Immer auf der Höhe der Zeit

Gerade heute habe ich darüber nachgedacht, ob ein iPhone mir lieber wäre als mein Handy. Ich verbringe schon so sehr viel Zeit im Internet, ich glaube, der Besitz eines iPhones würde mir nicht helfen, mein Leben zu vereinfachen. Na klar, inmitten vom Nirgendwo könnte ich herausfinden, wo ich mich geographisch gerade befinde. Und wenn man in einer Diskussion über eine bestimmte Hintergrundinformation unklar ist, ließe sich das schnell mit Wikipedia klären. Nur früher hat man vielleicht miteinander geredet, heute wirst du auf Google verwiesen. Da schläft die Kommunikation ja ein.

Abgesehen davon, kann man dann also überall auf der Welt auf seine Emails zugreifen. Das ist für mich eine Steigerung von dem Gedanken, „immer und überall verfügbar“ zu sein. Wozu das? Da bist du in einem Gespräch mit jemanden und wirst abgewürgt, weil ein Klingelgepiepe ertönt. Warum hat derjenige der anruft, größere Priorität als derjenige, der vor deiner Nase sitzt? Mir unbegreiflich. Ich schalte gerne mal mein Handy aus oder lasse es zu Hause liegen. Früher war das Leben ja auch so möglich :)

Wir haben also bessere Kommunikationsmittel – aber schlechtere Kommunikation. Wichtige Dinge werden nicht besprochen sondern in 160 Zeichen gequetscht. Kann das gutgehen? Wir müssen aufpassen, dass wir nicht uns total in der Isolationsfalle der technischen Errungenschaften verlieren: jeder nur noch für sich selbst, nicht mehr wirklich in Verbindung mit anderen.

Volker Strübing hat das in seinem Cartoon auch ganz gut zusammengefasst:

 

„Ich sag nur […] Überbevölkerung und Furztongenerator, mehr sag ich nicht. Na gut ich sag noch Atomkraft und Windkraft, und Bildzeitung, […] und Haustierpsychologen, Telefonwarteschleifen, und Golfplätze in der Wüste, und Billigflüge, Waljagd und Finanzcrashs, …“

(22.12.2011)

— Nachtrag 20.01.2012

Und da man vor lauter iphonieren die Welt um sich herum gerne mal vergisst, gibt es jetz ein App, das die potentiell gefährlichen Konsequenzen abmildert…

 

 

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