Die Flut der Asylanten | zur AfD Podiumsdiskussion

Der Andrang zur Veranstaltung am 19. Januar 2018 über die neuesten Entwicklungen der AfD war groß. Das zivilgesellschaftliche Bündnis „Greifswald für alle“ hatte eingeladen zu einer Diskussionsrunde im Kulturzentrum St. Spiritus mit der Journalistin Dr. Amann.

Während vermutete Störenfriede wie Klaus-Peter Last und Mitgliedern der Burschenschaft Rugia der Zutritt im Vorfeld nicht gestattet wurde, gab es unter den Anwesenden durchaus eine Reihe AfD Sympathisanten und Mitglieder, was zu kontroversen Gesprächsbeiträgen führte. Dabei ging es vor allem um die Fragen, aus denen die AfD ihre Daseinsberechtigung zieht: Wie sähe Deutschland 2050 aus, wenn es die AfD nicht gäbe? Stellt der Islam nicht eine Bedrohung dar? Werden wir von Asylanten geflutet, die unser Sozialsystem ausnutzen und damit auf unsere Kosten leben? Kann es angehen, dass die Asylverfahren sich über Jahre in die Länge ziehen?

Mitglied der Alternativen Liste und heutiger Moderator Gregor Kochhan wies darauf hin, dass es gewisse Rechte (und somit auch soziale Leistungen) für jede in Deutschland lebende Person gibt, da dies im Grundgesetz verankert sei. Für eine Abschaffung dieser Grundrechte bräuchte es schon eine Revolution. Der ehemalige Vizepräsident des Landesverfassungsgerichts und Richter für Asylverfahren Helmut Wolf betonte, dass das Problem der Verfahren nicht die Dauer sei, sondern die alles verkomplizierenden bürokratischen Hürden. Es meldete sich ein gebürtiger Anklamer zu Wort: „Ich komme ursprünglich aus Anklam und bin jetzt in Greifswald. Ich habe es geschafft. Weil ich was im Köpfchen hatte, bin ich kein Nazi mehr. Wir reden hier von Flüchtlingsfluten und Asylanten – ich möchte dabei erinnern, dass es um Menschen geht.“

In einem Schlusswort erklärte Amann ihre Beweggründe, ihr Buch „Angst für Deutschland“ zu nennen. Wenn Menschen wie Sarrazin von einer Sorge sprächen, wie sich beispielsweise die unterschiedliche Vermehrungsfreudigkeit von Muslimen und Deutschen auf die Zukunft Deutschlands auswirkten, so würde dahinter eine irrationale Angst versteckt und rationalisiert, die mit Fakten nicht viel gemein hätte. Die AfD würde diese Ängste instrumentalisieren und Bedrohungsgefühle verstärken, um neue Anhänger zu rekrutieren.

 

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Gregor Kochhan und Dr. Melanie Amann führten das Gespräch
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Jeder Diskussionsteilnehmer hatte maximal 1,5 Minuten Redezeit.

 

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