleiben: Ich solle ihnen sagen, alles okay, wir kämen gleich, gibt mir Shimon zu verstehen. Er will keine Hilfe und auch keine unnötige Aufregung. Ich finde ein Stück weißen Stoff und ein paar größere Steine und lege sie unters Rad. Noch einmal einen halben Meter weiter, dann gräbt sich das Auto erneut in den Sand. Wieder befreie ich das Rad, spüre den Schweiß auf meiner Stirn, den Staub in meiner Nase, doch wir geben nicht auf. Nach einer gefühlten Ewigkeit schafft es unser Auto endlich den Anhang hinauf, wir jubeln laut auf, alle Anspannung fällt ab. Wir sind frei! Wir haben es geschafft! Wir sind die Helden der Wüste! Shimon grinst so breit wie ich und als wir oben auf der Straße endlich wieder Asphalt unter den Rädern spüren, dreht er sich mit einem Blitzen in den Augen zu mir und fragt: “Na, und jetzt noch Kamelreiten?”

 

 




Read full story · Comments { 0 } · Juni 11, 2016 ·
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Zu Gast bei den Bürgern von morgen

Ich sitze in einem karg eingerichteten Wohnzimmer – Couch, Tisch, Fernseher, keine Gardinen aber ein großer Korb voll mit altem scheinbar gespendeten Obst auf dem Fensterbrett – und lasse mich ein auf ein Interview mit drei syrischen Flüchtlingen. Mit Ahmad* (32), Gassan* (35) und Majd* (36). Im Mai sind sie aus Syrien geflohen und seit Juli in Deutschland. Nun leben sie in Mölln und warten darauf, eine Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen.

Ich bin pünktlich, doch keine drei Minuten vor mir haben schon zwei Kirchenvertreter an der Tür geklingelt. In dem Glauben, die zwei seien gekommen, um das geplante Interview zu führen, wurden sie eingelassen und bekamen nach syrischer Tradition Tee gereicht. Nun stehe ich im Raum, das Missverständnis klärt sich schnell auf. Ahmad bekommt eine Bibel auf syrisch versprochen, dann machen sich die christlichen Fremden wieder auf, die Tassen bleiben unberührt.

 

Die Geschichte einer Flucht

Möchtest du deinen Tee mit Zucker? fragt mich Gassan. Ich verneine. Er staunt und schaut mich ungläubig an.
Dann setzen wir uns, ich bekomme den Platz auf der Couch, die drei sitzen im Kreis auf Stühlen um mich herum, und ich kann mit den Fragen beginnen. Zu meiner linken sitzt Ahmad. Er fällt auf mit seiner gepflegten Kleidung, teuer ausschauenden Armbanduhr. Gassan und Majd sind eher sportlich leger gekleidet. Wir steigen gleich in die harten Themen ein. Sie erzählen von ihrer Flucht, von ihrer Angst, von den Schwierigkeiten und Gefahren. Und obwohl sie alle ungefähr in meinem Alter sind, komme ich nicht umhin, mich viel jünger zu fühlen. Vor mir sitzen Menschen, die neben der Verantwortung eine Familie zu ernähren, seit vier Jahren in einem Krieg lebten und tausende Kilometer Weg auf sich nehmen mussten auf ihrer Flucht. Diese Lebenserfahrung lässt sie älter wirken. „Einmal“, setzt Ahmad an, eine weitere Episode ihrer aufgezwungenen Reise zu beschreiben, „kam ein Auto an uns vorbeigefahren und die Leute warfen uns sechs Flaschen Wasser hinaus. Ich hab mich so erniedrigt gefühlt. In meinem Heimatland bin ich kein Obdachloser. Und hier nun, in Mazedonien, schlafe ich auf der Straße, zwischen Büschen und Gestrüpp und irgendjemand denkt, er könne mir Wasser hinwerfen.“ Unwillkürlich stelle ich mir vor, mein Vater wäre auf die Flucht gegangen. Vom sozialen Status her, von der Würde die sie ausstrahlen, zieht der Vergleich. Allein schon die bloße Vorstellungen, meinen Vater in so einer entwürdigen Situation zu sehen – verdreckt, hungrig, verzweifelt und ausgelaugt –  tut mir in der Seele weh. Ich bin dankbar dafür, hier sein zu dürfen, und mir die Augen öffnen zu lassen. Drei syrische Männer werden vor meiner Nase von bloßer Statistik zu menschlichen Wesen. Nachdem sie mir zwei Stunden ihre beeindruckende Geschichte erzählt haben, werde ich gefragt, ob ich nicht bleiben möchte. „Majd kocht so gerne! Sei unser Gast!“ Hier fing der Abend erst wirklich an.

Es ist nicht mein Anliegen, heute all die Hintergrundinfos zu geben, die vielleicht in dieser Sache nützlich zu wissen wären. (Dass die Hälfte aller Syrer einen Gymnasialabschluss haben und aus ökonomisch guten Verhältnissen stammen, beispielsweise. Oder wie die Flüchtlinge verteilt werden. Oder dass Menschenrechtsorganisationen schon seit Jahren warnen, dass die Zahl der Asylsuchenden steigen wird & Deutschland also lange Zeit gehabt hätte, sich gut vorzubereiten…)

syrische Flüchtlinge Interview

 

Ich will vielmehr, dass wir alle einen Moment lang inne halten und an unsere Herzen jenes Bild lassen, das ich von Gassan bekam an diesem Abend.

Gassan war es, der mir die Tür mit einem breiten Lächeln öffnete. Er war es, der erstaunt war, dass ich keinen Zucker in meinem Tee wollte. Gassan war es, der mir im Verlaufe des Abends beibrachte, wie man Zigaretten richtig stopft. Immer, immer lächelte er milde und lachte und scherzte mit uns. Doch schaute ich ihm in die Augen, sah ich den Schatten des Kummers darin: seinen Vater hatte er durch den Krieg verloren, seine Mutter, Frau und Kinder zurück lassen müssen, als er auf die Flucht ging. Zu gefährlich und mühsam erschien ihm die Strecke für seine Liebsten.

Nun springt er auf und kommt kurze Zeit später mit seinem Rucksack zurück: „Jetzt ist er wieder sauber“, erklärt er mir. Redbull und Snickers, zwei Wasserflaschen, Dokumente und Geld und ein paar Klamotten zum Wechseln, das war alles was er mitnehmen konnte. Der Rucksack war ihm Freund und Feind zugleich auf seinem gefährlichen Weg: „Irgendwann wird dir das leichteste Ding auf dem Rücken zur Last, wenn du zweihundert Kilometer tagein tagaus auf Wanderschaft bist.“ Doch nachts in Mazedonien, wenn sie sich schlafen legten auf der Straße zwischen Staub und Dreck, da hatte er seinen Rucksack als Kissen genommen und sich zuweilen in den Schlaf geweint, gesteht er mir. Ich gaube ihm. Ein kurzer Moment betretendes Schweigen folgt auf diese Erinnerung, dann leuchtet sein Gesicht wieder auf und er führt mir schelmisch grinsend seine Badehose vor. Darin eingenäht eine Tasche für Dokumente und Geld: damit bei den Überfällen, die sie durchleben mussten, die Kerle ihm nicht restlos alles abnehmen konnten. Die drei lachen das Lachen derer, die es dringend zum Weiterleben benötigen. Die es lachen müssen, um die Hoffnung nicht aufzugeben.

Hoffnung auf Wiedervereinigung

Zum Beispiel dass Gassan es schaffen wird, seine Mutter nach Deutschland zu holen. Das Gesetz zur Familienzusammenführung sieht eine verwitwete Mutter nicht als Teil der Familie an. Es zählen nur Frau und eigene Kinder. Doch seine Mutter auf sich gestellt zurück in Syrien zu lassen, bräche ihm das Herz. „Eine alte Frau in Syrien und allein: das kommt einem Todesurteil gleich!“ erklärt Ahmad die Sorgenfalten auf Gassans Stirn.

Schließlich setzt sich Gassan an den großen Tisch vorm Fenster und macht Musik an. Whitney Houston. Irgendwie hatte ich arabische Klänge erwartet. „Willst du meine Familie sehen?“ fragt er mich und ich nicke gespannt, rücke meinen Stuhl etwas näher. Er holt sein Smartphone aus der Tasche und zeigt mir ein Foto von seinem letzten Geburtstag. Der Tisch ist reichlich gedeckt mit Kuchen und Torte, allerhand Speis und Trank und einer Schale voll Pampelmusen. Zur Feier des Tages hängen Luftballons an der Wand. Ich sehe Gassan auf dem Sofa zurückgelehnt, seine Mutter neben ihm und auf ihrem Schoß sitzen zwei Kinder mit dem breiten Lächeln ihres Papas. Der Sohn berührt seinen Vater am Hals, als hätte er sich gerade aus einer Umarmung gelöst, die dritte Tochter hat ihre Ärmchen noch fest um seinen Bauch geschlungen. Gassan lächelt auch hier, aber es ist ein trauriges Lächeln: denn sein Geburtstag ist gleichzeitig auch der Tag, an dem seine Flucht beginnt.

Bilder eines schönen Lebens

Auf dem nächsten Foto sehe ich seine Frau vor einem Springbrunnen. Sie trägt kein Kopftuch, wie man vielleicht hätte meinen können. Dann ein Foto von seiner Tochter wie sie spielt, eines vom Sohn auf der Schulter. Ein ganz normales, wunderbares Leben sehe ich auf diesen Bildern. Urlaubsbilder, Alltagssituationen. Lachen, Strahlen, Glück. Gassan wischt weiter, Foto um Foto, Erinnerung um Erinnerung. Das ist das einzige was ihm jetzt noch geblieben ist.

Wie zerbrechlich doch dieser anheimelnde Frieden ist, denke ich. Da führen auf einmal irgendwelche Mächtigen mit Waffen und Bomben einen Krieg, und keine Logik gibts dahinter. Am Ende hängt man plötzlich in einem fremdem Zimmer am andern Ende der Welt fest und zeigt einer unbekannten Journalistin die privatesten Aufnahmen seines Glückes. Wie Gassan sich nach seinen Kindern sehnt, ist in seinem Gesicht geschrieben. Wie er seine Frau an seiner Seite vermisst und sich um seine Mutter sorgt. Ungefragt fährt er fort, seine Fotos auf dem Smartphone zur Seite zu streichen, er wirkt ganz verloren darin. Mir stehen die Tränen in den Augen und ich habe Mühe den Kloß runterzuschlucken.

Ich weiß, meine Geschichte erzählt nichts Neues. Das alles habt ihr euch sicher schon denken können: Menschen auf der Flucht hinterlassen Freunde und Familie und nehmen einen beschwerlichen Weg auf sich, um eines Tages ihre Familie in die Sicherheit Deutschlands nachholen zu können. Doch wenn ihr nur einen kurzen Augenblick euch vorstellt, dieser Gassan wäre nicht irgendein Fremder, sondern jemand aus EURER Familie. Wie ihr selbst bangen und hoffen würdet. Wie ihr bittere Tränen weinen, nachts nicht schlafen können würdet und immer immer daran denken, endlich wieder ein „normales Leben“ führen zu können. Ich sage: Wer hierher kommen will, soll hierher kommen, wer hier leben will, soll hier leben und arbeiten können. Ganz so, wie auch ich die Freiheit haben möchte, mich entscheiden zu dürfen, wo auf dieser Welt ich leben und wirken möchte. Die Welt ist unser aller Ort und ich verabscheue Ländergrenzen, wenn sie die einen priveligieren alles zu dürfen und die anderen dazu erniedrigen als Flüchtlinge (nicht einfach Schutzsuchende) angesehen zu werden, deren Freud und Leid (die ganze Zukunft!) von unserer Gnade abhängig ist. Wie ich das sehe, sind Gassan und seine Freunde unsere Mitbürger von morgen. Und so mutig, humorvoll und voll Liebe wie sie sind, freue ich mich drauf!

Vollständiges Interview gibt es hier zum Nachlesen: Was hilft, ist euer Lächeln…

*Namen redaktionell geändert.




Read full story · Comments { 0 } · Dezember 24, 2015 ·
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Bedingungslose Liebe – bis zur Selbstaufgabe?

Ich bin gerade über ein Kleinod gestolpert: die Geschichte vom gebenden Baum, der alles gibt, was er hat, und dabei glücklich ist.

bedingungslose Liebe

Die Geschichte stammt aus dem Buch von Shel Silverstein: „The Giving Tree“, welches vordergründig für Kinder als Gute-Nacht-Geschichte konzipiert ist… aber tiefer gehende Fragen auslöst, die auch einen Erwachsenen ratlos machen. Sie handelt von einer Freundschaft zwischen einem Baum und einem Jungen. Zu Beginn haben sich beide sehr lieb, der Junge verbringt viel Zeit bei seinem Baum, klettert auf ihm herum und ruht sich in seinem Schatten aus. Mit dem Heranwachsen kommt er immer seltener zu Besuch. Und wenn, dann nur um Forderungen zu stellen. Er bräuchte Geld, er will ein Haus bauen, ob der Baum ihm denn nicht dabei helfen könne. Der Baum gibt ihm alles, was er zu geben vermag, bis von ihm selbst nichts mehr übrig ist. Bis der Baum nur noch ein Baumstumpf ist, und selbst dann ist er eine Stütze für den Jungen (der inzwischen ein alter Mann geworden ist). Und bei alledem ist er glücklich dabei. Glücklich zu geben und für den Jungen da zu sein.

Mich macht die Geschichte traurig und auch wütend. Vielleicht ist es als Metapher für die gebende Elternliebe gedacht. Und vielleicht ist eine Mutter oder ein Vater auch bereit, sich ganz für sein Kind aufzugeben. Und kein Danke zu erwarten, und glücklich zu sein, wenn es dem Kind gut geht. Lässt die Liebe den Menschen selbstlos werden? Gehört zur Liebe nicht auch die Selbstliebe dazu, also der Selbstschutz und das Mitgefühl für sich selbst?

Der Autor hat im Jahre 1973 das Buch selbst vertont und einen berührenden Kurzfilm entstehen lassen:

 

Mich erinnert das an ein altbekanntes Lied „Mein Freund der Baum“, das mich damals schon mit Wehmut meinen Lieblingsbäumen gegenüber erfüllte:

Mein Freund der Baum ist tot: Er fiel im frühen Morgenrot.
Du fielst heut früh. Ich kam zu spät.
Du wirst dich nie im Wind mehr wiegen, du musst gefällt am Wegrand liegen.
Und mancher der vorüber geht, der achtet nicht den Rest von Leben
…und reißt an deinen grünen Zweigen, die sterbend sich zur Erde neigen.

Wer wird mir nun die Ruhe geben, die ich in deinem Schatten fand?
Mein bester Freund ist mir verloren, der mit der Kindheit mich verband.

 

 

 

 




Read full story · Comments { 3 } · August 4, 2015 ·
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Es ist, wie es ist. Von der Entscheidung, den anderen so sein zu lassen

Ich lese Lausters „Wege zur Gelassenheit“. Blätter mich von Kapitel zu Kapitel. Suche etwas, was mir noch neu ist und nicht in zigfachen Psychoratgebern schon durchgekaut und so oft gewälzt wurde, dass eine Murmel draus geworden ist. Nach einem Drittel horche ich auf, meine Augen beißen sich fest. Schöne Worte schreibt er da. Ich bin berührt. Und möchte seine Worte mit euch teilen:

Der Schwache kämpft, will Stärke beweisen. Der wirklich Starke kann die Dinge geschehen lassen, wie sie geschehen. Wir fragen nicht: Warum sind keine zwei Monde am Himmel, warum ist die Mohnblüte nicht gelb? Wir betrachten den Mohn und sind damit zufrieden und ausgefüllt. Aber die Nachbarin, die wollen wir anders haben, den Kollegen prangern wir an. … Alles hat seinen Sinn und seinen Platz, wie können wir uns anmaßen, darüber ständig zu richten und alles besser zu wissen? (Peter Lauster)

Mir gefällt sein Grundgedanke, die Menschen anzunehmen, wie sie sind. Aufzuhören, sich zu beklagen, wenn die anderen nicht so handeln, wie wir es gerne hätten. Dann sind wir in Forderungen und Wunschvorstellungen verstrickt, und im inneren Widerstand gefangen. Widerstand gegen etwas, das wir sowieso kaum ändern können. An der Illusion festzuhalten, der andere müsse nur dieses oder jenes tun, endlich das richtige sagen, oder doch lieber einmal nur den Mund halten… das bringt uns nicht weiter. Es erzeugt nur unnötigen Kampf und verschwendet unsere Energie. Wir haften dann an den Vorstellungen. Wer loslässt, hat beide Hände frei, wie es so schön heißt. Und auch: „Es ist, wie es ist, sagte die Liebe.“

Welch befreiendes Gefühl, den anderen so stehen zu lassen, wie er gerade ist. An ihm nicht rumdoktern und rumändern zu wollen. In den Spiegel sehen, bei sich ankommen… und sehen: wo möchte ich mich noch ändern, wie kann ich noch wachsen, mich weiterentwickeln? Denn dann sind wir an einer Baustelle angelangt, auf der wir wirklich etwas bewegen können!

Let me be the way i am

Let me be the way i am

 




Read full story · Comments { 0 } · Dezember 21, 2014 ·
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Das Heimweh der Alten – Eine Kurzgeschichte

Der Alten Heimweh

Der Alten Heimweh

 

All die kleinen und großen Streits. Begraben.

All die Diskussionen über Möbelkauf, Arbeitsplatz und Kindererziehung. Vergessen.

Keine andere Frau mehr, die ihn ihr wegnehmen will.

Kein Klimpern der Gläser und Flaschen an einem feuchtfröhlichen Abend.

Kein Kaffeekränzchen bei Schwiegermama mit ihren muffigen Schränken und vermufften Themen. Schon lang nicht mehr.

 

Nur noch Mittagstisch, Klavierabende und Canasta jetzt.

Nur noch die tägliche Runde ums Heim und der unalltägliche Besuch der Enkel. Schön ist es dann.

Und manchmal ein kleiner Scherz dann und wann. Sein Necken abends im Bett, das an ein anderes Leben erinnert.

Der nie mehr gestellte Wecker auf dem Nachtisch und ihre Cremetube daneben.

Der Lavendelduft beim Einschlafen.

 

Und morgen wieder um den Block die Runde.

Vergessen all die Streits, die Ziele, die Hoffnungen.

Das volle Leben hinter sich, die gemeinsame Zeit.

Der Blick nach vorn, der Wunsch nach mehr… Begraben.

 

 

8|11|2013

 




Read full story · Comments { 0 } · November 11, 2013 ·
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Alle Zeit der Welt.

Ich möchte wieder die Zeitlosigkeit eines Kindes.

Ich möchte wieder, dass eine Woche unendlich ist

und der Tag, die Stunde soviel für mich bereit hält,

dass ich mich darüber vergesse.

Und wie ein Krug mit Wasser,

so werde ich mit Erlebnissen und Empfindungen gefüllt.

So nehme ich die ganze Welt in mich auf.

Und ihre Unendlichkeit ist dann auch in mir.

Ich würde mich nie mehr fragen,

wo der Sommer geblieben ist,

und wohin die Wolken mit all den Jahren gezogen sind.

Ich wäre hier.

Ohne alle Zeit, mit aller Zeit der Welt.

wind und sonne




Read full story · Comments { 2 } · September 9, 2013 ·
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Das Geschenk des Friedens

Ich habe die seltsame Angewohnheit, hin und wieder Geschichten aus dem Krieg zu lesen. Das macht mir keinen Spaß. Im Grunde will ich noch nicht einmal wirklich wissen, was alles Grauenvolles in der Welt geschieht oder passierte.

Aber wenn mich die Stimmung packt, in der ich mit meinem Leben nichts anzufangen weiß… oder irgendwie das Gefühl bekomme, mir wachsen Probleme oder Forderungen über den Kopf. Dann weiß ich: Es ist Zeit, Carolin Emcke aus dem Regal zu holen.
Sie schreibt „VON DEN KRIEGEN„, die sie als Journalisten miterlebt hat. Sie veröffentlicht hier Briefe an ihre Freunde und Familie, die sie aus den Krisengebieten heraus geschrieben hat. Oder im Nachhinein verfasst hat, um Erlebtes zu verarbeiten.

Geschichten fremder Menschen

Ich lese nur kapitelweise. Manchmal sogar noch weniger. Lese von den Menschen, wie sie in Situationen grenzenloser Ohnmacht leben. Wie sie Gewalt und Ungerechtigkeit erfahren. Freunde oder Familie verlieren. Und es tut so weh. Beim Lesen. Die Vorstellung allein, das Mitempfinden tausende Kilometer entfernt.

Da ist das Bild des zehnjährigen Mädchens aus Gjakova, das vor den ausgebrannten Trümmern ihres früheren zu Hauses stand und ohne Unterbrechung redete, wirr und wie zusammenhangslos. In dem Haus waren ihr Vater, ihr Bruder, ihre Tante und zwei ihrer Cousins umgekommen. Die Soldaten hatten sie und ihre Mutter aus dem Haus geschickt, dann die verbliebenen Männer umgebracht und das Haus angezündet. Emcke schreibt:

Ich kann nicht vergessen, wie sie da stand, auf ein paar Mauersteinen, leicht schief, weil es keinen ebenen Boden mehr gab; dass sie nicht richtig sprechen konnte, uns zeitweise nur wortlos anstarrte, dann weiter sprach und so gar nicht wütend wirkte. Sie war still und ruhig, nur hin und wieder schien sie irritiert, wenn sie merkte, dass sie das Kunststück nicht mehr beherrschte: Wie man Sätze bildet und etwas Sinnvolles mitteilt.

Ich lese von diesen Menschen… es schnürt mir die Kehle zu, es macht mich unendlich traurig. Wie eine Familie auf dem Boden ihres Hauses rumkriechen muss, weil draußen Armee und Rebellen seit Stunden im Schusswechsel sind. Das Tränengas, das durch das Fenster in der Küche landet führt zu einem Schreikrampf der Kleinen… und die Katze würgt sich fast zu Tode. Ich bin immer wieder fassungslos.
Und dann wird meine kleine Welt wieder „ins rechte Licht“ gerückt. Dann komme ich wieder bei mir an und der unendlich großen Dankbarkeit die ich für dieses Leben empfinde.
Und der Dankbarkeit, in Frieden leben zu dürfen.

Das Geschenk, in einer friedlichen Welt zu leben

Es ist ein unglaubliches Geschenk, mit lieben Menschen gemeinsam in der Küche zu sitzen, zu plaudern, zu lachen, sich über den Tisch die Butter und das Brot zu reichen. „Magst du noch etwas vom Tomatensalat?“
Es ist ein wunderbares Geschenk, spazieren gehen zu können. Die laue Abendluft einzuatmen, das Wispern der Blätter in den Bäumen zu hören.
Frieden.

 

Frieden Ruhe Stille

Mit meiner Freundin abends die friedliche Stille am See genießen.

 

Ich kann in den Supermarkt gehen und die Regale sind gefüllt mit so vielen Sachen, mit soviel Luxus. Ich hab Lust auf Vanillepudding, auf Couscous mit Gemüse, oder doch lieber was anderes? Kein Problem. Es ist alles da. Wie als wär man König.

Ich lese Carolin Emcke und bewundere sie für ihren Mut. Warum sie immer wieder das Risiko eingeht, ihr Leben aufs Spiel setzt… um bei Fremden zu sein und freiwillig deren Schicksal zu teilen, wird sie oft gefragt. Sie hat selbst keine endgültige befriedigende Antwort parat. Aber sie schreibt:

Ich will Zeugin sein, bei den Menschen, denen Unrecht wiederfährt.
Aber der Krieg stößt mich ab.
Jedes Mal.
Es wird nicht weniger.
Ich gewöhne mich nicht daran.
Ich bin nicht fasziniert von Leichen und Verwüstung.
Mich widert es an.
In dem Moment, wo ich begänne, solche Reisen erträglich zu finden – würde ich aufhören.

kriege emcke „Von den Kriegen

Briefe an Freunde“

von Caroline Emcke,

2004




Read full story · Comments { 1 } · Juli 26, 2013 ·
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Einfach mal „Danke!“ sagen – Menschen, die unserem Leben mehr Farbe geben

Was bedauerst du in deinem Leben am meisten? Und wer ist der Mensch, der dich am meisten beeinflusst hat im Leben? Zwei Fragen, die mir folgende Videos in mir aufgeworfen haben: Und diese Perlen möchte ich mit euch teilen!

 

Sich einmal die wichtigen Fragen stellen

Das ambitionierte Filmprojekt „fifty people one question“ stellt auf der Straße zufällig angetroffenen Menschen sehr tiefgründige Fragen – und manch einer lässt sich wirklich auf die Frage ein. Da kommen sehr bewegende Antworten und kurze Einblicke in des Menschen Seele zustande. Wie auch in dem Film auf den Straßen Irlands: Was ist es, was du am meisten bedauerst? Da gibt es das Mädchen, dass ihren kranken Großvater nicht mehr besucht hat, oder den alten Mann, der nach 50 Jahren erst die Frau seines Lebens geheiratet hat und mit ihr nur noch ein Jahr hatte. Und es gibt auch recht viele, die guter Dinge sind und meinen: Ich bereue nichts, ich nehme das Leben wie es kommt.

Dieses Video hat mich sehr nachdenklich gestimmt und weil es sich so viel Zeit lässt, rührte es doch an den wunden Punkten in mir… da kamen Bilder hoch und bald kullerten die Tränen. Auch wenn ich nicht wirklich etwas in meinem Leben bereue… also nichts, was ich getan habe… so tut es mir doch in der Seele weh, meiner Mutter nicht oft genug gezeigt oder gesagt zu haben, wie sehr ich sie liebe.

Ich fühle so unendliche Dankbarkeit meiner Mama gegenüber und es tut mir leid, dass ich das so selten zeige. Sie ist so lieb und voller bedingungsloser Liebe mir gegenüber – und ich bin zu oft ungeduldig und unwirsch, anstelle über Kleinigkeiten hinweg zu sehen und einfach nur unserer Liebe nachzuspüren und ihr meine Liebe genauso frei zurückzugeben, wie sie es auf jeden Fall verdient. Sie ist immer für mich da, wenn ich sie brauche und sie nimmt mich im Grunde so, ganz gleich wie ich bin. Sie nimmt mich wenn ich schreie und schimpfe, wenn ich froh bin, oder laut und übermütig, sie nimmt mich wenn ich krank bin und mich nicht stark fühle, sie ist bei mir und trägt mich… Ach danke danke danke Mama! Es tut mir leid, dass ich dir meine Liebe so verschweige.

 

Dankbarkeit zeigen – Sag den Menschen, wie du fühlst!

Heute bin ich auf eine Kurzdoku gestoßen über ein wissenschaftliches Experiment zum Thema Glücklichkeit (haha, gibt es das Wort überhaupt?). Sie ließen die Menschen sich hinsetzten und einen Augenblick nachdenken, wer ihnen im Leben am meisten mitgegeben hat. Wer hat dir etwas besonders Gutes getan? Aber schaut selbst:

 

 

Ich kenn das Gefühl, so dermaßen dankbar zu sein, dass ich fast platze vor Gerührtheit. Doch selten ergreife ich die Chance, dem Menschen dann auch zu zeigen, wie sehr ich bewegt bin. Wie sehr ich dankbar bin, dass es ihn in meinem Leben gibt. Warum eigentlich? Wenn Menschen mich glücklich machen, sollten sie das auch wissen dürfen, oder? :)

 

Freunde sein und Sommerzeit




Read full story · Comments { 7 } · Juli 12, 2013 ·
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„Das ist das Leben“ – Top 10 der anspruchsvollen Serien

Ich gebe zu, ich liebe Serien. Das ist aber eigentlich auch gar nicht so verwunderlich, da ich hier zwei Leidenschaften vereint finde:

  1. als Cineast mag ich außergewöhnliche, unkonventionelle und zum Nachdenken anregende Filme 
  2. als Leseratte verfange ich mich gerne in die tiefsten Abgründe menschlichen Daseins.

Eine Serie vermag beides zu verbinden: visueller Anspruch, gepaart mit guter Musik und wortgewandten Dialogen – und eine gute Story, in die man so richtig eintauchen kann. Wenn die Serie gut ist, dann trägt sie dich, dann nimmt sie dich mit auf eine Reise. Natürlich sind gute Serien eher wie seltene Perlen: nicht so leicht zu finden. Wir sind überschwemmt mit billigem Kitsch, sinnfreier Action und einer Menge puppengleicher Helden… da unterscheiden sich manchmal Serie und Werbepause kaum mehr voneinander. Aber es gibt sie: Serien, die wirklich eine Geschichte erzählen: in der sich die Figuren entwickeln, ein Innenleben haben und vor allem ihren eigenen Kopf. Hier also mal eine Liste meiner Lieblingsserien.

Dexter

Was Dexter am meisten erzeugen kann ist: Spannung. Wie wird es weiter gehen, wie kommt er nun aus diesem Schlamassel raus? Wer ist ihm auf der Spur, wie kann es ihm gelingen, die Schlinge um seinen Hals wieder zu lösen? Aber auch: gibt es gute oder schlechte Menschen? Gibt es Monster in uns? Und sind wir ihnen ausgeliefert? Kann ein Trauma in der Kindheit rechtfertigen, dass man heute Unrechtes tut? Und sei es auch nur mit einer Art Kodex, den man zu befolgen hat. Können denn alle anderen Mörder und Serienkiller schlecht und erbärmlich sein, wenn Dexter selbst seine Gründe hat? Anders als viele Fans, brauche ich gar nicht mal mehr so die Spannung, oder „was sich nun wieder neues ausgedacht wird“. Ich wünsche mir wirklich, dass er einen Weg findet, seine inneren Konflikten zu meistern. Es gibt viele Serien, die viel Blut und Action zeigen, und ein Mensch nach dem anderen wird weggemetzelt, als wäre das ohne Bedeutung. Wer von solchen Medien zu Dexter wechselt, der schimpft nach ein paar Staffeln vielleicht, dass Dexter zu weich würde, „zu menschlich“… aber gerade das ist es, was ihn mir so sympathisch macht. Ein dermaßen sympathischer Antiheld.

 

dexter schoki

Six Feet Under

Es ist wohl für die meisten von uns eine recht seltsame Vorstellung, eines Tages zu sterben. Dass es für andere allerdings auch ein recht lukratives Geschäft sein kann, ist eine makabere Vorstellung. In dieser Serie geht es um eine Familie, deren Familienunternehmen ein Bestattungsinstitut ist. Besser noch: ihr Wohnhaus selbst, dient auch den Trauerfeiern und als Leichenhaus. Über die Jahre hinweg sind diese Familienmitglieder alle etwas eigen geworden. Das gibt dann eine merkwürdige Konstellation aus abenteuerlichen Weltenbummler, verklemmten Arbeitstier, aufmüpfiger Hippietochter und distanzierter nach außen hin unterkühlt wirkender Hausfrau. Sie alle sind im Gespräch mit dem verstorbenen Familienoberhaupt und haben ihre ganze eigene Geschichte zu bewältigen.

Die Charaktere sind mir alle einzeln ans Herz gewachsen & ich habe es einfach geliebt, dass schwierige Themen und Fragestellungen aus dem „echten Leben“ aufgenommen und kontrovers erfrischend anders erörtert werden.

 

Mad Men

Ich habe immer davon geträumt, dass es mal Filme gibt, die das Zusammensein NACH dem Happy End verfilmen. In den meisten Hollywoodstreifen geht es immer nur um die Frage: Kriegt er sie? Können sie alle Missverständnisse und Hürden auf dem Weg zur Traumbeziehung überwinden? Und dann gibt es romantische Musik, das Paar fällt sich in die Arme, und wenn sie nicht gestorben sind, dann küssen sie sich noch heute… Ich denke manchmal, dass das Leben um sovieles interessanter ist – und dass eine Beziehung soviel mehr bietet, aber auch soviel mehr fordert.

Mad Men knüpft genau da an: auf dem ersten Blick mag die Serie schwerfällig daher kommen. Weil sie sich Zeit lässt: Zeit, die Charaktere vorzustellen; Zeit, die Menschen sich entwickeln zu lassen. Im Mittelpunkt steht Don Draper, ein wortkarger doch sehr charismatischer Mann. Es sind die 60er Jahre, wo von der amerikanischen Lady noch ein perfektes Hausfrauendasein erwartet wurde. Die Geschichte spinnt sich um eine Werbeagentur, die alles daran setzt, den Menschen Produkte schmackhaft zu machen: das Verlangen nach mehr, perfekt, besser… ein anderes Leben.

Umso bewegender ist es, zu spüren, dass kaum einer der Protagonisten glücklich ist mit seiner Lage. Bezeichnend ist auch das Intro: Ein Mann steht in seinem Büro und bemerkt, wie alles in sich zusammenstürzt. Seine hart erarbeitete Welt bricht zusammen, er fällt die mit Werbeplakaten umkleideten Hochhäuser herunter – taumelt, bis er sich bei einer Zigarette wieder fängt.

Matt Zoller Seitz  fasst die Thematik passend so zusammen:

Mad Men is the story of a lot of complex, often infuriating characters whose individual stories are all reflected and refracted through the show’s hero. The hero is a man who keeps running away from himself instead of looking inward to try to figure out why he runs. The hero is a man who was abandoned over and over throughout his life. He felt unloved even when he was loved dearly (just like the refrigerator monologist), and spent much of his adult life seeking perverted facsimiles of love, then abusing and betraying the people who gave him real love, because he was so damaged that he couldn’t recognize love as love.

 

 

The Mentalist

Ein arrogant wirkender Scharlatan wird eines Tages Opfer eines schlimmen Verbrechens. Seither hilft er der Polizei mit seiner Fähigkeit, Menschen und Situationen zu durchschauen, Fälle aufzuklären. Getrieben von dem Wunsch nach Rache: Den Täter seines eigenen Traumas dingfest zu machen. Doch der liebt das Spiel des Jäger und Gejagten und lässt sich nicht so leicht finden.

Klingt wie eine simple Idee, die schon zigfach kopiert wurde. Ist es im Grunde auch. Doch die Serie besticht durch die Dialoge, die Intelligenz und der berührenden Charakterzeichnung der beiden Hauptpersonen Jane und Lisbon.

 

Girls

Der Titel, der alles suggeriert nur nicht das, worum es wirklich geht. Vier verrückte junge Frauen, die alle versuchen ihr Leben zu meistern. Und dabei trotz aller offensichtlichen äußeren Unterschiede dermaßen viel gemeinsam haben: sich selbst am wichtigsten zu nehmen, Erfüllung durch den Partner finden zu wollen, exzentrisch zu sein.

Masters of Sex

Die Erforschung von Sexualität – sowohl am eigenen Körper, in den eigenen Beziehungen, als auch am „Erforschungsobjekt“ (den freiwilligen Versuchskaninchen) – ist die eine spannende Problematik dieser Serie. Die andere ist das Zwischenmenschliche, und das Wachsen oder Entwachsen in Beziehungen.

Louis

Jemand, der über sich selbst gut lachen kann und als liebevoller Vater, verzweifelter Liebhaber und Midlife-Crisis-mid-Vierziger eine gehörige Portion Humor und Zynismus mitbringt.

 

Breaking Bad

Spannend von Anfang bis Ende. Ungewöhnlich gerade am Anfang. Schön skurril zuweilen. Und wunderbar aufs Menschliche konzentriert.

 

Top Serie Nr. 9

Dann gibt es noch eine kleine Zahl von Serien, die ich sehr gerne geschaut habe… die tummeln sich quasi alle auf Platz 9 und 10. Vielleicht aber warte ich nur darauf, noch so einen Schatz zu entdecken, der mich lachen und weinen lässt und vor allem: mitfühlen.

Wer also einfach nur „richtig gut“ unterhalten werden will, dem empfehle ich:

  • Shameless – die Ghettokids einer Großfamilie versuchen ohne Eltern über die Runde zu kommen, mit viel Humor, Originalität und Lovestory
  • Scrubs – ein angehender Arzt lernt erwachsen zu werden
  • True Blood (wobei ich nur die erste Staffel tauglich finde) – Sagengestalten zum Leben erweckt: und sie wollen auch noch Mitsprache-Rechte in der Politik der Menschheit ;)
  • Downton Abbey – der Adelsstand mit seinem großen Gefolge an Dienstmädchen und Kammerdienern; und wie sich nach der letzten Jahrhundertwende alles für sie langsam aber sicher änderte
  • Avatar, der letzte Luftbändiger – ein 12jähriger Junge soll Frieden in die Welt bringen, und muss dabei lernen, alle Elemente zu beherrschen. Ein Cartoon der weise und spirituell lehrt, dass es nicht einfach nur Gut und Böse gibt.

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Read full story · Comments { 11 } · März 3, 2013 ·
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Wozu ist das Leben da?

Vor kurzem kam ich in den Genuss, ein paar Tage lang am Leben einer Hauskatze zu teilzuhaben: Morgens schläft sie lange aus, dann isst sie etwas, geht kurz aufs Klo, um sich dann ein sonniges Plätzchen zu suchen, wo sie sich hinrollt und weiterschläft. Nach ein paar Stunden streckt sie sich in alle Richtungen, leckt sich das Mäulchen und putzt mit einer Behäbigkeit ihr Fell. Dann schaut sie auf, zum Fenster. Und schaut, und schaut… wendet sich wie gelangweilt ab, wechselt ihren Standort, sitzt dort eine Weile untätig rum, nur um sich dann ein anderes Fleckchen Kissen zu suchen, das sie sich behaglich zurechtstupst, um dort erneut zusammengerollt die nächsten Stunden zu verbringen. Und wenn die Nacht anbricht, hüpft sie aufs Dach, geht dort spazieren, lauscht dem Mond und den Stadtgeräuschen, macht sich auf Entdeckungsreise, nur um sich alsbald wieder in der Wohnung anzufinden und schlafend in eine Ecke zu kuscheln.

Foto: dasjabbadas

So lebt die Katze, dachte ich mir, tagein, tagaus. Und sie scheint ganz zufrieden damit zu sein. Wenn ich es mir genau überlege, so symbolisiert das Leben der Katze doch ein perfektes Ankommen in der Gegenwart: sie lebt nur im HIER und JETZT, ist ganz und gar sie selbst, LEBT sich selbst im jeweiligen Moment. Sie hat kein Ziel. Sie IST einfach.

Ich finde, wir können von der Katze lernen. Ich Mensch strebe immer nach etwas, bin auf der Suche, lebe viel zu oft im Morgen.

Vor allem ist da die Gefahr, dass nach dem Falschen gestrebt wird – nach etwas, was am Ende gar keine Erfüllung bringt:

 

Ich denke mir manchmal, das Leben selbst will einfach nur gelebt werden. Also voll und ganz: achtsam wahrgenommen, er-lebt. Es ist doch ein wunderschönes Geschenk, die Möglichkeit zu haben, die Welt zu erfahren: mit allen Sinnen, in all ihren Facetten! Vielleicht hänge ich mir bald einen Zettel auf: „Ich diene der Freude!“ oder so ähnlich, und versuche fortan meine Entscheidungen danach zu fällen, ob ich damit Freude sähen und ernten kann.

Alles andere ist vielleicht Zeitverschwendung: Auf ein imaginäres Ziel hinschuften, im Hamsterrad der Verplichtungen verloren sein, das Arbeiten für ein besseres Morgen, wo es doch nur ein Heute gibt, das gelebt werden will.


Buchtipp

Einer unter 6 Milliarden:

Was Menschen erleben, träumen und hoffen.




Read full story · Comments { 1 } · November 9, 2012 ·
Dies und Das, Leben und Lieben >>

Gedanken zum Alleinsein

Ich bin ein Freund der Sprache: Eine mir besonders liebe Beschäftigung ist es, die Wortherkunft zu ermitteln und Wortzusammenhänge zu verstehen. Es ist so etwas wie die Psychologie der Sprache, dem tiefergehenden unbewussten Sinn vom Gesagtem.

Nehmen wir den Satz: „Ich bin allein.“ Häufig ist das ja konnotiert  mit einem unangenehmen Gefühl von Einsamkeit. Doch was sagt uns das Wort „allein“? Ich stelle mir dann immer (sehr unwissenschaftlich) vor, wie damals die Wörter entstanden sind. Vermutlich viel mehr aus dem Bauch heraus, aus einer Art intuitiven Weisheit über Zusammenhalt der Welt und die Zusammenhänge im Leben. Das hat so etwas ganz ursprüngliches, näher an der Wahrheit liegendes. Und wir nutzen heute diese Wörter, meist ohne den tiefergehenden Sinn zu erahnen, der hinter einem Wort liegen kann.

Mit „allein“ ist das auf dem ersten Blick gar nicht so schwer: ALL – EIN. Alles ist eins?!

Mein etymologisches Wörterbuch (dtv, Wolfgang Pfeifer) gibt folgende Auskunft:

allein Adj. ‚ganz für sich‘, mhd. alein(e) zusammengewachsen aus der Verbindung von ahd. ein, mhd. eine, ein mit verstärkendem ahd. mhd. al ‚ganz und gar‘

Wer allein ist, ist als ganz und gar eine(r). Heißt das vielleicht auch, nur wenn du allein bist, kannst du wirklich „ganz du selbst“ sein?

Suche ich mir das Wörtchen „all“ im selben Wörterbuch steht da weiterhin:

all Adj. ‚umfassend, ganz‘; leitet sich her aus einer Wurzel zu ie. *al- ‚wachsen‘ gebildeten Partiziapialform ie. *alnos ‚ausgewachsen, vollständig, komplett‘; durch Assimilation entsteht germ. *alla-. Daneben ist eine zweite Form germ. *ala- anzusetzen, wie sie durch ahd. alawari ‚freundlich‘ (nhd. albern), got. alamans ‚Menschheit‘ gefordert wird.

Na klar: alamans – alle Mann… = Menschheit ;)

Ich weiß nicht inwiefern diese Brücke geschlagen werden darf, jedoch komm ich nicht umhin bei der germanischen Form *alla an Allah, das arabische Wort für Gott zu denken. Und ja: ist denn Gott (Allah) nicht alles was existiert? Oder zumindest IN allem?

Zurück zu dem Wort „allein“. Das Wort „all“ trägt also die ursprüngliche Bedeutung  von „wachsen“ und „ausgewachsen“ in sich.

Wer also allein ist, der ist vollkommen zu sich selbst gewachsen und gleichzeitig in seinem Sein mit allem was es gibt, dem Göttlichen, in sich vereint.

 

 

Foto: Burçin Esin

 




Read full story · Comments { 0 } · August 29, 2012 ·
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Trostboxen für todunglückliche Eltern

Dass das Leben unberechenbar ist, zeigt sich manchmal im Krankenhaus auf der Station für Neugeborene und Babys. Ich habe gerade die Geschichte von Balduin gelesen, der 2008 im Alter von gerade mal vier Monaten gestorben ist.

Foto: balduins-box.de

Den Schmerz und die Ohnmacht, die Eltern in so einer Lage wohl empfinden, mag ich mir gar nicht versuchen auszumalen. Doch schlimmer noch: Ärzte und Pflegepersonal sind bei solchen Tragödien meist überfordert und wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen. Daniela Becker, die Mutter von Balduin schreibt:

Während ich Balduin auf dem Arm hatte und er langsam entglitt, stellte sich eine Schwester mir gegenüber und blickte ständig auf den Monitor über mir und wartete darauf, dass der Herzschlag aufhörte. Ich empfand diese „Totenwache“ als sehr störend. Kurz vor Balduins Tod kam der Oberarzt mit einer riesigen, ca. 20 cm langen Spritze, die er meinem 50 cm langen Sohn verabreichte, obwohl ich schreiend daneben saß und darum bat, dies zu unterlassen. Unmittelbar nachdem Balduin gestorben war, wollte man ihn mir abnehmen und ihn von allen Kabeln befreien, dabei wollte ich meinen Sohn einfach noch etwas halten und dann ins Bettchen legen.

Aus dem Wunsch heraus, sie hätte die letzten Stunden im Leben ihres kleinen Sohnes anders mit ihm verbracht, wäre sie anders auf den Abschied vorbereitet gewesen oder besser in ihrer Lage unterstützt worden… entstand zusammen mit der „Kinderfee Hamburgs“ (Tina Tappehorn) die Idee einer Trostschachtel für Eltern mit sterbenskranken Babys.

So setzt sich der Verein „Balduins Box“ dafür ein, dass in Intensivstationen Boxen angebracht werden mit einer Anleitung zur Unterstützung des Abschiedsprozesses für die Pfleger und Schwestern, sowie Schachteln für die Eltern. In jeder Schachtel befindem sich:

ein Heft mit (Lied)Texten, ein Rosenquarz zum Halten, ein Seidentuch zum Abdimmen des Lichtes, ein elektrisches Teelicht, Muscheln und Sterne…

Ich finde diese Idee so liebevoll und schmerzlich schön, dass ich das Projekt unbedingt unterstützen will. Das sind Momente, wo man eigentlich leider gar nichts tun kann, weil den Eltern jede Hoffnung genommen wird. Aber das so eine kleine Box helfen kann, auf dem Weg mit der Trauer umzugehen, davon bin ich überzeugt. Deswegen geht meine monatliche 5-Prozent-vom-Gehalt-Spende dieses Mal an Balduins Box e.V..

Aufmerksam geworden auf Balduins Box bin ich durch eine wunderschöne Aktion von Anne Wangrin (Hometown Glory): An einem Samstag Nachmittag setzten sich Freiwillige zusammen und bemalten insgesamt 50 Trostboxen mit aus dem Herzen kommenden Motiven:

  

 
Fotos: Maret Voss (Social Up!)
 




Read full story · Comments { 0 } · Juli 17, 2012 ·
Dies und Das, Leben und Lieben >>

Vom Klang der Welt # Teil 1

Nun ist Joachim-Ernst Berendt auch an mein Ohr gelangt, und ja, ich bin so begeistert, dass ich sein Wissen mit euch teilen will.
„Die Welt ist Klang“ heißt die erste Reihe der Soiree-Radiosendung, die in die Welt der Akustik einführt. Das klingt so hochgestochen.

„Wenn du auslöschst Sinn und Ton: was hörst du dann?“

ist eine erprobte Frage von Zen-Meistern des 11. Jahrhundert, über die Menschen seitdem lange lange meditieren. Was ich nicht weiß: ist mit Sinn der Tast- oder Hörsinn gemeint… oder die Sinnhaftigkeit des eigenen Lebens?

Die Mönche der fernöstlichen Länder meinen, wenn es einen Klang gibt, der darstellt, wie die Welt an sich klingt – oder aus welchem Laut alles entstanden ist, dann ist es der Klang des heiligen OM. Das OM voll tönend gesungen geht durch den ganzen Körper, vom Scheitel in den Bauch… und lässt alles in einen vibrieren. Spannend für mich war hierbei die Erkenntnis, die sich auch ganz leicht nachvollziehen lässt, wenn man OM eine Weile vor sich hinmurmelt: Richtig ausgesprochen ist es ja A-O-U-MMMM. Daraus kann sich leicht ein AAAouuummmnn bilden… was nur zeigt, wie sich aus dem OM das hebräische, christliche Amen geformt hat. OM ist Mantra. Amen ist Mantra!
Das finde ich wirklich bemerkenswert, und jetzt, da mir dieser Zusammenhang erschlossen ist, auch einfach nur logisch und „natürlich“.
Wenn aber das OM zu einem AMEN in unserem Kulturkreis wurde, heißt es doch, dass der Ursprung aller Spritualität derselbe ist… dass wir in unserer Vielfalt aller Glaubensrichtungen doch eigentlich eine gemeinsame Wurzel haben.

Foto: Kevin Cole




Read full story · Comments { 0 } · Mai 14, 2012 ·
Leben und Lieben, Video >>

This World is Awesome – eigene Version! – Videosammlung Boom de Yada

Im Netz schwirren Videos+Nachahmungen vom „Earthsong“ des Discovery Channels herum, ein paar sind ganz gut gelungen und so habe ich sie einfach mal gesammelt.


Version vom WWF:

ich bin mir nicht sicher, aber die Originalversion des Liedes scheint wohl „I love the mountains“ zu sein?

Version 2

Der Discovery Channel rief damals im Jahre 2008 dazu auf, eine eigene Version hochzuladen, habe bisher aber davon noch wenige (gute) finden können, ihr?



Irgendwie bekomm ich Lust ne eigene Version zu drehen ;) Wer macht mit???!

Und was liebt ihr? Habt ihr Lust mit mir ein Video zu drehen? Also jeder filmt sich irgendwo da, wo er gerne ist oder beim dem, was er gerne tut… und im Nachhinein schneiden wir das zu einem Film zusammen? Bitte meldet euch bei mir :D

(aber es soll bitte nich so werden, wie die kanadische Version! und auch das Lied vom EU-Trip ist nicht so mein Fall…)




Read full story · Comments { 0 } · April 21, 2012 ·
24.05.2015 mondamo.de | Kontakt