Die Leichen nach dem Laichen – Fischsterben im Ryck

Bei meiner Radrunde den heimatlichen Fluss namens Ryck entlang, habe ich heute mindestens zwanzig tote Fische gezählt. Sie schwammen an der Wasseroberfläche, den dicken Bauch nach oben und verhedderten sich im Schilf des Ufers. Eine Krähe ließ sich von mir bei ihrem Festschmaus fotografieren. Da ich jetzt schon ein paar Tage lang immer wieder Fischkadaver entdeckte, wollte ich dem Phänomen auf den Grund gehen.

fischsterben ryck greifswald
— Heute steht Fisch auf dem Speiseplan. —

Die Ostseezeitung beschreibt zur selben Zeit vor zwei Jahren (also Ende Mai 2017) wie Hunderttausende Brassen zum Laichen in den Fluss ziehen. Diese Paarungszeit sei für die Fische sehr anstrengend und daher mitunter tödlich. 

Dasselbe „Schauspiel“ beschrieb die Ostseezeitung bereits 2014, als im Museumshafen 2400 Liter toter Fisch geborgen wurde. Hier wird darauf verwiesen, dass die Ursache der vielen Kadaver ein zu geringer Sauerstoffgehalt sei, der auf die Verschmutzung des Flusses zurückzuführen sei. Da haben Aktionen wie „Sauberer Ryck“ also noch nicht viel gebracht. Moritz Medien haben damals erläutert, dass dies ein Problem ständig ausbreitender „Todeszonen“ (Meeresgebiete mit Sauerstoffmangel) sei:

„Als Grund dafür gelten der Einsatz von Düngemittel und die globale Erwärmung. Durch diese Faktoren kommt es zu vermehrtem Planktonwachstum. Stirbt dies ab, wird es von Bakterien unter enormen Sauerstoffverbrauch zersetzt, wodurch die anaeroben, also sauerstofffreien, Bedingungen erzeugt werden. Besonders betroffen von der Zunahme der Todeszonen ist die Ostsee.“

aus: webmoritz.de (2014)
— überall tote Fische entlang des Ufers —

Eine weitere Erklärung bieten die plötzlichen sommerlichen Termpaturen:

„Wird es im Frühjahr zu schnell warm, gelangen die Fische, in erster Linie die Brasse, in Laichstress, benötigen Energie und fressen als Weißfische mit Gründelneigung und mangels Alternativen an „grüner Masse“ vermehrt von den Blaualgen, die auf dem Grund des relativ flachen Bagnosees als Teppich existieren. Die Abbauprodukte der Blaualgen wirken toxisch – mit der bekannten, jetzt wieder aufgetretenen Folge.“

schreiben die westfälischen Nachrichten (im April 2017)

Da ich kein Biologe bin, würde ich mich freuen, wenn jemand von Fach sich zu Wort meldet, was das mit dem Fischsterben nun auf sich hat.

Alles nur ein Frühjahrsphänomen? Oder ernst zu nehmende Symptomatik einer schleichenden Umweltverschmutzung?

Ahoi.

Man nennt mich Gabi :)

Ich fotografiere und schreibe gerne. Ich bin stets auf der Suche nach schönen Projekten, die ich als Mediengestalterin und Journalistin begleiten kann. Mein aktuellstes Projekt ist mein Buch „Mit der Angst im Gepäck“.

Bis dahin. FairWinds! 

Spannende Artikel.

Weltkarte alternativer Lebensgemeinschaften

Gestern ist das Verzeichnis aller Ökohöfe, Kommunen und Gemeinschaften online gegangen. Ich habe lange an einem neuen Design der alternativen Linkdatenbank LiLinet gesessen, um das ganze auch optisch ansprechend zu gestalten ;) Mein Traum ist es, eine Weltkarte aller Gemeinschaften und ungewöhnlicher Lebensformen zu erstellen; ein Online-Verzeichnis in das man von überallher Einsicht nehmen kann, um zB seine Reiseroute zu

Weiterlesen »

Essbare Stadt – LebensMittelPunkt

Seit über 2 Jahren verfolgt Andernach, eine Stadt im Westes des südlichen Mitteldeutschlands, die Idee, statt der üblichen Blumenbepflanzung Essbares und Wildkräuter anzupflanzen. Das ist wirklich ein wunderbares Pilotprojekt und ich staune und freue mich, das so etwas in Deutschland möglich ist. Jeder Bürger kann sich einfach von den Salaten, Tomaten und Bohnen bedienen. Zudem werden auch seltenere Arten gepflanzt,

Weiterlesen »

Die Zukunft der globalen Landwirtschaft

500 Wissenschaftler aus unterschiedlichen Lagern haben sich zusammengesetzt, um über die globale Landwirtschaft zu diskutieren – und die Ergebnisse sind alarmierend. Sonja Sonnenburg von der Bürgerinitiative Tuchtberg hat eine kleine Zusammenfassung zum Weltagrarbericht geschrieben, die ich veröffentlichen darf: Weiter wie bisher ist keine Option!  Die Produktionserhöhung mittels steigendem Einsatz von Chemie und Energie kann den Welthunger nicht bekämpfen! Auch das Konsumverhalten

Weiterlesen »

Schreibe einen Kommentar