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+ Defintionen von Krieg      

Was ist Krieg, worin unterscheiden sich die Arten von Krieg? Welche Merkmale hat ein Krieg, und wie weit kann man diesen Begriff fassen?

+ Ursachen von Krieg         

Ist Kriege führen typisch Mensch? Warum werden Kriege geführt? Welcher Sinn bzw. was für ein Zweck soll dahinter stecken?

+ Kriege der Welt               

Aktuelle und historische Kriege und Krisen. Was genau waren die Auslöser und wie wird derzeit damit umgegangen? Konfliktbarometer.

+ Kriegsfotografen              

Bilder, wie die Realität sie zeigt. Kriegsfotografen wie James Nachtwey setzen ihr Leben aufs Spiel, um uns die Wahrheit ein Stück näher zu bringen.

+ Kriegsliteratur                  

Hier findet ihr Geschichten, Gedichte, Texte und Lieder mit der Thematik "Krieg" und außerdem eine bunte Sammlung von Kriegszitaten.

  

Wie ist das möglich?

Dass Menschen Kriege führen? Dass Menschen Waffen herstellen, Bomben, Granaten, Gewehre, Gas? Dass sie daran arbeiten bessere, schnellere und sauberere Waffen herzustellen – wissen sie denn nicht, dass diese Waffen Menschen töten werden? Wie ist das möglich, dass Menschen in den Krieg ziehen? Dass sie tatsächlich losgehen, in ein Land, dass nicht ihnen gehört, um etwas zu erreichen, was sie Fotomontage von Gabi Finck "Krieg"sich in den Kopf gesetzt haben zu erreichen? Wie ist es möglich, dass Menschen andere Menschen wie Tiere zusammenpferchen, wie minderwertiges Leben behandeln, auf andere Menschen herabschauen, als seien sie des Lebens nicht würdig? Wie kann ein Mensch im Gegenüber den Menschen übersehen? Ihn gar nicht mehr als Mensch wahrnehmen?

Ein Messer nehmen, und den Hals durchtrennen, dem Kind ins Gesicht treten, die Frau vergewaltigen? Wie kann ein Mensch Bomben auf ein Land werfen? Wie geht das, dass er den Befehl „Schießen!“ geben kann, zu wissen, dass dieser Schuss Menschenleben kostet? Wie kann ein Mensch Das Verhängnis (Paul Weber)den Befehl „Schießen!“ befolgen, ahnt er denn nicht, was eine Bombe anrichtet? Wie kann das sein? Dass Menschen wissen, dass ein Krieg schrecklich ist, und dass sie dennoch in den Krieg ziehen? Wissend, dass sie dort Menschen töten werden? Wie geht das, dass man weiß, dass Waffen zum Töten da sind, Bomben zum Vernichten, Panzer für den Krieg – wie kann man das alles wissen, und dennoch Waffenrüstung verlangen? Dennoch weiter Armeen aufbauen? Dennoch der Armee beitreten? Wie geht das, dass man „ja“ und „amen“ sagt, dass man das Vorgekaute runterschluckt, dass man Lügen einfach einatmet und für wahr nimmt? Wie kann man in den Krieg ziehen? Wie kann man jemandem zujubeln, der einen Krieg propagiert, der einen Krieg führt? Auf dessen Befehl Tausende in den Krieg ziehen um –schlimmer noch- Abertausende zu töten? Wie kann man Parteien wählen, die für den Krieg sind und für den Aufbau von Armeen – sieht man denn den Zusammenhang zwischen Rüstung und Mord nicht?

 

kriegsfotografienVielleicht weil man Zeitungen wie BILD liest und weil man außer dem alltäglichem Fernsehprogramm keine Bildung kennt. Weil man vielleicht die Verbildung gar nicht erst bemerkt. Weil man den Sprüchen der CDU glaubt, und denen der SPD. Wahrscheinlich weil man nicht gelernt hat zu denken, weil es ohne Denken leichter geht. Wenn man nicht nachdenkt, muss man nichts begreifen, wenn man nichts begreift, kann man ja nichts wissen, und wer von alledem nichts gewusst hat, der kann doch nicht schuld sein? Vielleicht, weil man gerne den Lügen glauben schenkt, weil man gerne in Illusionen lebt, weil es sich ohne zu denken leichter lebt. Weil man kein schlechtes Gewissen haben muss. Weil es ja Pflicht ist, als Soldat in den Krieg zu ziehen – wie sollte man da noch „nein“ sagen können? Weil man sich gar nicht ausmalen will, was Krieg eigentlich bedeutet, und weil das eigene Wohl ja immer noch am wichtigsten ist. Weil es ja nicht die Freunde sind, die man umbringen muss, maximal deren Verlust muss man einheimsen, und für den gilt es sich sicher zu rächen, noch weiter, noch länger, noch stärker den Feind bekämpfen. Man zieht in den Krieg, weil es schon seine Richtigkeit haben wird. Hat man denn eine Wahl?

Und wenn man im Krieg ist, dann spielt nichts mehr eine Rolle, der Mann gegenüber, der hat kein Gesicht mehr, der ist nur eine Ziffer auf dem Papier. Ein Toter mehr. Eine Familie weniger. Was macht das schon. Die Angst, selbst getroffen zu werden, macht einen wahnsinnig. Man will doch noch nicht sterben. Man hat doch noch sein Leben zu leben. Also schifotomontage von john heartfieldeß, kleiner Soldat, schieß um dein Leben, schieß alle Menschen um dich tot, denn das ist ja deine Aufgabe. Mann um Mann, Leben um Leben. Ratter tatter, ratter tatter. Tot. Man schießt und tötet nicht mehr in dem Bewusstsein, nun ein Menschenleben auszulöschen; man rettet nur noch sein eigenes. Soldaten sind Mörder! Soldaten ziehen in den Krieg um zu morden, keine andere Aufgabe haben sie, als zu morden, im Auftrag derer die sie geschickt haben. Sie sollen nicht denken, nicht in Frage stellen. Sie sollen nicht zweifeln, sie sollen nur schießen. Wenn sie dann heulend und schreiend am Straßenrand verrecken, dann rufen sie die Mutter, die nicht da ist, sehnen sie sich nach der Freundin, die weit weg ist. Verfluchen womöglich noch denjenigen, der sie verwundet hat. Der, der sich verteidigen musste, weil er nicht seine Familie verlieren wollte, weil ihm sein Leben zu schade dafür war, dass einfach jemand kommt, um es ihm zu nehmen. Ein Krieg führt immer ins Verderben. Selbst die Sieger sind die Verlierer und sie führen Siegesmärsche auf, als gäbe es all die Toten nicht, die für diesen Sieg ihr Leben lassen mussten: die Toten, die kämpften, und die Bekämpften, die nun tot sind. Der soll nicht jammern, der in den Krieg zog, um töten zu lernen! Wie geht das nur, dass der Mensch so unmenschlich sein kann? Unmenschlich ist es nicht erst dann, wenn der Krieg beginnt – es ist schon Schande und Warnzeichen genug, wenn man sich freiwillig dem Kriegsdienst meldet, den Dienst an der Waffe nicht verweigert.

Jeder Krieg ist eine Niederlage des menschlichen Geistes.

(Henry Miller)

Soldaten sind Mörder.

                                      (Kurt Tucholsky)

 

Jeder Triumph auf dem Schlachtfeld, ist eine Niederlage der Menschlichkeit.

(Eugen Drewermann)

 

Jedes Land schwört seine Söhne auf das Feld der Ehre ein
mit Gewehr und Helm und stolzer Uniform.
Und im Wortschatz des Soldaten fehlt des lautgesproch'ne "Nein"-
denn dies Wort entspricht nicht kämpferischer Norm.

Einer starb für Adolf Hitler und für's Deutsche Vaterland,
und Amerika ließ sterben in Vietnam.
Der den Namen Stalins hauchte, blieb bis heute unbekannt.
Alle starben sie für irgendein Programm.

Einer focht im Namen Christi, einer kämpft für Mohammed
und Parole wird Ersatz für den Verstand.
Einer tötet für Ideen, die er selber nicht versteht.
Ist er blind? Sieht er die Schrift nicht an der Wand?

An dem Denkmal für die Helden hat kein Toter je geweint,
ein gefallener Soldat kennt keinen Sieg.
Ob sie schwarz, gelb, rot, ob Weiße, hat sie eines doch geeint:
Jeder starb für seine Mächtigen im Krieg.

Ein Soldat ist auch ein Vater, jemands Sohn und jemands Mann,
liebt die Mutter, liebt die Frau und liebt sein Kind.
Es ist Wahnsinn, daß ein Liebender auch Menschen töten kann,
die genauso wie er selber liebend sind.

Wenn Soldaten sich verbrüdern durch ein tausendfaches "Nein"
und sie reichen über'n Graben sich die Hand,
kann das Leben auf der Erde endlich menschenfreundlich sein,
und es braucht nicht mehr die Mahnung an der Wand.

soldaten 

[Bettina Wegner] - Soldaten oder: Die Mahnung an der Wand (Universal Soldier)

 

wie kann das sein?

warum eigentlich nicht?

Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin...

... Stell dir vor es ist Krieg, und du gehst hin.

Aber jetzt sind wir wieder alle friedlich, sagen uns freundlich guten Tag, unsere Minister besuchen sich; sie zeigen mir den Weg, ich drücke ihnen die Hand, grüße und unterhalte mich, werde ins Theater begleitet und führe nette Unterhaltungen über alles mögliche. Nur über diese eine Sache nicht. Nur über diese einzige Lebenserfahrung sprechen die Menschen fast gar nicht, ungern, zögernd: Ob sie sich morgen wieder die Messer in die Köpfe jagen, morgen wieder Granaten (mit Aufschlagzünder) in die Wohnstuben schießen, Herrn Haber konsultieren, damit er ein neues Gas erfinde, eines, das die Leute, wenn irgend möglich, Professor, total erblinden läßt...Und darüber, daß sich morgen alle: Omnibusschaffner, Métrokontrolleure, Universitätslehrer und Milchhändler, in eine tobende und heulende Masse verwandeln, die nur den einen Wunsch hat, aus den Berufsgenossen der anderen Seite einen stinkenden Brei zu machen, der in den Sandtrichtern verfault...”

(Kurt Tuchoslky, 1924; in: Soziologie des Friedens)

 

BALLADE VON DEM SOLDATEN

 

Komposition: Hanns Eisler

Text: Bertolt Brecht

 

Das Schießgewehr schießt

Und das Spießmesser spießt

Und das Wasser frißt auf, die drin waten.

Was könnt ihr gegen Eis?

Bleibt weg, 's ist nicht weis'!

Sagte das Weib zum Soldaten.

 

Doch der Soldat mit der Kugel im Lauf,

Hörte die Trommel und lachte darauf,

Marschieren, marschieren kann nimmermehr schaden!

Hinab nach dem Süden, nach dem Norden hinauf,

Und das Messer fängt er mit den Händen auf.

Sagten zum Weib die Soldaten.

 

Ihr vergeht wie der Rauch,

Und die Wärme geht auch,

Denn es wärmen uns nicht Eure Taten!

Ach, wie schnell geht der Rauch!

Gott behüte ihn auch!

Sagte das Weib vom Soldaten.

 

 

Und der Soldat mit dem Messer am Gurt

Sank hin mit dem Spieß, und mit riß ihn die Furt,

Und das Wasser, das Wasser fraß auf, die drin waten.

Kühl stand der Mond überm Schindeldach weiß,

Doch der Soldat trieb hinab mit dem Eis.

Und was sagten dem Weib die Soldaten?

 

Er verging wie der Rauch,

Und die Wärme ging auch,

Denn es wärmten sie nicht seine Taten.

Ach, bitter bereut,

Wer des Weisen Rat scheut!

Sagte das Weib dem Soldaten.

enemy

 

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