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Kurzfilm: Vom Schäferjungen und dem Adler

Sie fehlen in unserer Gesellschaft: Die Alten, die den Jungen etwas beibringen, an ihrer Weisheit teilhaben lassen. In anderen Ländern und zu anderen Zeiten sind es die Großeltern, bei denen du Rat suchst; wird dem Großmütterchen viel Respekt entgegengebracht und vor dem Großvater verliert keiner seine Achtung. In Deutschland werden unsere Alten weggesperrt, wie etwas, das man nicht sehen will, das einem nichts weiter bringt als Ärger. Und die Alten, so bedauerlich das ist, finden sich meistens auch mit dieser Rolle ab: scheinen gar keine Weisheit mehr in sich zu finden, die sie weitergeben wollen.

Ich glaube, wir verlieren dadurch den Zugang zu unseren Wurzeln. Älteren Menschen fällt die Aufgabe des “Weitergebens” zu: wie soll die nachfolgende Generation nun von der Familiengeschichte wissen? Oder was im Leben wirklich zählt?

Voneinander lernen, füreinander dasein, miteinander leben!

Foto: Evan Long

Alte Menschen sollten auf die Barrikaden gehen! Na klar, manch einer ist gebrechlich und kann nicht so wie früher: aber doch nicht jeder alte Mensch ist senil im Kopf, als dass er nicht mehr denken, nicht mehr reden, nichts mehr bewirken könnte. Nun habt ihr Älteren soviel Erfahrungen im Leben gesammelt (100 Jahre gelebt!) und was macht ihr damit? Diese einander euch vorkauen? In alten Zeiten schwelgen? Die Welt braucht euch genauso, wie sie die jungen Menschen braucht.

 

 

 

 






... weiterlesen · 1 Kommentar · Januar 22, 2012 ·
Leben und Lieben, Lesestoff >>

Ist Liebe nicht einfach?

Wenn ich manchmal im Trubel der Gefühle und gewälzten Probleme unterzugehen drohe, schimpfe ich mit mir und wünsche mir, mich fernab der Welt mit dem eigentlichen, dem höheren Sein zu beschäftigen… ganz in Mediation und dem All-Sein aufzugehen: Und damit die kleinen weltlichen Probleme hinter mir zu lassen. Doch dann denke ich häufig an Narziß und Goldmund und die Weisheit Hermann Hesses tröstet mich. Er schreibt:

Kein Zweifel: vom Kloster aus, von der Vernunft und Moral aus gesehen war sein eignes Leben besser, es war richtiger, steter geordneter und vorbildlicher… es war sehr viel reiner und besser als das Leben eines Künstlers, Vagabunden und Weiberverführers.

Aber … war der Mensch wirklich dazu geschaffen, ein geregeltes Leben zu führen, dessen Stunden und Verrichtungen die Betglocken anzeigten?

War er nicht von Gott geschaffen mit Sinnen und Trieben, mit blutigen Dunkelheiten, mit der Fähigkeit zur Sünde, zur Lust, zur Verweifelung?

Ja, und es war vielleicht wirklich nicht bloß kindlicher und menschlicher ein Goldmundleben zu führen: es war am Ende wohl auch mutiger und größer, sich dem grausamen Strom und Wirrwarr zu überlassen, Sünden zu begehen und ihre bittren Folgen auf sich zu nehmen – statt abseits der Welt mit gewaschenen Händen ein sauberes Leben zu führen, sich einen schönen Gedankengarten voll Harmonie anzulegen und zwischen seinen behüteten Beeten sündelos zu wandeln.

Und auch zu dieser Frage hat mir Terzanis Das Ende ist mein Anfang jetzt wieder eine Antwort gegeben. Nach 3 Jahren im Himalaya beim weisen Alten hat er  das Weite gesucht, und ist zurück zu Heim & Herd, sprich zur Familie gegangen, um seinen letzten Weg gemeinsam mit seiner Frau zu begehen: warum sich von all dem Weltlichen lösen? Wozu? Ich BIN doch im Weltlichen, außerhalb davon sein, kann ich noch lange genug.

Zu begreifen, dass das Weltliche nur „kleine“ Probleme sind, die dem Kosmos oder der Natur gleichgültig sind… ist für mich nicht Grund genug, das alles hinter mir zu lassen. Regen UND Sonnenschein, die Wechsel im Leben, die Aufs und Abs  sind doch spannend! Aufregend! LEBENDIG!

Es hat sein Gutes, hin und wieder von oben rauf zu schauen, die Perspektive zu wechseln. Das All-Sein zu begreifen oder besser noch „zu streifen“ hilft dann, sich nicht im Gewirr von Gefühlen und Menschsein zu verlieren; im Gegenteil: dankbar dafür sein. Dazu bin ich doch hier: um zu lieben und leben, mit all den Facetten!

 






... weiterlesen · noch keine Kommentare · Dezember 20, 2011 ·
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