Vom Mut, mich zu zeigen, wie ich bin

Was hat Mut mit Schönheit zu tun? Dass ich einiges lernen würde, wenn ich mich aufmache, um ein Buch zu schreiben, hatte ich mir schon gedacht. Welche Formen dieser Weg des Lernens aber annehmen würde, damit habe ich nicht gerechnet. 

Für meinen Selbsthilfe Ratgeber durchforste ich einerseits die gesamte Welt der Ratgeberliteratur, zum andern meine Tagebücher und eigenen Erinnerungen. Was hat mir geholfen auf meinem Weg, mit Ängsten besser klar zu kommen? Konfrontation. Konfrontation. Konfrontation.

Ein ganz wichtiger Entwicklungsschritt ist der des Sich-Zeigens. Das ist die simpelste und schwierigste Aufgabe von allen. Es macht nämlich unglaublich Angst, vor anderen man selbst zu sein. Sich mit seinen Schwächen und Makeln zu zeigen, seine Unsicherheiten nicht zu verbergen. Aber, der Gewinn ist unglaublich! Jedes mal von Neuem, denn auch bei mir ist der Prozess längst noch nicht abgeschlossen.

Ich habe gerade den Film ‚Embrace – Du bist schön‘ geschaut. Und obwohl ich seit jeher zu den schlanken Menschen gehöre, kenne ich den massiven Druck, den die Medien mit ihren puppenhaften Frauenbildern ausüben. Da geht es um glatte Haut, keine Falten, volles Haar, perfekte Proportionen. Daher war mir an manchen Stellen der Doku doch zum Weinen. Die menschlichen Körper sind so wunderbar voller vielseitiger Formen. Die Frauen auf den Werbefotos gibt es nicht, weil sogar die Models nachretuschiert werden.

Wenn wir wirklich inneres Glück finden wollen, geht es auch darum, radikale Selbstliebe zu üben. Mich nicht anders haben wollen. Nicht ständig an mir herumkritisieren. Schönheit kommt von innen? Es gibt zwei Gründe, weswegen ich nicht ständig von mir Bilder poste: zum einen habe ich etwas gegen Selbstbeweihräucherung, gegen ein ICH ICH ICH. Zum anderen aber ist ein Bild von sich selbst immer auch ein Statement, birgt die Gefahr des „umgekehrten Selbsthasses“: dass ich mich im „richtigen Licht“ präsentieren will, dass ich Angst habe, mich „hässlich“, „ängstlich“, „traurig“ zu zeigen, weil das ja dann „abschreckend“ wäre.

Daher hat das mich-zeigen auch mit Mut zu tun, dieses mich WIRKLICH zeigen, ganz ohne Filter, Photoshop, schöne-heile-Welt-Posen. Und dieser Mut überträgt sich nach und nach auf meine ganzen Lebensentscheidungen. Wenn ich nämlich lerne, zu mir zu stehen, dann wächst auch mein Interesse daran, mein Leben selbstbestimmt so zu gestalten, wie ich es mir wünsche. Dann finde ich auf einmal den Mut, Reisen zu planen, Entscheidungen zu fällen, Veränderungen willkommen zu heißen!

In diesem Sinne: Feiere deine Formenvielfalt! Dein Morgengesicht, deine Pölsterchen (wie fühlen sie sich an, so schön weich!), deine neuen Falten (in deinem Gesicht siehst du die Zeit und deine Erfahrungen!), deine Nase, deine Brüste, deine Füße… alles!

 

Ich schreibe einen Ratgeber über das Leben mit Ängsten.

Die Angst ist dein täglicher Begleiter oder ein alter lästiger Bekannter… und du möchtest endlich anfangen, deine Träume zu leben und dich wieder in die Welt hinaus zu wagen?

Ich habe viele Jahre mit meinen Ängsten gekämpft… und herausgekommen ist viel Lebensweisheit, die ich in meinem Buch dir nun auf deinem Weg mitgeben will. 

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3 Kommentare Gib deinen ab

  1. nicole sagt:

    mir fällt ein weiterer grund ein… : fotos sind einfach nicht fähig, die ganze schönheit, die man ist/ ausstrahlt, wiederzugeben.

    das muss man einfach mal so sagen. fotoapparate geben nicht die wirklichkeit wieder.
    menschen sind ja auch nicht 2 dimensional. .. und sie bewegen sich… is ja voll ein wesentliches merkmal, die bewegung, das sich bewegen, von *uns* und das ist auf dem foto nicht zu sehen.

    eine szene von den tausenden ( millionen, milliarden???) sequenzen, die wir selbst wiederspiegeln, erfasst das foto. is natürlich n bisschen dünn. oder? 😀
    ja fotos verfälschen, das meine ich, das ist ein weiterer grund. selbstliebe als grund keine fotos zu machen.

    hm, ich habe das echt schon öfters erlebt, ja, besonders schönste sachen, die ich in der natur sehe, die lassen sich durch die kamera nicht erfassen. die spiele, die durch das räumlichsein da sind – und das gehört dazu- z.b. die nuancen von licht. spezielle lichtverhältnisse, die gibt die kamera nicht wieder! einfaches beispiel: fotografier eine untergehende sonne. es geht nicht. es sieht immer anders auf dem foto aus als in echt, die farben, die es aber gerade ausmachen (!), verfälscht. oder die kräftige farbe einer blume. hab ich nie aufs bild bekomme, in der duftenden, fein schwingenenden und so berührenden art, wie sie ist.

    vieles, was an uns das schönste ist, sage ich jetzt daraus hergeleitet, ist zu fein, um von der kamera wahrgenommen zu werden. das liegt auch einfach am aparat.! an der maschine, ihrer konstruktion etc. ….

    hm, ich versuch immer dann, egal ob fotos gut werden oder nicht, momente zu fotografieren, die sich sehr gut anfühlen. wo ich in mir tiefe gefühle habe z.b., dann mach ich ein foto von mir oder dem was ich sehe. auch wenns verwackelt oder sonstwas ist.

    1. Georg sagt:

      @Nicole: Ich sehe eine Kamera als ein Werkzeug, wie einen Hammer. Der Nutzen hängt dann vom Einsatz, dem bearbeiteten Problem und den Fähigkeiten des Benutzers ab. Mit einem Hammer kann man eine Fensterscheibe einschlagen, sich den Daumen blutig hauen oder ein schönes Bild an der Wand befestigen.
      Wenn ich also die Modezeitschriften zur Hand nähme, fänd ich dort lauter unsachgemäße Benutzung des Werkzeugs Kamera.

      Ich stimme dir also völlig zu: Fotos sind immer nur ein Abbild und stellen das Objekt nur teilweise dar.

      1. nicole sagt:

        @georg

        .. als kleinen kommentar.. nun, ich sprach da garnicht von fotos in modezeitschriften, sondern fotos die man so normal macht, von sich, von freunden, bäumen , szenen etc. 😉 und ich kritisierte das werkzeug kamera in seiner konstruktion. nicht wirklich kritik, vielleicht auch ein kompliment an die technik des lebens. an die die kamera nicht rankommt. da kann man soviel können wie man will. behaupte ich. auf eine gewisse art stimmt das doch. aber der mensch ist kreativ und kann die kamera kreativ einsetzen. ( hm, es ist auch erstaunlich, dass die kamera aus einem prinzip der natur abgeschaut ist. aus einem wunder der natur. einer unglaublichen tatsache: fällt viel licht ( tageslicht, des tages licht…) durch ein kleines loch entsteht -von selbst- auf der wand dahinter eine abbildung der welt ( einer szene, der umgebung), auf dem kopf stehend. aber genauso, in farbe. wie das „bild“ auf einer wasseroberfläche. der bäume drumrum. was heißt eingentlich ein bild.. ein film! kamera ist nutzung dieses „effekts“/ eines ‚einfachen physikalischen prozesses‘ zitat aus: https://www.youtube.com/watch?v=gvzpu0Q9RTU zu kamera obscura. ..

        aber ich benutze die kamera auch sehr gerne. 🙂

        I“ch stimme dir also völlig zu: Fotos sind immer nur ein Abbild und stellen das Objekt nur teilweise dar.“ danke. 🙂 hm, zumindest unsere bilder, das was sich abbildet- unser fixierendes verfahren auf papier davon oder digital.

        ach herrje! 😀

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