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Gesellschaft, Leben und Lieben >>

Wozu ist das Leben da?

Vor kurzem kam ich in den Genuss, ein paar Tage lang am Leben einer Hauskatze zu teilzuhaben: Morgens schläft sie lange aus, dann isst sie etwas, geht kurz aufs Klo, um sich dann ein sonniges Plätzchen zu suchen, wo sie sich hinrollt und weiterschläft. Nach ein paar Stunden streckt sie sich in alle Richtungen, leckt sich das Mäulchen und putzt mit einer Behäbigkeit ihr Fell. Dann schaut sie auf, zum Fenster. Und schaut, und schaut… wendet sich wie gelangweilt ab, wechselt ihren Standort, sitzt dort eine Weile untätig rum, nur um sich dann ein anderes Fleckchen Kissen zu suchen, das sie sich behaglich zurechtstupst, um dort erneut zusammengerollt die nächsten Stunden zu verbringen. Und wenn die Nacht anbricht, hüpft sie aufs Dach, geht dort spazieren, lauscht dem Mond und den Stadtgeräuschen, macht sich auf Entdeckungsreise, nur um sich alsbald wieder in der Wohnung anzufinden und schlafend in eine Ecke zu kuscheln.

Foto: dasjabbadas

So lebt die Katze, dachte ich mir, tagein, tagaus. Und sie scheint ganz zufrieden damit zu sein. Wenn ich es mir genau überlege, so symbolisiert das Leben der Katze doch ein perfektes Ankommen in der Gegenwart: sie lebt nur im HIER und JETZT, ist ganz und gar sie selbst, LEBT sich selbst im jeweiligen Moment. Sie hat kein Ziel. Sie IST einfach.

Ich finde, wir können von der Katze lernen. Ich Mensch strebe immer nach etwas, bin auf der Suche, lebe viel zu oft im Morgen.

Vor allem ist da die Gefahr, dass nach dem Falschen gestrebt wird – nach etwas, was am Ende gar keine Erfüllung bringt:

 

Ich denke mir manchmal, das Leben selbst will einfach nur gelebt werden. Also voll und ganz: achtsam wahrgenommen, er-lebt. Es ist doch ein wunderschönes Geschenk, die Möglichkeit zu haben, die Welt zu erfahren: mit allen Sinnen, in all ihren Facetten! Vielleicht hänge ich mir bald einen Zettel auf: “Ich diene der Freude!” oder so ähnlich, und versuche fortan meine Entscheidungen danach zu fällen, ob ich damit Freude sähen und ernten kann.

Alles andere ist vielleicht Zeitverschwendung: Auf ein imaginäres Ziel hinschuften, im Hamsterrad der Verplichtungen verloren sein, das Arbeiten für ein besseres Morgen, wo es doch nur ein Heute gibt, das gelebt werden will.


Buchtipp

Einer unter 6 Milliarden:

Was Menschen erleben, träumen und hoffen.






... weiterlesen · 1 Kommentar · November 9, 2012 ·
Bild am Montag, Dies und Das >>

Reichtum

Reichtum und Siechtum liegen manchmal gar nicht so fern voneinander…






... weiterlesen · noch keine Kommentare · Januar 16, 2012 ·
Gesellschaft, Video >>

Frieden? Von wegen!

Ich würde Klaus, den Geiger unheimlich gerne mal persönlich kennenlernen. Da setzt sich ein Mann, ungeachtet aller Konventionen und Vorurteile mitten in die Fußgängerzone von Köln auf das Pflaster und spielt Geige. Nicht etwa eine freundlich-sanfte Bourée, sondern vielmehr schrille Töne, die widerspiegeln, was fühlt: Wut.

Klaus singt aus Protest. Friedenspanzer, Friedensverhandlungen, die friedliche Nutzung … was für Wörter doch mit Frieden beginnen! Er hinterfragt die Scheinheiligkeit hinter so manchen heren Zielen: wie zum Beispiel für den Frieden zu beten – oder doch für die Moneten?

 

 






... weiterlesen · noch keine Kommentare · Dezember 20, 2011 ·
24.05.2015 mondamo.de | Kontakt