Mit einem Klick in den Dschungel. Michi’s Affenabenteuer.

 

Reisen beginnen mit Mut? Reisen beginnt mit Angst!?

Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von Michi

Ich bin Michi, 21 Jahre jung, aus der Eifel. Im Jahr 2015 bin ich zum ersten Mal alleine nach Südafrika gereist, um dort ehrenamtlich im Tierschutz mit bedrohten Primaten zu arbeiten.

Seither fliege ich jedes Jahr dorthin, weil ich mein Herz an die Affen vor Ort verloren habe – ihre unbändige Lebensfreude und ihre frechen Gesichter.  Ihren Schutz und Erhalt habe ich zu meiner Leidenschaft gemacht.

mehr über Michi findet ihr auf ihrem Blog: affis adventures

 

Diese Reise nach Südafrika hat mein Leben verändert, mich viele Dinge neu sehen lassen und Träume in mir geweckt von denen ich nicht wusste, dass sie existierten. Vielleicht habe ich mich vor dieser Reise auch einfach nicht getraut so verrückt, frei und wild zu sein, doch jetzt, hier und heute, möchte ich glücklich, dankbar und zufrieden sein, Autorin werden, meinen Blog zum Tierschutz von Affen aufziehen und um die Welt reisen, weil das Leben schön ist, wenn man den Mut hat dem Klang seines Herzens zu folgen!

Und wie hat das alles angefangen? Mit Angst! Und einer Sekunde in der mein Mut (ausnahmsweise) größer war, als meine Furcht und ich mit Augen zu und zitternd den „Buchen“-Knopf gedrückt habe. Danach blieb mein Herz stehen und ich dachte noch immer: „Heilige Scheiße, das machst Du eh nicht!“. Ja, ich habe nicht einmal selbst so wirklich an mich geglaubt und daran, dass ich mich trauen könnte für mehrere Wochen alleine nach Südafrika zu reisen, um mit „wilden Tieren“ zu arbeiten. Im nächsten Moment lächelte ich, weil ich in dieser verrückten Phantasie schwelgte, bis ich bitterlich weinte, weil ich mich all dem nicht gewachsen fühlte. Das alles begann im Juni, meine Reise begann im September. Bis dahin waren die Gedanken ein Auf und Ab, gepaart mit Nervosität, Vorfreude, Gefühlschaos, Angst und ganz oft der Überzeugung all das zu stornieren und daheim zu bleiben.

 

Angst bevor es losgeht zur Reise nach Südafrika

Wenn ich daran zurück denke fühlte sich die Zeit wie das Stehen in der Warteschlange einer Achterbahn an, vor der man unglaublichen Respekt und eine Heidenangst hat. Man stellt sich an und will unbedingt diesen Kick erleben, dabei sein, mitreden können und sich selbst beweisen: Ich schaffe das! Und doch würde man am liebsten gar nicht erst einsteigen, bis man dann sitzt, festgeschnallt wird und (jeder, der wie ich, Angst vor Höhen hat denkt in solchen Momenten nicht: „Jaaa, gleich geht es los.“) denkt: Hilfe ich werde sterben! Man verflucht sich innerlich für die Dummheit eingestiegen zu sein, manche schreien, wenn es los geht, ich bin dann eher ruhig, überwältigt und gelähmt von der Angst, bis man kopfüber hinabstürzt.
Genauso ist Reisen auch!

Im September ging meine Reise nach Südafrika los und auf den letzten Metern der Warteschlange habe ich oft geweint, am Tag selbst wollte ich nicht los, im Flieger war ich ruhig, verängstigt und nervös, dachte sogar nach den ersten Tagen meiner Ankunft, dass all das ein Fehler war und zählte die Tage bis es doch endlich vorbei sei. Nun, am Ende war meine Reise so beeindruckend und wundervoll, dass ich mich am Tag meiner Abreise am Flughafen selbst, am Check In Schalter in Kapstadt, dazu entschied nicht nach Hause zu fliegen! Ohne vorher darüber nachzudenken, das Für und Wieder abzuwägen oder mir Angst zu machen entschloss ich mich meinen Aufenthalt in Südafrika zu verlängern, um zurück zu den Affen zu gehen und weiterhin dort zu arbeiten. Kein Hotel gebucht, kein Plan B, keine Angst und das obwohl ich die Nacht am Flughafen in meinem Koffer schlief und mich, um nicht beklaut zu werden, auf einer der Toiletten einsperrte, bis ich in den frühen Morgenstunden mit einem Fremden ins Hostel fuhr, wenige Stunden Schlaf bekam und mehrere hundert Kilometer an den Ort trampte, der mich lehrte mich von meinem Herzen und nicht von meinen Ängsten leiten zu lassen.

Wenn wahre Leidenschaft die Motivation ist

Und hier kommen sie wieder ins Spiel: Meine Affen. – Die Arbeit mit diesen Wesen, das einfache Leben, die Verbundenheit mit der Natur, das Gefühl morgens aufzustehen und etwas selbstloses, gutes und wundervolles zu tun, weil man leidenschaftlich überzeugt von all dem ist, hat mich erfüllt, bewegt und verändert. In Deutschland würde ich für kein Geld der Welt sieben Tage die Woche Käfige säubern, Bäume fällen oder bei 38 Grad im Schatten kiloweise Obst sortieren und durch die Gegend tragen. Auch wenn viele denken, dass man dort nur ist, um die Tiere zu kuscheln, arbeitet man den ganzen Tag hart, verbringt die wenigste Zeit mit den Wesen selbst und das alles nur, damit Ihre Art erhalten bleibt und die Tiere die Chance haben ausgewildert zu werden und eines Tages frei zu leben. Und mit diesem Ziel, mit diesem Wissen, steht man morgens mit einer ganz anderen Motivation auf!

reisebericht hilfe affen Südafrika

Und wie hat mich dieses Wissen hier verändert? Mein Streben nach Sicherheit, das Ziel nach meiner Reise einen Job zu bekommen, indem ich verbeamtet werde und die Träume von Reichtum, damit man im Alter gesichert ist, haben sich in das Streben nach tiefem  Glück verwandelt: das Ziel einen Job zu haben indem ich soziale Erfolge sehe, Dinge verändere und mir das was ich tue wichtiger ist, als das Geld, was ich am Ende des Monats bekomme und die Träume von einem verrückten, abenteuerlichen Leben, damit ich im Alter nie zurück blicke und mir wünsche, dass ich mehr erlebt, gewagt und verspielt hätte.

Eines Tages wird das teure Auto, die schöne Uhr und viel von dem was materiell ist seinen Wert verlieren, doch die Erinnerungen werden nur wertvoller. Und deswegen frage ich mich heute, warum so viele Menschen Angst haben und nicht einfach mal die Augen schließen und machen. Bei mir hat all das mit einem Moment begonnen, als ich über nichts nachdachte. Wer hätte gedacht, dass der Klick auf das Mauspad meines Laptops, diese eine Sekunde in der ich mich getraut habe, mein Leben derart auf den Kopf stellen könnte? – Ich hätte mir all das nie vorstellen können und gerade deswegen fühlt es sich so toll an.

Ich habe mich selbst überrascht, bin über mich hinausgewachsen, habe meine Komfortzone verlassen und meine Träume zu Zielen gemacht. Ja, noch heute ist das so manches Mal beängstigend, aber noch viel beängstigender wäre es, sein Leben lang stehen zu bleiben! Also mach mal die Augen zu und schau wohin dein Herz Dich führen würde. Bis dahin bin ich auf nach Australien und wer weiß vielleicht kreuzen sich unsere Abenteuer eines Tages.

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