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Das Heimweh der Alten – Eine Kurzgeschichte

Der Alten Heimweh

Der Alten Heimweh

 

All die kleinen und großen Streits. Begraben.

All die Diskussionen über Möbelkauf, Arbeitsplatz und Kindererziehung. Vergessen.

Keine andere Frau mehr, die ihn ihr wegnehmen will.

Kein Klimpern der Gläser und Flaschen an einem feuchtfröhlichen Abend.

Kein Kaffeekränzchen bei Schwiegermama mit ihren muffigen Schränken und vermufften Themen. Schon lang nicht mehr.

 

Nur noch Mittagstisch, Klavierabende und Canasta jetzt.

Nur noch die tägliche Runde ums Heim und der unalltägliche Besuch der Enkel. Schön ist es dann.

Und manchmal ein kleiner Scherz dann und wann. Sein Necken abends im Bett, das an ein anderes Leben erinnert.

Der nie mehr gestellte Wecker auf dem Nachtisch und ihre Cremetube daneben.

Der Lavendelduft beim Einschlafen.

 

Und morgen wieder um den Block die Runde.

Vergessen all die Streits, die Ziele, die Hoffnungen.

Das volle Leben hinter sich, die gemeinsame Zeit.

Der Blick nach vorn, der Wunsch nach mehr… Begraben.

 

 

8|11|2013

 




Read full story · Comments { 0 } · November 11, 2013 ·
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Ein mutiges Projekt von vier Freunden

Wow, kurz vor dem Schlafengehen bin ich eben noch auf ein super ambitioniertes Projekt gestoßen! Vier Freunde haben sich aufgemacht nach Guatemala um dort für fast 2 Monate (56 Tage) an der Armutsgrenze zu leben. Also in echter Armut. Die Menschen die dort leben, müssen mit einem einzigen Dollar pro Tag auskommen. Was heißt das, wenn man es mal am eigenen Leib ausprobiert? Kannst du für einen Dollar am Tag leben? Ich finde es mutig, was sich die 4 Freunde da vorgenommen habe und unterstütze deren Projekt sehr gerne mit einem Filmkauf.

Man kann sich selbst aussuchen, wieviel man für den Film bezahlen möchte – 1 Euro wird dann mindestens an das Hilfsprojekt „Chino and Rosa Education Fund“ gespendet, je mehr man draufzahlt, desto mehr wird auch gespendet.

Ein paar Gedanken während ich den Film schaue:

  • ich finde es super spannend zu sehen, wie „Westler“ versuchen mit dem Problem der Armut umzugehen. Da wird kalkuliert und mit Zahlen jongliert. Wieviel Kalorien brauchen wir pro Tag zum Überleben, wieviel Nährwert steckt in welchem Nahrungsmittel. Kaufen wir uns ein Huhn („aber das legt doch nicht automatisch Eier!“) oder halten wir einfach an Gemüse fest?
  • dass sie sich das Leben sogar noch schwieriger, und somit realistischer gemacht haben, indem sie das tägliche zu Verfügung stehende Geld dem Zufall überlassen haben. So wurde jeden Morgen ein Zettel mit einer Nummer gezogen. Stand da eine 4, konnten 4 Dollar verwendet werden, stand da eine Null – gab es eben kein Geld für Essen, Holz oder anderes.
  • Hut ab, dass sie die Sache durchziehen – trotzdem die Jungs schon nach 2 Wochen schon gar nicht mehr glücklich schauten. Wenn nicht ausreichend Nahrung vorhanden ist, fehlt auch die Energie für jegliche Aktivitäten. Selbst als Christ krank wurde, sind sie geblieben.

Wer sich nicht sicher ist, ob er das Projekt unterstützen will, kann sich auch erst einmal die Video-Logs der Jungs anschauen. Während ihres Aufenthalts in Guatemala haben die vier kleine Videos und Updates online gestellt. Sicher schon einmal interessant genug: Vlog – Living on One – The Change Series.

Daily-Life Beispiel

 

Trailer


try to be poor

Und wie das so ist, wenn man in eine Richtung recherchiert, tun sich weitere interessante Funde auf. So gibt es auch eine kleine Doku über ebenfalls vier Freunde, die ein Leben in Armut in Haiti am eigenen Leib erfahren: 28 Tage in Haiti




Read full story · Comments { 2 } · Oktober 18, 2013 ·
Dies und Das, Leben und Lieben >>

Alle Zeit der Welt.

Ich möchte wieder die Zeitlosigkeit eines Kindes.

Ich möchte wieder, dass eine Woche unendlich ist

und der Tag, die Stunde soviel für mich bereit hält,

dass ich mich darüber vergesse.

Und wie ein Krug mit Wasser,

so werde ich mit Erlebnissen und Empfindungen gefüllt.

So nehme ich die ganze Welt in mich auf.

Und ihre Unendlichkeit ist dann auch in mir.

Ich würde mich nie mehr fragen,

wo der Sommer geblieben ist,

und wohin die Wolken mit all den Jahren gezogen sind.

Ich wäre hier.

Ohne alle Zeit, mit aller Zeit der Welt.

wind und sonne




Read full story · Comments { 2 } · September 9, 2013 ·
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Codecheck, Barcoo und WeGreen – Erfahrungsbericht

Ich möchte mal wieder spenden. Geld. Und zwar, wie gehabt (wer meinen Blog schon länger liest, weiß davon): fünf Prozent meines monatlichen Einkommens. Ich suche mir Projekte aus, die ich innovativ oder besonders unterstützenswert finde und stelle sie hier vor.

Heute bin ich über den Codecheck gestoßen und war sofort angetan. Von der Informationstiefe, der Übersichtlichkeit, der Sachlichkeit. Wunderbar.

WeGreen und die Nachhaltigkeitsampel – eine Kritik

Ich hab mich erinnert, dass ich soetwas ähnliches schon einmal gesehen hatte: nämlich auf wegreen. WeGreen wird gehyped, das Internet ist voll von Artikeln und Lobpreisungen. Aber gebe ich „Nutella“ ein… steht da nur „hier können Sie Nutella kaufen“. Seltsam. Da ist auf allen Websiten die Rede von der Nachhaltigkeitsampel doch auf der Website von WeGreen selbst finde ich da nichts auf Anhieb.

Dazu gehörig gibt es auch eine App, die barcoo. Hier findet sich tatsächlich ein riesiges Spektrum an Produktinformationen. Aber eben auch gleich Werbung mit dabei. Darauf reagiere ich allergisch. Da möchte mir eine App erzählen, wie ich nachhaltig zu leben habe… und will mich doch nur als manipulierbare Kaufkraft und Konsumenten behandeln. Mein Test galt Coca Cola. Schaut mal meinen Screenshot an:

barcoo kritik

  • ich muss ewig runterscrollen um überhaupt den gelben Kreis der Nachhaltigkeitsampel zu sehen
  • Coca selbst darf Werbung schalten, dass sie ja ach so umweltschonend sind, weil sie Pfandpflaschen haben
  • Real, Edeka etc. werben, dass sie in der Nähe sind –> finde ich persönlich seltsam, weil ja die App doch dafür gedacht ist, im Supermarkt zu stehen und einen Barcode einzuscannen?
  • Die erste Bewertung die man sieht ist „erfrischend!“ –> nein, das ist gaaar nicht manipulativ ^^

Fazit: Ich habe die App von meinem Handy wieder gelöscht.

 

Codecheck – benutzerfreundlich und fortschrittlich

Gut, dann will ich mal auch Lob und positives Feedback geben: Codecheck.info funktioniert ganz im Sinne des Verbrauchers:

  1. Sucheingabe bzw. Code scannen
  2. brauchbare Informationen erhalten
  3. fertig :)

Der obligatorische Gegencheck, auch hier Coca Cola zu prüfen, ergab folgendes:

codecheck verbraucher informationen

Ich erfahre von den weniger schönen Inhaltsstoffen E338 und E150d und kann mir mit zusätzlichen Berichten meine eigene Meinung bilden. Schade, dass hier nicht auf Nachhaltigkeit eingegangen wird – zB wie groß der Wasserverbrauch in den Produktionsstätten ist, und dass die Menschen vor Ort halb (ganz?!) verdursten… Gut, das ist ausbaufähig – aber bei anderen Produkten werden zumindest Umweltinformationen/-warnungen gegeben.

Begeistert bin ich aber auch von der Website an sich. Der schlichten Aufmachung, einzig dem Ziel des praktischen Nutzens gewidmet. In unserer werbeverstopften Welt gibt es das selten noch.

codecheck vorteile

Die einzelnen Produktinformationen werden von den engagierten Machern gesammelt, können aber durch die Webcommunity ergänzt werden. (Wer fühlt sich berufen??!!) Auf Codecheck kann man nicht nur die Produkte selbst begutachten und bewerten. Hier gibt es auch eine Fülle an Informationen und Nachrichten, die für den Verbraucher relevant sind.

Alles im allem haben die Macher gute und wertvolle Arbeit geleistet. Dafür öffne ich gerne meine Geldbörse.

 

 




Read full story · Comments { 0 } · Juli 30, 2013 ·
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Das Geschenk des Friedens

Ich habe die seltsame Angewohnheit, hin und wieder Geschichten aus dem Krieg zu lesen. Das macht mir keinen Spaß. Im Grunde will ich noch nicht einmal wirklich wissen, was alles Grauenvolles in der Welt geschieht oder passierte.

Aber wenn mich die Stimmung packt, in der ich mit meinem Leben nichts anzufangen weiß… oder irgendwie das Gefühl bekomme, mir wachsen Probleme oder Forderungen über den Kopf. Dann weiß ich: Es ist Zeit, Carolin Emcke aus dem Regal zu holen.
Sie schreibt „VON DEN KRIEGEN„, die sie als Journalisten miterlebt hat. Sie veröffentlicht hier Briefe an ihre Freunde und Familie, die sie aus den Krisengebieten heraus geschrieben hat. Oder im Nachhinein verfasst hat, um Erlebtes zu verarbeiten.

Geschichten fremder Menschen

Ich lese nur kapitelweise. Manchmal sogar noch weniger. Lese von den Menschen, wie sie in Situationen grenzenloser Ohnmacht leben. Wie sie Gewalt und Ungerechtigkeit erfahren. Freunde oder Familie verlieren. Und es tut so weh. Beim Lesen. Die Vorstellung allein, das Mitempfinden tausende Kilometer entfernt.

Da ist das Bild des zehnjährigen Mädchens aus Gjakova, das vor den ausgebrannten Trümmern ihres früheren zu Hauses stand und ohne Unterbrechung redete, wirr und wie zusammenhangslos. In dem Haus waren ihr Vater, ihr Bruder, ihre Tante und zwei ihrer Cousins umgekommen. Die Soldaten hatten sie und ihre Mutter aus dem Haus geschickt, dann die verbliebenen Männer umgebracht und das Haus angezündet. Emcke schreibt:

Ich kann nicht vergessen, wie sie da stand, auf ein paar Mauersteinen, leicht schief, weil es keinen ebenen Boden mehr gab; dass sie nicht richtig sprechen konnte, uns zeitweise nur wortlos anstarrte, dann weiter sprach und so gar nicht wütend wirkte. Sie war still und ruhig, nur hin und wieder schien sie irritiert, wenn sie merkte, dass sie das Kunststück nicht mehr beherrschte: Wie man Sätze bildet und etwas Sinnvolles mitteilt.

Ich lese von diesen Menschen… es schnürt mir die Kehle zu, es macht mich unendlich traurig. Wie eine Familie auf dem Boden ihres Hauses rumkriechen muss, weil draußen Armee und Rebellen seit Stunden im Schusswechsel sind. Das Tränengas, das durch das Fenster in der Küche landet führt zu einem Schreikrampf der Kleinen… und die Katze würgt sich fast zu Tode. Ich bin immer wieder fassungslos.
Und dann wird meine kleine Welt wieder „ins rechte Licht“ gerückt. Dann komme ich wieder bei mir an und der unendlich großen Dankbarkeit die ich für dieses Leben empfinde.
Und der Dankbarkeit, in Frieden leben zu dürfen.

Das Geschenk, in einer friedlichen Welt zu leben

Es ist ein unglaubliches Geschenk, mit lieben Menschen gemeinsam in der Küche zu sitzen, zu plaudern, zu lachen, sich über den Tisch die Butter und das Brot zu reichen. „Magst du noch etwas vom Tomatensalat?“
Es ist ein wunderbares Geschenk, spazieren gehen zu können. Die laue Abendluft einzuatmen, das Wispern der Blätter in den Bäumen zu hören.
Frieden.

 

Frieden Ruhe Stille

Mit meiner Freundin abends die friedliche Stille am See genießen.

 

Ich kann in den Supermarkt gehen und die Regale sind gefüllt mit so vielen Sachen, mit soviel Luxus. Ich hab Lust auf Vanillepudding, auf Couscous mit Gemüse, oder doch lieber was anderes? Kein Problem. Es ist alles da. Wie als wär man König.

Ich lese Carolin Emcke und bewundere sie für ihren Mut. Warum sie immer wieder das Risiko eingeht, ihr Leben aufs Spiel setzt… um bei Fremden zu sein und freiwillig deren Schicksal zu teilen, wird sie oft gefragt. Sie hat selbst keine endgültige befriedigende Antwort parat. Aber sie schreibt:

Ich will Zeugin sein, bei den Menschen, denen Unrecht wiederfährt.
Aber der Krieg stößt mich ab.
Jedes Mal.
Es wird nicht weniger.
Ich gewöhne mich nicht daran.
Ich bin nicht fasziniert von Leichen und Verwüstung.
Mich widert es an.
In dem Moment, wo ich begänne, solche Reisen erträglich zu finden – würde ich aufhören.

kriege emcke „Von den Kriegen

Briefe an Freunde“

von Caroline Emcke,

2004




Read full story · Comments { 1 } · Juli 26, 2013 ·
Dies und Das, Leben und Lieben >>

Einfach mal „Danke!“ sagen – Menschen, die unserem Leben mehr Farbe geben

Was bedauerst du in deinem Leben am meisten? Und wer ist der Mensch, der dich am meisten beeinflusst hat im Leben? Zwei Fragen, die mir folgende Videos in mir aufgeworfen haben: Und diese Perlen möchte ich mit euch teilen!

 

Sich einmal die wichtigen Fragen stellen

Das ambitionierte Filmprojekt „fifty people one question“ stellt auf der Straße zufällig angetroffenen Menschen sehr tiefgründige Fragen – und manch einer lässt sich wirklich auf die Frage ein. Da kommen sehr bewegende Antworten und kurze Einblicke in des Menschen Seele zustande. Wie auch in dem Film auf den Straßen Irlands: Was ist es, was du am meisten bedauerst? Da gibt es das Mädchen, dass ihren kranken Großvater nicht mehr besucht hat, oder den alten Mann, der nach 50 Jahren erst die Frau seines Lebens geheiratet hat und mit ihr nur noch ein Jahr hatte. Und es gibt auch recht viele, die guter Dinge sind und meinen: Ich bereue nichts, ich nehme das Leben wie es kommt.

Dieses Video hat mich sehr nachdenklich gestimmt und weil es sich so viel Zeit lässt, rührte es doch an den wunden Punkten in mir… da kamen Bilder hoch und bald kullerten die Tränen. Auch wenn ich nicht wirklich etwas in meinem Leben bereue… also nichts, was ich getan habe… so tut es mir doch in der Seele weh, meiner Mutter nicht oft genug gezeigt oder gesagt zu haben, wie sehr ich sie liebe.

Ich fühle so unendliche Dankbarkeit meiner Mama gegenüber und es tut mir leid, dass ich das so selten zeige. Sie ist so lieb und voller bedingungsloser Liebe mir gegenüber – und ich bin zu oft ungeduldig und unwirsch, anstelle über Kleinigkeiten hinweg zu sehen und einfach nur unserer Liebe nachzuspüren und ihr meine Liebe genauso frei zurückzugeben, wie sie es auf jeden Fall verdient. Sie ist immer für mich da, wenn ich sie brauche und sie nimmt mich im Grunde so, ganz gleich wie ich bin. Sie nimmt mich wenn ich schreie und schimpfe, wenn ich froh bin, oder laut und übermütig, sie nimmt mich wenn ich krank bin und mich nicht stark fühle, sie ist bei mir und trägt mich… Ach danke danke danke Mama! Es tut mir leid, dass ich dir meine Liebe so verschweige.

 

Dankbarkeit zeigen – Sag den Menschen, wie du fühlst!

Heute bin ich auf eine Kurzdoku gestoßen über ein wissenschaftliches Experiment zum Thema Glücklichkeit (haha, gibt es das Wort überhaupt?). Sie ließen die Menschen sich hinsetzten und einen Augenblick nachdenken, wer ihnen im Leben am meisten mitgegeben hat. Wer hat dir etwas besonders Gutes getan? Aber schaut selbst:

 

 

Ich kenn das Gefühl, so dermaßen dankbar zu sein, dass ich fast platze vor Gerührtheit. Doch selten ergreife ich die Chance, dem Menschen dann auch zu zeigen, wie sehr ich bewegt bin. Wie sehr ich dankbar bin, dass es ihn in meinem Leben gibt. Warum eigentlich? Wenn Menschen mich glücklich machen, sollten sie das auch wissen dürfen, oder? :)

 

Freunde sein und Sommerzeit




Read full story · Comments { 7 } · Juli 12, 2013 ·
Leben und Lieben, Video >>

„Das ist das Leben“ – Top 10 der anspruchsvollen Serien

Ich gebe zu, ich liebe Serien. Das ist aber eigentlich auch gar nicht so verwunderlich, da ich hier zwei Leidenschaften vereint finde:

  1. als Cineast mag ich außergewöhnliche, unkonventionelle und zum Nachdenken anregende Filme 
  2. als Leseratte verfange ich mich gerne in die tiefsten Abgründe menschlichen Daseins.

Eine Serie vermag beides zu verbinden: visueller Anspruch, gepaart mit guter Musik und wortgewandten Dialogen – und eine gute Story, in die man so richtig eintauchen kann. Wenn die Serie gut ist, dann trägt sie dich, dann nimmt sie dich mit auf eine Reise. Natürlich sind gute Serien eher wie seltene Perlen: nicht so leicht zu finden. Wir sind überschwemmt mit billigem Kitsch, sinnfreier Action und einer Menge puppengleicher Helden… da unterscheiden sich manchmal Serie und Werbepause kaum mehr voneinander. Aber es gibt sie: Serien, die wirklich eine Geschichte erzählen: in der sich die Figuren entwickeln, ein Innenleben haben und vor allem ihren eigenen Kopf. Hier also mal eine Liste meiner Lieblingsserien.

Dexter

Was Dexter am meisten erzeugen kann ist: Spannung. Wie wird es weiter gehen, wie kommt er nun aus diesem Schlamassel raus? Wer ist ihm auf der Spur, wie kann es ihm gelingen, die Schlinge um seinen Hals wieder zu lösen? Aber auch: gibt es gute oder schlechte Menschen? Gibt es Monster in uns? Und sind wir ihnen ausgeliefert? Kann ein Trauma in der Kindheit rechtfertigen, dass man heute Unrechtes tut? Und sei es auch nur mit einer Art Kodex, den man zu befolgen hat. Können denn alle anderen Mörder und Serienkiller schlecht und erbärmlich sein, wenn Dexter selbst seine Gründe hat? Anders als viele Fans, brauche ich gar nicht mal mehr so die Spannung, oder „was sich nun wieder neues ausgedacht wird“. Ich wünsche mir wirklich, dass er einen Weg findet, seine inneren Konflikten zu meistern. Es gibt viele Serien, die viel Blut und Action zeigen, und ein Mensch nach dem anderen wird weggemetzelt, als wäre das ohne Bedeutung. Wer von solchen Medien zu Dexter wechselt, der schimpft nach ein paar Staffeln vielleicht, dass Dexter zu weich würde, „zu menschlich“… aber gerade das ist es, was ihn mir so sympathisch macht. Ein dermaßen sympathischer Antiheld.

 

dexter schoki

Six Feet Under

Es ist wohl für die meisten von uns eine recht seltsame Vorstellung, eines Tages zu sterben. Dass es für andere allerdings auch ein recht lukratives Geschäft sein kann, ist eine makabere Vorstellung. In dieser Serie geht es um eine Familie, deren Familienunternehmen ein Bestattungsinstitut ist. Besser noch: ihr Wohnhaus selbst, dient auch den Trauerfeiern und als Leichenhaus. Über die Jahre hinweg sind diese Familienmitglieder alle etwas eigen geworden. Das gibt dann eine merkwürdige Konstellation aus abenteuerlichen Weltenbummler, verklemmten Arbeitstier, aufmüpfiger Hippietochter und distanzierter nach außen hin unterkühlt wirkender Hausfrau. Sie alle sind im Gespräch mit dem verstorbenen Familienoberhaupt und haben ihre ganze eigene Geschichte zu bewältigen.

Die Charaktere sind mir alle einzeln ans Herz gewachsen & ich habe es einfach geliebt, dass schwierige Themen und Fragestellungen aus dem „echten Leben“ aufgenommen und kontrovers erfrischend anders erörtert werden.

 

Mad Men

Ich habe immer davon geträumt, dass es mal Filme gibt, die das Zusammensein NACH dem Happy End verfilmen. In den meisten Hollywoodstreifen geht es immer nur um die Frage: Kriegt er sie? Können sie alle Missverständnisse und Hürden auf dem Weg zur Traumbeziehung überwinden? Und dann gibt es romantische Musik, das Paar fällt sich in die Arme, und wenn sie nicht gestorben sind, dann küssen sie sich noch heute… Ich denke manchmal, dass das Leben um sovieles interessanter ist – und dass eine Beziehung soviel mehr bietet, aber auch soviel mehr fordert.

Mad Men knüpft genau da an: auf dem ersten Blick mag die Serie schwerfällig daher kommen. Weil sie sich Zeit lässt: Zeit, die Charaktere vorzustellen; Zeit, die Menschen sich entwickeln zu lassen. Im Mittelpunkt steht Don Draper, ein wortkarger doch sehr charismatischer Mann. Es sind die 60er Jahre, wo von der amerikanischen Lady noch ein perfektes Hausfrauendasein erwartet wurde. Die Geschichte spinnt sich um eine Werbeagentur, die alles daran setzt, den Menschen Produkte schmackhaft zu machen: das Verlangen nach mehr, perfekt, besser… ein anderes Leben.

Umso bewegender ist es, zu spüren, dass kaum einer der Protagonisten glücklich ist mit seiner Lage. Bezeichnend ist auch das Intro: Ein Mann steht in seinem Büro und bemerkt, wie alles in sich zusammenstürzt. Seine hart erarbeitete Welt bricht zusammen, er fällt die mit Werbeplakaten umkleideten Hochhäuser herunter – taumelt, bis er sich bei einer Zigarette wieder fängt.

Matt Zoller Seitz  fasst die Thematik passend so zusammen:

Mad Men is the story of a lot of complex, often infuriating characters whose individual stories are all reflected and refracted through the show’s hero. The hero is a man who keeps running away from himself instead of looking inward to try to figure out why he runs. The hero is a man who was abandoned over and over throughout his life. He felt unloved even when he was loved dearly (just like the refrigerator monologist), and spent much of his adult life seeking perverted facsimiles of love, then abusing and betraying the people who gave him real love, because he was so damaged that he couldn’t recognize love as love.

 

 

The Mentalist

Ein arrogant wirkender Scharlatan wird eines Tages Opfer eines schlimmen Verbrechens. Seither hilft er der Polizei mit seiner Fähigkeit, Menschen und Situationen zu durchschauen, Fälle aufzuklären. Getrieben von dem Wunsch nach Rache: Den Täter seines eigenen Traumas dingfest zu machen. Doch der liebt das Spiel des Jäger und Gejagten und lässt sich nicht so leicht finden.

Klingt wie eine simple Idee, die schon zigfach kopiert wurde. Ist es im Grunde auch. Doch die Serie besticht durch die Dialoge, die Intelligenz und der berührenden Charakterzeichnung der beiden Hauptpersonen Jane und Lisbon.

 

Girls

Der Titel, der alles suggeriert nur nicht das, worum es wirklich geht. Vier verrückte junge Frauen, die alle versuchen ihr Leben zu meistern. Und dabei trotz aller offensichtlichen äußeren Unterschiede dermaßen viel gemeinsam haben: sich selbst am wichtigsten zu nehmen, Erfüllung durch den Partner finden zu wollen, exzentrisch zu sein.

Masters of Sex

Die Erforschung von Sexualität – sowohl am eigenen Körper, in den eigenen Beziehungen, als auch am „Erforschungsobjekt“ (den freiwilligen Versuchskaninchen) – ist die eine spannende Problematik dieser Serie. Die andere ist das Zwischenmenschliche, und das Wachsen oder Entwachsen in Beziehungen.

Louis

Jemand, der über sich selbst gut lachen kann und als liebevoller Vater, verzweifelter Liebhaber und Midlife-Crisis-mid-Vierziger eine gehörige Portion Humor und Zynismus mitbringt.

 

Breaking Bad

Spannend von Anfang bis Ende. Ungewöhnlich gerade am Anfang. Schön skurril zuweilen. Und wunderbar aufs Menschliche konzentriert.

 

Top Serie Nr. 9

Dann gibt es noch eine kleine Zahl von Serien, die ich sehr gerne geschaut habe… die tummeln sich quasi alle auf Platz 9 und 10. Vielleicht aber warte ich nur darauf, noch so einen Schatz zu entdecken, der mich lachen und weinen lässt und vor allem: mitfühlen.

Wer also einfach nur „richtig gut“ unterhalten werden will, dem empfehle ich:

  • Shameless – die Ghettokids einer Großfamilie versuchen ohne Eltern über die Runde zu kommen, mit viel Humor, Originalität und Lovestory
  • Scrubs – ein angehender Arzt lernt erwachsen zu werden
  • True Blood (wobei ich nur die erste Staffel tauglich finde) – Sagengestalten zum Leben erweckt: und sie wollen auch noch Mitsprache-Rechte in der Politik der Menschheit ;)
  • Downton Abbey – der Adelsstand mit seinem großen Gefolge an Dienstmädchen und Kammerdienern; und wie sich nach der letzten Jahrhundertwende alles für sie langsam aber sicher änderte
  • Avatar, der letzte Luftbändiger – ein 12jähriger Junge soll Frieden in die Welt bringen, und muss dabei lernen, alle Elemente zu beherrschen. Ein Cartoon der weise und spirituell lehrt, dass es nicht einfach nur Gut und Böse gibt.

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Read full story · Comments { 12 } · März 3, 2013 ·
Gesellschaft, Natur und Umwelt >>

Das Huhn, oder das Ei?

Eine kleine kurze Reportage, und schon möchte ich mein Kaufverhalten von Grund auf umkrempeln. Es geht um das Huhn und auch um das Ei, denn in Deutschland stehen wir vor dem Problem, dass wir uns entscheiden müssen. Soll es ein Masthuhn sein, oder eine Legehenne? Wird es eine Legehenne, so werden kurz nach dem Schlüpfen Millionen männliche Küken aussortiert, und vergast oder verschreddert. Da kommt mir die Galle hoch. Ebenso, einmal mehr die Bilder sehen zu müssen von Massentierhaltungs- und Züchtungsanlagen.

Was ich vorher aber nicht gewusst habe – wobei es mir klar hätte sein müssen! – ist, dass genauso wie beim Gemüse, der heutige Landwirt auch bei der Fleisch- oder Eierproduktion davon abhängig ist, jedes Jahr neue Tiere geliefert zu bekommen. Neue Hochzüchtungen von sogenannten Hybridhühnern. Und auch viele Biobetriebe sind auf diese Hybridzüchtungen angewiesen. Es ist also ein nicht enden wollender Teufelskreis von abartigen Haltungsbedingungen, übermäßiger Produktion mit hohem Anteil an Export, unerhörten Billigstpreisen und einer Menge Menschen, die sich darüber überhaupt keinen Kopf machen.

Angelika Gsellmann mit einer Sulmtaler Henne

Foto: herrmannsdorfer.de

Diese Tretmühle durchbricht nun Angelika Gsellmann von den Landwerkstätten Herrmannsdorf (bei München): seit 2009 werden hier alte Hühnerrassen weiter gezüchtet, dass sie sowohl zur Eierproduktion dienen als auch im Suppentopf landen können. Es sind sogenannte Zweinutzungshühner, wie es sie früher nur gab. Und auch den Traum von Frau Gsellmann von einer zukunftsfähigen Hühnerwirtschaft teile ich: Dass es bald einfach wieder ganz viele Kleinsthöfe gibt, bei denen man Eier von wirklich glücklichen Hühner kaufen kann.

Hier die kurze Reportage über das Kombihuhn:

 

siehe auch:

 




Read full story · Comments { 2 } · November 9, 2012 ·
Gesellschaft, Leben und Lieben >>

Wozu ist das Leben da?

Vor kurzem kam ich in den Genuss, ein paar Tage lang am Leben einer Hauskatze zu teilzuhaben: Morgens schläft sie lange aus, dann isst sie etwas, geht kurz aufs Klo, um sich dann ein sonniges Plätzchen zu suchen, wo sie sich hinrollt und weiterschläft. Nach ein paar Stunden streckt sie sich in alle Richtungen, leckt sich das Mäulchen und putzt mit einer Behäbigkeit ihr Fell. Dann schaut sie auf, zum Fenster. Und schaut, und schaut… wendet sich wie gelangweilt ab, wechselt ihren Standort, sitzt dort eine Weile untätig rum, nur um sich dann ein anderes Fleckchen Kissen zu suchen, das sie sich behaglich zurechtstupst, um dort erneut zusammengerollt die nächsten Stunden zu verbringen. Und wenn die Nacht anbricht, hüpft sie aufs Dach, geht dort spazieren, lauscht dem Mond und den Stadtgeräuschen, macht sich auf Entdeckungsreise, nur um sich alsbald wieder in der Wohnung anzufinden und schlafend in eine Ecke zu kuscheln.

Foto: dasjabbadas

So lebt die Katze, dachte ich mir, tagein, tagaus. Und sie scheint ganz zufrieden damit zu sein. Wenn ich es mir genau überlege, so symbolisiert das Leben der Katze doch ein perfektes Ankommen in der Gegenwart: sie lebt nur im HIER und JETZT, ist ganz und gar sie selbst, LEBT sich selbst im jeweiligen Moment. Sie hat kein Ziel. Sie IST einfach.

Ich finde, wir können von der Katze lernen. Ich Mensch strebe immer nach etwas, bin auf der Suche, lebe viel zu oft im Morgen.

Vor allem ist da die Gefahr, dass nach dem Falschen gestrebt wird – nach etwas, was am Ende gar keine Erfüllung bringt:

 

Ich denke mir manchmal, das Leben selbst will einfach nur gelebt werden. Also voll und ganz: achtsam wahrgenommen, er-lebt. Es ist doch ein wunderschönes Geschenk, die Möglichkeit zu haben, die Welt zu erfahren: mit allen Sinnen, in all ihren Facetten! Vielleicht hänge ich mir bald einen Zettel auf: „Ich diene der Freude!“ oder so ähnlich, und versuche fortan meine Entscheidungen danach zu fällen, ob ich damit Freude sähen und ernten kann.

Alles andere ist vielleicht Zeitverschwendung: Auf ein imaginäres Ziel hinschuften, im Hamsterrad der Verplichtungen verloren sein, das Arbeiten für ein besseres Morgen, wo es doch nur ein Heute gibt, das gelebt werden will.


Buchtipp

Einer unter 6 Milliarden:

Was Menschen erleben, träumen und hoffen.




Read full story · Comments { 1 } · November 9, 2012 ·
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Gedanken zum Alleinsein

Ich bin ein Freund der Sprache: Eine mir besonders liebe Beschäftigung ist es, die Wortherkunft zu ermitteln und Wortzusammenhänge zu verstehen. Es ist so etwas wie die Psychologie der Sprache, dem tiefergehenden unbewussten Sinn vom Gesagtem.

Nehmen wir den Satz: „Ich bin allein.“ Häufig ist das ja konnotiert  mit einem unangenehmen Gefühl von Einsamkeit. Doch was sagt uns das Wort „allein“? Ich stelle mir dann immer (sehr unwissenschaftlich) vor, wie damals die Wörter entstanden sind. Vermutlich viel mehr aus dem Bauch heraus, aus einer Art intuitiven Weisheit über Zusammenhalt der Welt und die Zusammenhänge im Leben. Das hat so etwas ganz ursprüngliches, näher an der Wahrheit liegendes. Und wir nutzen heute diese Wörter, meist ohne den tiefergehenden Sinn zu erahnen, der hinter einem Wort liegen kann.

Mit „allein“ ist das auf dem ersten Blick gar nicht so schwer: ALL – EIN. Alles ist eins?!

Mein etymologisches Wörterbuch (dtv, Wolfgang Pfeifer) gibt folgende Auskunft:

allein Adj. ‚ganz für sich‘, mhd. alein(e) zusammengewachsen aus der Verbindung von ahd. ein, mhd. eine, ein mit verstärkendem ahd. mhd. al ‚ganz und gar‘

Wer allein ist, ist als ganz und gar eine(r). Heißt das vielleicht auch, nur wenn du allein bist, kannst du wirklich „ganz du selbst“ sein?

Suche ich mir das Wörtchen „all“ im selben Wörterbuch steht da weiterhin:

all Adj. ‚umfassend, ganz‘; leitet sich her aus einer Wurzel zu ie. *al- ‚wachsen‘ gebildeten Partiziapialform ie. *alnos ‚ausgewachsen, vollständig, komplett‘; durch Assimilation entsteht germ. *alla-. Daneben ist eine zweite Form germ. *ala- anzusetzen, wie sie durch ahd. alawari ‚freundlich‘ (nhd. albern), got. alamans ‚Menschheit‘ gefordert wird.

Na klar: alamans – alle Mann… = Menschheit ;)

Ich weiß nicht inwiefern diese Brücke geschlagen werden darf, jedoch komm ich nicht umhin bei der germanischen Form *alla an Allah, das arabische Wort für Gott zu denken. Und ja: ist denn Gott (Allah) nicht alles was existiert? Oder zumindest IN allem?

Zurück zu dem Wort „allein“. Das Wort „all“ trägt also die ursprüngliche Bedeutung  von „wachsen“ und „ausgewachsen“ in sich.

Wer also allein ist, der ist vollkommen zu sich selbst gewachsen und gleichzeitig in seinem Sein mit allem was es gibt, dem Göttlichen, in sich vereint.

 

 

Foto: Burçin Esin

 




Read full story · Comments { 0 } · August 29, 2012 ·
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Trostboxen für todunglückliche Eltern

Dass das Leben unberechenbar ist, zeigt sich manchmal im Krankenhaus auf der Station für Neugeborene und Babys. Ich habe gerade die Geschichte von Balduin gelesen, der 2008 im Alter von gerade mal vier Monaten gestorben ist.

Foto: balduins-box.de

Den Schmerz und die Ohnmacht, die Eltern in so einer Lage wohl empfinden, mag ich mir gar nicht versuchen auszumalen. Doch schlimmer noch: Ärzte und Pflegepersonal sind bei solchen Tragödien meist überfordert und wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen. Daniela Becker, die Mutter von Balduin schreibt:

Während ich Balduin auf dem Arm hatte und er langsam entglitt, stellte sich eine Schwester mir gegenüber und blickte ständig auf den Monitor über mir und wartete darauf, dass der Herzschlag aufhörte. Ich empfand diese „Totenwache“ als sehr störend. Kurz vor Balduins Tod kam der Oberarzt mit einer riesigen, ca. 20 cm langen Spritze, die er meinem 50 cm langen Sohn verabreichte, obwohl ich schreiend daneben saß und darum bat, dies zu unterlassen. Unmittelbar nachdem Balduin gestorben war, wollte man ihn mir abnehmen und ihn von allen Kabeln befreien, dabei wollte ich meinen Sohn einfach noch etwas halten und dann ins Bettchen legen.

Aus dem Wunsch heraus, sie hätte die letzten Stunden im Leben ihres kleinen Sohnes anders mit ihm verbracht, wäre sie anders auf den Abschied vorbereitet gewesen oder besser in ihrer Lage unterstützt worden… entstand zusammen mit der „Kinderfee Hamburgs“ (Tina Tappehorn) die Idee einer Trostschachtel für Eltern mit sterbenskranken Babys.

So setzt sich der Verein „Balduins Box“ dafür ein, dass in Intensivstationen Boxen angebracht werden mit einer Anleitung zur Unterstützung des Abschiedsprozesses für die Pfleger und Schwestern, sowie Schachteln für die Eltern. In jeder Schachtel befindem sich:

ein Heft mit (Lied)Texten, ein Rosenquarz zum Halten, ein Seidentuch zum Abdimmen des Lichtes, ein elektrisches Teelicht, Muscheln und Sterne…

Ich finde diese Idee so liebevoll und schmerzlich schön, dass ich das Projekt unbedingt unterstützen will. Das sind Momente, wo man eigentlich leider gar nichts tun kann, weil den Eltern jede Hoffnung genommen wird. Aber das so eine kleine Box helfen kann, auf dem Weg mit der Trauer umzugehen, davon bin ich überzeugt. Deswegen geht meine monatliche 5-Prozent-vom-Gehalt-Spende dieses Mal an Balduins Box e.V..

Aufmerksam geworden auf Balduins Box bin ich durch eine wunderschöne Aktion von Anne Wangrin (Hometown Glory): An einem Samstag Nachmittag setzten sich Freiwillige zusammen und bemalten insgesamt 50 Trostboxen mit aus dem Herzen kommenden Motiven:

  

 
Fotos: Maret Voss (Social Up!)
 




Read full story · Comments { 0 } · Juli 17, 2012 ·
Alternativ Wohnen, Natur und Umwelt >>

Freiluftschwimmen zu Hause

Die Idee eines „natürlichen Swimmingpool“ gefällt mir außerordentlich gut. Hier im Video kann man sehen, wie natürlich Seepflanzen und Wassertierchen den Pool sauber halten:

Ich wüsste jetzt nur zu gerne: muss man Wasser nachfüllen, wenn es nicht regnet?

Muss man den Schwimmbereich hin und wieder von nachwachsenden Pflanzen reinigen und wenn ja: wie macht man das?

Woher kommen die Tiere – von ganz alleine? Und wo finde ich natürliche Seepflanzen?

Falls ich je einen Swimmingpool in meinem Garten bauen will, werde ich wohl auf die Idee zurückgreifen. Ein bisschen Bammel hätte ich ja, dass aus dem „Wild Swimmingpool“ über kurz oder lang ein Sumpf wird, aber das wird die Erfahrung vielleicht zeigen?

Weitere Informationen und eine Do-It-Yourself-Anleitung auf organicpools.co.uk

Bild: www.organicpools.co.uk

 




Read full story · Comments { 1 } · Juli 13, 2012 ·
Dies und Das, Humor >>

Wedder Wedder

Hallo ihr lieben, 

das gute zuerst, ich soll euch vom sommer grüßen, es geht ihm den umständen entsprechend gut und er freut sich über unsere anteilnahme.

wie ihr ja sicher schon mitbekommen habt, ist der sommer ein echter härtefall derzeit, aggressive sturmausbrüch, überschwemmende wolkenentladungen, nichts für schwache nerven…

 

Bild: Tim Daniels

… also habe ich ihn gestern mal zu mir nach hause eingeladen und er lag dann bei mir auf der couch. gut, das hat ihn einiges an überwindung gekostet, aber ich hab dann einen kleinen regentanz aufgeführt, nur um ihm mal kurz den spiegel vorzuhalten. als er mich dann da so rumhüpfen sah, fand er das grauenvoll, hehe – warum nur, kann ich gar nicht verstehen… – war dann aber kooperativ und zeigte sich gesprächsbereit.
meinen fragen nach derzeitigen belastungen wollte er erst ausweichen, aber als ich ihm mit alternativem swoodoo-voodoo auf die sprünge helfen wollte, platzen die umweltbelastungen nur so aus ihm heraus.
er fühlt sich derzeit extrem überfordert, die menschen wären nicht zimperlich im umgang mit den ressouecen, und das hat im laufe der jahre halt seine spuren hinterlassen. er bedauert das sehr, sieht es aber als einen erklärbaren, wenn auch oftmals unverständlichen und unnatürlichen prozess an.
der sommer ist also beruhigender weise weder verrückt noch wirklich desorientiert, durchlebt aber gerade aufgrund des zuviels eine identitätskrise, die sich darin äußert, dass er nicht mehr weiß, ob er lachen oder weinen soll – wir haben es bemerkt.
ich erzählte ihm dann von dem derzeit grasierenden burnout-phänomen und er war erleichtert, als er hörte, dass er damit nicht alleine ist. reden hilft.

in anlehnung an das alte kinderlied „…es war eine mutter, die hatte vier kinder, den frühling, den sommer, den herbst und den winter…“ führten wir noch kurz eine kleine familienaufstellung durch. es war abenteuerlich, emotional und ziemlich komplex, aber am ende hat sogar die sonne geschienen.

auf die frage, was wir tun könnten, um ihm zu helfen, wieder mehr zu sich zu kommen, wurde er recht still und bat um mehr achtsamkeit.

tja, besser hätte ich es auch nicht sagen können.

versprechen konnte ich ihm nichts, außer euch davon zu berichten.

ich wünsche euch allen einen schönen sommer und erholsame ferien!

Vielen Dank für diesen Beitrag an Larissa

 

Bild: Kimb0lene




Read full story · Comments { 0 } · Juli 10, 2012 ·
Gesellschaft, Natur und Umwelt >>

Essbare Stadt – LebensMittelPunkt

Seit über 2 Jahren verfolgt Andernach, eine Stadt im Westes des südlichen Mitteldeutschlands, die Idee, statt der üblichen Blumenbepflanzung Essbares und Wildkräuter anzupflanzen. Das ist wirklich ein wunderbares Pilotprojekt und ich staune und freue mich, das so etwas in Deutschland möglich ist.

Jeder Bürger kann sich einfach von den Salaten, Tomaten und Bohnen bedienen. Zudem werden auch seltenere Arten gepflanzt, dass wieder etwas von der natürlichen Artenvielfalt erhalten bleibt.

Daumen hoch! Und ich bitte doch sehr um Nachahmer!

Wie hat Andernach das geschafft?

2010 war in Andernach das Jahr der Tomate. 101 verschiedene Tomatensorten wurden angebaut und die Bürger konnten sich reichlich bedienen.
Bild: Eliza

Im britischen Todmorden (was ein Name…) ist etwas ähnliches aus einem kleinen Guerilla-Gardening-Projekt entstanden. Die Initiatoren wollten einfach, dass die Stadt sich in Zukunft selbst versorgen könne. Frage mich nur, wo all das Geld für die Pflanzen herkommt, und so Pflege der Beete ist doch sicherlich auch aufwändig? In einer verkehrsdröhnenden Großstadt würde ich dann wohl eher nichts pflücken, hier müsste es einfach so mehr Grün und Bäume geben, die der Luft das zurückgeben, was wir ihr nehmen…

Aber kleine Städte und allerhand Dörfer könnten doch anstelle der Blumenkästen einfach Kürbisse pflanzen ;)

 




Read full story · Comments { 2 } · Juli 9, 2012 ·
Dies und Das, Leben und Lieben >>

Vom Klang der Welt # Teil 1

Nun ist Joachim-Ernst Berendt auch an mein Ohr gelangt, und ja, ich bin so begeistert, dass ich sein Wissen mit euch teilen will.
„Die Welt ist Klang“ heißt die erste Reihe der Soiree-Radiosendung, die in die Welt der Akustik einführt. Das klingt so hochgestochen.

„Wenn du auslöschst Sinn und Ton: was hörst du dann?“

ist eine erprobte Frage von Zen-Meistern des 11. Jahrhundert, über die Menschen seitdem lange lange meditieren. Was ich nicht weiß: ist mit Sinn der Tast- oder Hörsinn gemeint… oder die Sinnhaftigkeit des eigenen Lebens?

Die Mönche der fernöstlichen Länder meinen, wenn es einen Klang gibt, der darstellt, wie die Welt an sich klingt – oder aus welchem Laut alles entstanden ist, dann ist es der Klang des heiligen OM. Das OM voll tönend gesungen geht durch den ganzen Körper, vom Scheitel in den Bauch… und lässt alles in einen vibrieren. Spannend für mich war hierbei die Erkenntnis, die sich auch ganz leicht nachvollziehen lässt, wenn man OM eine Weile vor sich hinmurmelt: Richtig ausgesprochen ist es ja A-O-U-MMMM. Daraus kann sich leicht ein AAAouuummmnn bilden… was nur zeigt, wie sich aus dem OM das hebräische, christliche Amen geformt hat. OM ist Mantra. Amen ist Mantra!
Das finde ich wirklich bemerkenswert, und jetzt, da mir dieser Zusammenhang erschlossen ist, auch einfach nur logisch und „natürlich“.
Wenn aber das OM zu einem AMEN in unserem Kulturkreis wurde, heißt es doch, dass der Ursprung aller Spritualität derselbe ist… dass wir in unserer Vielfalt aller Glaubensrichtungen doch eigentlich eine gemeinsame Wurzel haben.

Foto: Kevin Cole




Read full story · Comments { 0 } · Mai 14, 2012 ·
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