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Codecheck, Barcoo und WeGreen – Erfahrungsbericht

Ich möchte mal wieder spenden. Geld. Und zwar, wie gehabt (wer meinen Blog schon länger liest, weiß davon): fünf Prozent meines monatlichen Einkommens. Ich suche mir Projekte aus, die ich innovativ oder besonders unterstützenswert finde und stelle sie hier vor.

Heute bin ich über den Codecheck gestoßen und war sofort angetan. Von der Informationstiefe, der Übersichtlichkeit, der Sachlichkeit. Wunderbar.

WeGreen und die Nachhaltigkeitsampel – eine Kritik

Ich hab mich erinnert, dass ich soetwas ähnliches schon einmal gesehen hatte: nämlich auf wegreen. WeGreen wird gehyped, das Internet ist voll von Artikeln und Lobpreisungen. Aber gebe ich „Nutella“ ein… steht da nur „hier können Sie Nutella kaufen“. Seltsam. Da ist auf allen Websiten die Rede von der Nachhaltigkeitsampel doch auf der Website von WeGreen selbst finde ich da nichts auf Anhieb.

Dazu gehörig gibt es auch eine App, die barcoo. Hier findet sich tatsächlich ein riesiges Spektrum an Produktinformationen. Aber eben auch gleich Werbung mit dabei. Darauf reagiere ich allergisch. Da möchte mir eine App erzählen, wie ich nachhaltig zu leben habe… und will mich doch nur als manipulierbare Kaufkraft und Konsumenten behandeln. Mein Test galt Coca Cola. Schaut mal meinen Screenshot an:

barcoo kritik

  • ich muss ewig runterscrollen um überhaupt den gelben Kreis der Nachhaltigkeitsampel zu sehen
  • Coca selbst darf Werbung schalten, dass sie ja ach so umweltschonend sind, weil sie Pfandpflaschen haben
  • Real, Edeka etc. werben, dass sie in der Nähe sind –> finde ich persönlich seltsam, weil ja die App doch dafür gedacht ist, im Supermarkt zu stehen und einen Barcode einzuscannen?
  • Die erste Bewertung die man sieht ist „erfrischend!“ –> nein, das ist gaaar nicht manipulativ ^^

Fazit: Ich habe die App von meinem Handy wieder gelöscht.

 

Codecheck – benutzerfreundlich und fortschrittlich

Gut, dann will ich mal auch Lob und positives Feedback geben: Codecheck.info funktioniert ganz im Sinne des Verbrauchers:

  1. Sucheingabe bzw. Code scannen
  2. brauchbare Informationen erhalten
  3. fertig :)

Der obligatorische Gegencheck, auch hier Coca Cola zu prüfen, ergab folgendes:

codecheck verbraucher informationen

Ich erfahre von den weniger schönen Inhaltsstoffen E338 und E150d und kann mir mit zusätzlichen Berichten meine eigene Meinung bilden. Schade, dass hier nicht auf Nachhaltigkeit eingegangen wird – zB wie groß der Wasserverbrauch in den Produktionsstätten ist, und dass die Menschen vor Ort halb (ganz?!) verdursten… Gut, das ist ausbaufähig – aber bei anderen Produkten werden zumindest Umweltinformationen/-warnungen gegeben.

Begeistert bin ich aber auch von der Website an sich. Der schlichten Aufmachung, einzig dem Ziel des praktischen Nutzens gewidmet. In unserer werbeverstopften Welt gibt es das selten noch.

codecheck vorteile

Die einzelnen Produktinformationen werden von den engagierten Machern gesammelt, können aber durch die Webcommunity ergänzt werden. (Wer fühlt sich berufen??!!) Auf Codecheck kann man nicht nur die Produkte selbst begutachten und bewerten. Hier gibt es auch eine Fülle an Informationen und Nachrichten, die für den Verbraucher relevant sind.

Alles im allem haben die Macher gute und wertvolle Arbeit geleistet. Dafür öffne ich gerne meine Geldbörse.

 

 




Read full story · Comments { 0 } · Juli 30, 2013 ·
Gesellschaft, Natur und Umwelt >>

Das Huhn, oder das Ei?

Eine kleine kurze Reportage, und schon möchte ich mein Kaufverhalten von Grund auf umkrempeln. Es geht um das Huhn und auch um das Ei, denn in Deutschland stehen wir vor dem Problem, dass wir uns entscheiden müssen. Soll es ein Masthuhn sein, oder eine Legehenne? Wird es eine Legehenne, so werden kurz nach dem Schlüpfen Millionen männliche Küken aussortiert, und vergast oder verschreddert. Da kommt mir die Galle hoch. Ebenso, einmal mehr die Bilder sehen zu müssen von Massentierhaltungs- und Züchtungsanlagen.

Was ich vorher aber nicht gewusst habe – wobei es mir klar hätte sein müssen! – ist, dass genauso wie beim Gemüse, der heutige Landwirt auch bei der Fleisch- oder Eierproduktion davon abhängig ist, jedes Jahr neue Tiere geliefert zu bekommen. Neue Hochzüchtungen von sogenannten Hybridhühnern. Und auch viele Biobetriebe sind auf diese Hybridzüchtungen angewiesen. Es ist also ein nicht enden wollender Teufelskreis von abartigen Haltungsbedingungen, übermäßiger Produktion mit hohem Anteil an Export, unerhörten Billigstpreisen und einer Menge Menschen, die sich darüber überhaupt keinen Kopf machen.

Angelika Gsellmann mit einer Sulmtaler Henne

Foto: herrmannsdorfer.de

Diese Tretmühle durchbricht nun Angelika Gsellmann von den Landwerkstätten Herrmannsdorf (bei München): seit 2009 werden hier alte Hühnerrassen weiter gezüchtet, dass sie sowohl zur Eierproduktion dienen als auch im Suppentopf landen können. Es sind sogenannte Zweinutzungshühner, wie es sie früher nur gab. Und auch den Traum von Frau Gsellmann von einer zukunftsfähigen Hühnerwirtschaft teile ich: Dass es bald einfach wieder ganz viele Kleinsthöfe gibt, bei denen man Eier von wirklich glücklichen Hühner kaufen kann.

Hier die kurze Reportage über das Kombihuhn:

 

siehe auch:

 




Read full story · Comments { 1 } · November 9, 2012 ·
Bild am Montag, Humor >>

Bild am Montag: PayPal

Was musste man sagen, um den Papst zur Kasse zu bitten? „Pay, Paul!“

Quellen: Wikimedia CommonsmadhavajiPhil and Pam Gradwell




Read full story · Comments { 0 } · Dezember 26, 2011 ·
Natur und Umwelt, Video >>

Ein einzelnes Steak macht tatsächlich einen Unterschied

Ich habe nicht nachgerechnet, aber es ist bestimmt etwas wahres dran: Tiere benötigen Essen und Trinken. Und das über einen mehr oder weniger längeren Zeitraum. Die ganzen Ackerflächen, die für pflanzliche Lebensmittel für den Menschen aufgewendet werden könnten… werden also vom Futtermittel-Anbau belegt. Vom Wasserverbrauch mal ganz zu schweigen.

In meinem Rabenschnabel-Kalender steht auf der Seite für den 21.03.2011 geschrieben, dass man den Begriff „virtuelles Wasser“ eingeführt hat. Der dient dazu, zu beschreiben, wieviel Wasser für die Herstellung eines Produktes „wirklich“ also direkt und indirekt verbraucht wird. Also für eine Tasse Kaffee beispielsweise braucht es nicht nur das Wasser für die Tasse, sondern auch das Wasser für den Anbau, den Wasserbedarf für Ernte, Verschiffung, Röstung und Verpackung. Da kommt man auf satte 140 Liter. Wow.

Ein kleiner Auszug aus der Liste der Produkte:

  • 1 DIN A4 Blatt: 10 Liter
  • 1 Mirkochip, der 2 g wiegt: 32  Liter
  • ein Kilogramm Weizen:  1100 Liter
  • ein Kilogramm Reis: 4000 Liter
  • ein Kilogramm Rindfleisch: 15000 Liter

Was man mit der Liste nun anfängt, bleibt jedem selbst überlassen. Ich finde es nur wichtig, dass man sich bewusst macht, wieviel Mühe und Arbeit und Energie hinter jeder Sache steckt – und dass man dann die Dinge und Lebensmittel vielleicht auch anders wertschätzen kann.

 

 




Read full story · Comments { 3 } · Dezember 20, 2011 ·
24.05.2015 mondamo.de | Kontakt